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Nach Schlaganfall

Ex-Präsident Mubarak liegt im Koma

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Ägyptische Ärzte kämpfen um das Leben von Husni Mubarak.

Kairo - Der langjährige Herrscher über das Nil-Land soll ins Koma gefallen sein. Der Militärrat dementiert Todesmeldungen, aber schon wird über die Art des Begräbnisses für Mubarak spekuliert.

Der ehemalige ägyptische Machthaber Husni Mubarak liegt laut Sicherheitskreisen im Koma. Sein Herz und andere lebenswichtige Organe funktionierten aber, lebenserhaltende Maschinen seien daher nicht länger nötig, erklärten die Sicherheitsvertreter am Mittwoch in Kairo. Ein Team aus 15 Ärzten überwache den Gesundheitszustand des 84-Jährigen. Seine Ehefrau Suzanne sei an seiner Seite. Die amtliche Nachrichtenagentur MENA hatte gemeldet, der langjährige ägyptische Machthaber sei in der Nacht zum Mittwoch für „klinisch tot“ erklärt worden.

Die Nachricht über Mubaraks sich verschlechternden Gesundheitszustand war in eine Massendemonstration auf dem Kairoer Tahrir-Platz geplatzt, dem Geburtsort der ägyptischen Revolution. Schätzungsweise 50.000 Menschen protestierten dort gegen den regierenden Militärrat, der sich umfassende Rechte auch für die Zeit nach der Machtübergabe an eine Zivilregierung zugesichert hat.

Der Gesundheitszustand des zu lebenslanger Haft verurteilten Ex-Präsidenten habe sich dramatisch verschlechtert und sein Herz aufgehört zu schlagen, hatte MENA gemeldet und war aus Sicherheitskreisen verlautet. Er sei wiederbelebt worden, habe dann aber einen Schlaganfall erlitten und sei vom Gefängnis Tora am Rande der Hauptstadt in das Militärkrankenhaus Maadi verlegt worden. Dort war Mubaraks Vorgänger, Anwar Sadat, vor mehr als 30 Jahren für tot erklärt worden, nachdem er von islamistischen Extremisten niedergeschossen worden war.

Der ägyptische Fernsehsender Nile TV berichtete, Mubarak-Anhänger und -Gegner hätten sich vor dem Krankenhaus versammelt und gegenseitig beschimpft. „Das hat er nicht verdient, egal, was er getan hat“, soll einer der Demonstranten gesagt haben.

Mubaraks Anwalt, Fareed el Deeb, sagte dem US-Sender CNN, sein Mandant habe bereits seit zehn Tagen Wasser in der Lunge gehabt, sein Blutdruck sei niedrig, er habe Atemschwierigkeiten gehabt und an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden müssen. Ihm seien intravenös Medikamente verabreicht worden, um ein Blutgerinnsel im Gehirn zu behandeln. Mit Elektroschocks habe man versucht, ihn wiederzubeleben, aber es habe keine nennenswerte Reaktion gegeben.

50.000 Demonstranten auf Tahrir-Platz

Der ehemalige Präsident war am 2. Juni zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, weil er während des gegen ihn gerichteten Aufstands Anfang vergangenen Jahres nichts gegen die Tötung von Demonstranten unternommen hatte.

Derweil war die Stimmung in den ägyptischen Ballungszentren nach den Präsidentschaftswahlen vom Wochenende weiterhin angespannt. Am Dienstagabend hatten sich rund 50.000 Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in der Kairoer Innenstadt versammelt. Auch in der Hafenstadt Alexandria gingen Tausende Menschen auf die Straßen. Die islamistische Muslimbruderschaft hatte ihre Anhänger zu Protesten gegen den regierenden Militärrat aufgerufen, der kurz vor der Präsidentenwahl am vergangenen Wochenende mit einer Übergangsverfassung seine Machtposition gefestigt hatte.

Sowohl der islamistische Präsidentschaftskandidat Mohammed Mursi als auch sein Kontrahent Ahmed Schafik erklärten sich selbst zum Sieger der Wahl. Die Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses wird für Donnerstag erwartet. Sollte Schafik gewinnen, rechnen Beobachter mit erneuten Protesten; auch neuerliche Gewalt ist nicht ausgeschlossen.

dapd

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