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Tipps für den Wahlkampf

Verbiesterte Heulsusen: Steinbrück lästert über die Genossen

Wahlplakate in Berlin
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Im Jahr 2013 war Steinbrück selbst Kanzlerkandidat.

In der „FAS“ äußert sich der Ex-Kanzlerkandidat mit markigen Worten über seine Partei, den Schulz-Hype und mögliche Koalitionen. Außerdem rät er den Genossen, sich ein Beispiel an FDP-Chef Lindner zu nehmen.

Berlin - Trotz der Niederlagen bei allen drei Landtagswahlen in diesem Jahr muss die SPD aus Sicht des früheren Kanzlerkandidaten und Finanzministers Peer Steinbrück weiter auf ihren Kanzlerkandidaten Martin Schulz setzen. „Man kann die Pferde nicht mitten im Galopp wechseln“, sagte er in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. “

Auf die Frage, was in der SPD beim Schulz-Hype schief gelaufen sei, antwortete er, die 100 Prozent im März bei der Wahl von Schulz zum Parteivorsitzenden seien „vergiftet“ gewesen. „Die Partei saß plötzlich auf Wolke sieben, es hat sich ein Realitätsverlust eingestellt und das Publikum hat sich gewundert: Steht da jetzt Erich Schulz-Honecker?“

„Der Begriff der Heulsusen trifft gelegentlich“

Zugleich riet der SPD-Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl 2013 seinen Parteifreunden zu mehr Lockerheit. Diese seien „häufig zu verbiestert, wahnsinnig überzeugt von der eigenen Mission“. Und: „Der Begriff der Heulsusen trifft gelegentlich den Gemütszustand der SPD. Nur wehe, Sie sprechen ihn aus.

Mehr Lockerheit  - Vorbild Lindner

Er empfahl seinen seinen Parteigenossen FDP-Chef Christian Lindner als Vorbild: "Linder kommt an mit seinem Stil, nicht aufgesetzt, locker, das weckt Sympathien", sagte Steinbrück der "FAS". 

Der "Bild am Sonntag" sagte Steinbrück außerdem, Lindner sei "einer der ganz wenigen Politiker, die das Instrument der Selbstironie in der Politik entdeckt haben und pflegen, die sich ansonsten bierernst nimmt". Die FDP unter Lindner sei ein möglicher Koalitionspartner für die SPD, sagte Steinbrück der "BamS". Ein Flirt mit der Konstellation Rot-Rot-Grün dagegen werde nicht belohnt. In der „FAS“ sagte der Ex-Bundesfinanzminister, Rot-Rot-Grün sei "jedenfalls im Westen, schlicht und einfach nicht akzeptabel, dem Wähler nicht vermittelbar. Vielleicht in mittlerer Zukunft ...“. 

SPD braucht mehr als „Gerechtigkeits-Thema“

Desweiteren dürfe sich die SPD im Bundestagswahlkampf nicht allein auf das Thema Gerechtigkeit festlegen. „Die SPD wird auf diesen Code nicht verzichten können“, sagte er. „Ich gebe aber allen recht, die sagen: Die Konzentration auf die Gerechtigkeit reicht nicht, es muss etwas dazu kommen, das Fortschritt, Zukunftsoptionen verdeutlicht.“

Der ehemalige Kanzlerkandidat und ehemalige Finanzminister hatte sein Bundestagsmandat im Herbst niedergelegt. Ab Juli ist Steinbrück mit dem Kabarettisten Florian Schröder mit einer Satire-Show auf Tournee. Im Programm thematisiert er auch seinen eigenen und den aktuellen Wahlkampf.

AFP/dpa

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