RTL/n-tv-Trendbarometer

Umfrage-Hammer: So viele Deutsche trauen Shooting-Star Kanzlerschaft zu - bitterer Wert für Nahles

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Robert Habeck (li.) mit Christian Lindner.

Die Ergebnisse des am Montag veröffentlichten RTL/n-tv-Trendbarometers lassen aufhorchen. Die SPD-Vorsitzende dürfte wenig begeistert sein.

Update 15. April: Jeder fünfte Wahlberechtigte in Deutschland könnte sich einen Bundeskanzler Robert Habeck (Grüne) vorstellen - aber nur knapp jeder Zehnte traut der SPD-Chefin Andrea Nahles dieses Amt zu. Das ist ein Ergebnis des am Montag veröffentlichten aktuellen RTL/n-tv-Trendbarometers. Vor Habeck mit 20 Prozent liegen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer mit 28 Prozent und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) mit 24 Prozent. Andrea Nahles kommt auf 9 Prozent.

Rund die Hälfte (49 %) der Grünen-Anhänger und ein gutes Drittel (35 %) der Sympathisanten der Linke halten Habeck für kanzlertauglich. Auch überdurchschnittlich viele 18- bis 29-Jährige (22 %) und Wahlberechtigte über 60 Jahren (23 %) sind dieser Meinung.

Bei den CDU/CSU-Anhängern hält jeder Zweite die Parteichefin Kramp-Karrenbauer für kanzlerfähig. Unter den Anhängern der SPD meinen 39 Prozent, dass Olaf Scholz kanzlertauglich sei - und 15 Prozent trauen Andrea Nahles dieses Amt zu. Größer ist das Vertrauen in die SPD-Chefin unter den Linken-Anhängern: 23 Prozent von ihnen könnten sich eine Bundeskanzlerin Nahles vorstellen.

Trendbarometer: So sähen die Ergebnisse bei einer Bundestagswahl aus

In der 70-jährigen Geschichte der Bundesrepublik haben bisher immer die Spitzenkandidaten von Union oder SPD den Kanzler gestellt. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte der Mediengruppe RTL: „Hält der Höhenflug der Grünen an, dürften sie gezwungen sein, einen Kanzlerkandidaten aufzustellen.“

Laut Trendbarometer kämen derzeit bei einer Bundestagswahl die CDU/CSU auf 29 Prozent, die Grünen auf 19 Prozent, die SPD auf 16 Prozent, die AfD auf 12 Prozent, die FDP auf 10 Prozent und die Linke auf 8 Prozent. 6 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden. Das heißt im Vergleich zur Vorwoche: Die Grünen verlieren einen Prozentpunkt, die kleinen Parteien gewinnen einen Prozentpunkt - und die Werte aller anderen Parteien bleiben unverändert. 24 Prozent aller Wahlberechtigten sind derzeit unentschlossen oder würden nicht wählen.

Merkel nicht mehr beliebteste Politikerin: Ein Grüner ist jetzt die Nummer 1

Berlin - Auf der Skala von plus 5 bis minus 5 erhält der 49-jährige frühere Schriftsteller einen Durchschnittswert von 1,4, wie die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen zeigt. Auf Platz zwei liegt Kanzlerin Angela Merkel mit 1,3. Mit deutlichem Abstand folgen Außenminister Heiko Maas (SPD), Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und die neue CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, jeweils mit 0,8.

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Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis90/Die Grünen.

In der Wählergunst bauen Union und SPD leicht ab: Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die Union auf 30 Prozent (minus eins) und die SPD auf 15 Prozent (minus eins). Die AfD könnte auf 13 Prozent (plus eins) zulegen, ebenso die FDP auf 9 Prozent (plus eins) und die Linke auf 9 Prozent (plus eins). Die Grünen kämen unverändert auf 19 Prozent und die anderen Parteien zusammen lägen bei fünf Prozent (minus eins). Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen weiterhin als einziges Zweier-Bündnis eine Mehrheit.

Grüne mit Mitgliederrekord

Vor der Feier zu ihrem 40-jährigen Jubiläum am Freitag haben die Grünen einen neuen Mitgliederrekord erreicht. Wie eine Parteisprecherin am Donnerstag in Berlin bestätigte, wurden mit Stand vom Mittwoch 77.777 Parteimitglieder gezählt. Diese Zahl hatten zuerst die Düsseldorfer "Rheinische Post" und der Bonner "General-Anzeiger" (Freitagsausgaben) gemeldet.

"Unser Mitgliederwachstum hält weiter an. Viele der Neumitglieder treten ein, um mit uns für Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und eine offene Gesellschaft zu kämpfen", sagte den beiden Zeitungen dazu Grünen-Bundesgeschäftsführer Michael Kellner. "Ich freue mich über diesen Zuspruch."

Ende 2017 hatten die Grünen demnach noch einen Mitgliederstand von gut 65.000. Im vergangenen Jahr waren dann mehr als 10.000 Menschen neu in die Partei eingetreten.

Die Grünen waren bei der Europawahl 1979 erstmals mit einer eigenen Liste angetreten, damals noch als Wählervereinigung. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens findet am Freitag und Samstag in Berlin ein Parteikonvent statt, auf dem auch über das geplante neue Grundsatzprogramm diskutiert werden soll.

dpa

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