Französische Kommandoaktion in Somalia

Geiselbefreiung endet in tödlichem Debakel

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Er wurde höchstwahrscheinlich bei seiner Befreiung getötet: Der Mann, der unter dem Codenamen Denis Allex bekannt ist.

Paris - Eine misslungene Geiselbefreiung der französischen Streitkräfte in Somalia ist in einem blutigen Fiasko gemündet. Mindestens 18 Menschen sollen getötet worden sein.

 Bei dem riskanten Sturm auf ein Lager der islamistischen Al-Shabab-Miliz seien Spezialkräfte auf erbitterten Widerstand gestoßen, räumte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am Samstag ein. Dabei sei die Geisel, ein französischer Geheimdienstagent, allem Anschein nach von ihren Entführern getötet worden. Bei den Gefechten kamen auch mindestens ein französischer Soldat und 17 Al-Shabab-Kämpfer ums Leben.

Zuvor hatten widersprüchliche Berichte über den Befreiungsversuch des vor mehr als drei Jahren verschleppten Militärberaters die Runde gemacht. Der Mann mit dem Codenamen Denis Allex hatte Soldaten der somalischen Streitkräfte für den Kampf gegen die Al-Shabab-Miliz ausgebildet. Zuletzt war er in einem im Oktober verbreiteten Video zu sehen, in dem er Frankreichs Staatspräsident François Hollande um Hilfe anflehte.

Kurz nach der gescheiterten Kommandoaktion vom Samstag hatte das Verteidigungsministerium zunächst von zwei toten Soldaten gesprochen. Zwar sei der Befreiungsversuch im Vorfeld sorgfältig geplant gewesen, sagte Verteidigungsminister Le Drian. Allerdings habe es sich um „eine extrem gefährliche Mission“ gehandelt. „Alles deutet darauf hin, dass Denis Allex getötet wurde.“

Milizen widersprechen französischer Darstellung

Die extremistische Al-Shabab-Miliz widersprach Le Drians Darstellung. Allex lebe und sei weiterhin in ihrer Gewalt, sagte ein nicht näher identifizierter Sprecher der Gruppe. Über das Schicksal der angeblichen Geisel werde in zwei Tagen eine Entscheidung gefällt. Außerdem habe die Miliz einen französischen Soldat gefangen genommen, der im Gefecht verwundet worden sei.

Laut einem weiteren Al-Shabab-Vertreter begannen die Kämpfe, als fünf herannahende Helikopter französische Truppen absetzten. Ein Al-Shabab-Sprecher erklärte, einige der französischen Soldaten seien getötet worden. Allerdings habe sich die Miliz nur der Leiche eines Opfers bemächtigt. Bewohner der somalischen Ortschaft Bulomarer hatten zuvor von Explosionen und Feuergefechten in der Nähe eines Stützpunkts der Al-Shabab berichtet.

Für die französischen Streitkräfte war der missglückte Einsatz in Somalia am Samstag nicht die einzige Hiobsbotschaft: Bei Gefechten mit Rebellen im Norden Malis kam ein französischer Soldat bei einem Hubschraubereinsatz ums Leben.

dapd

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