Grüne: Große Supermärkte zerstören Bayerns Dörfer

  • schließen
  • Weitere
    schließen

München - Große Supermärkte am Stadtrand zerstören nach Ansicht der Landtagsgrünen zunehmend die Ortskerne im ländlichen Bayern. Sie stellen sich damit gegen eine Initiative des Wirtschaftsministeriums.

Weil die großen Geschäfte meist vor den Toren der Stadt gebaut werden, führe dies dazu, dass die Ortszentren verwaisen, warnten die Grünen am Freitag in München. Sie kritisierten damit eine Initiative des Wirtschaftsministeriums, die den Bau größerer Supermärkte erlaubt. Deren Verkaufsfläche darf im ländlichen Raum von 800 auf künftig 1200 Quadratmeter vergrößert werden. “Eine Aufweichung birgt ganz, ganz große Gefahren“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen, Martin Runge.

Runge warf der CSU vor, anti-konservative Politik zu betreiben, indem sie bewährte Vorschriften lockere. Zudem habe das Wirtschaftsministerium seine Initiative weder mit dem Landtag noch mit den Interessenverbänden abgesprochen. “Eine so radikale Änderung “per Ministerwort“ einzubringen, das ist ganz schlechter Stil“, sagte Runge.

Auch die SPD kritisierte in einer Meldung die Liberalisierung. “Das ist eine reine Lex Edeka und damit ein weiteres Beispiel der allgegenwärtigen Klientelpolitik von Schwarz-Gelb“, sagte die SPD- Sprecherin für den ländlichen Raum, Annette Karl, am Freitag. Inhaltlich kritisierte Runge, dass die Großsupermärkte kleinere Geschäfte bedrohten. “Statt Vielfalt haben wir dann Einfalt“, warnte er. Zudem ließen sie auch die Nahversorgung im Ortskern wegbrechen, ein “Zwang zur Automobilität“ sei die Folge. Dies benachteilige vor allem Senioren. Außerdem verschandelten die Großbauten die bayerische Landschaft und verschmutzten die Natur.

dpa

Zurück zur Übersicht: Politik

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser