"Gesamtbayerisches" Wahlkampfteam für Ude

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Münchens Oberbürgermeister Christian Ude macht sich Gedanken über sein Wahlkampfteam.

München - Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) denkt bereits vor seiner offiziellen Nominierung zum Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten über seine Wahlkampfmannschaft nach.

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) will mit einem “gesamtbayerischen“ Wahlkampfteam Ministerpräsident werden. Außerdem werde er bei Großveranstaltungen in allen Regionen des Freistaats auftreten, kündigte Ude am Freitag an. Offiziell nominiert ist er noch nicht - am Wunsch der SPD an seiner Kandidatur bestehe aber “kein ernsthafter Zweifel mehr“.

Ude sagte der “Bild“-Zeitung, sein Team müsse “Kompetenz in allen Bereichen“ verkörpern. Für die Wissenschaft vorgesehen ist der frühere Kulturstaatsminister der Bundesregierung, Julian Nida-Rümelin. Ude verwies jedoch darauf, dass über die tatsächliche Verteilung der Ministerien nach einem Wahlsieg mit den Koalitionspartnern verhandelt werden müsse. Vermutlich laufe es ja dann “auf eine Dreier-Koalition hinaus“.

Einer Umfrage vom Mittwoch zufolge kommen SPD, Grüne und Freie Wähler derzeit in Bayern zusammen auf 47 Prozent. Sie könnten damit rechnerisch eine Regierung bilden.

Ude: Stimmung kann schnell wieder kippen

Ude warnte jedoch vor verfrühter Siegesgewissheit. Das Hoch der SPD sei zwar hoffentlich von Dauer. Der Oberbürgermeister fügte hinzu: “Aber auch erfreuliche Umfragen sind natürlich immer Momentaufnahmen, die Stimmung kann schnell wieder kippen.“

Ude verteidigte sein Vorhaben, im Fall einer Niederlage im Herbst 2013 sein Landtagsmandat nicht anzunehmen, gegen die Kritik von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Er entgegnete: “Da leidet die CSU offenbar unter massivem Gedächtnisverlust.“

Die früheren CSU-Chefs Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber hätten nach ihrer vergeblichen Kanzlerkandidatur ebenfalls ihre Mandate nicht angenommen. Ude fügte hinzu: “Der Unterschied zu mir ist nur, dass ich bereits vor der Wahl offen sage, was ich machen werde.“

Haderthauer: Ude steht nicht für Inhalte

Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) äußerte sich im “Donaukurier“ gelassen über die guten Umfragewerte für den Münchner Oberbürgermeister: “Politisch haben sich die meisten Bayern mit Ude noch nicht beschäftigt. Er hat bis auf seinen Einsatz für die dritte Startbahn landespolitisch bisher noch keine Äußerung getan.“

Deshalb sei der SPD-Politiker “für alle Unzufriedenen und Verunsicherten eine geeignete Projektionsfläche“. Haderthauer fügte hinzu: “Ude steht nicht für Inhalte.“ Sie kritisierte zugleich “die Kakophonie in der CDU“. Das Umfragetief ihrer Partei sei sehr stark auf den Einfluss der Bundespolitik zurückzuführen.

dapd

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