Auch Republikaner fallen ihm in den Rücken

Donald Trump: Seine eigenen Senatoren stellen sich gegen ihn bei Truppenabzug aus Deutschland

Donald Trumps Pläne für einen Abzug von US-Soldaten aus Deutschland stößt bei Senatoren beider Parteien auf Widerstand. 
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Donald Trumps Pläne für einen Abzug von US-Soldaten aus Deutschland stößt bei Senatoren beider Parteien auf Widerstand. 

US-Präsident Donald Trump sorgte mit seinem geplanten Teilabzug von US-Truppen aus Deutschland für Überraschung und Missfallen. Senatoren beider Parteien wollen sein Vorhaben nun aufhalten.

  • US-Präsident Donald Trump hat vor einigen Tagen überraschend beschlossen, einen Großteil der in Deutschland stationierten amerikanischen Soldaten zurückzubeordern.
  • Gegen diesen geplanten Truppenabzug sträuben sich jedoch viele Senatoren - Demokraten und auch Republikaner.
  • Die Politiker haben nun einen Plan entwickelt, mit dem sie Trumps Vorhaben aufhalten wollen. 

Washington - Widerstand gegen US-Präsident Donald Trump*, und das zum Teil sogar aus den eigenen Reihen: Führende US-Senatoren beider Parteien wollen den von Trump gewünschten Abzug amerikanischer Truppen aus Deutschland per Gesetz verhindern. Vor der Verabschiedung des Verteidigungshaushalts im Senat platzierte die Gruppe eine entsprechende Vorgabe im Budget, teilte das Büro des republikanischen Senators Mitt Romney am Montag (Ortszeit) mit.

Trump plant Abzug von US-Truppen aus Deutschland - Senatoren wollen dies nun durch ein Gesetz vereiteln

Budgetmittel dürften demnach nur für einen Abzug genutzt werden, wenn der Verteidigungsminister in einem Bericht an den Kongress erklärt, dass dies im Interesse der nationalen Sicherheit sei und zudem die Sicherheit der europäischen Nato-Partner nicht gefährde. Der frühere republikanische Präsidentschaftskandidat Romney sagte, dass der Abzug von US-Truppen aus Deutschland ein Geschenk für Russland wäre. „Und das ist das Letzte, was wir tun sollten“, betonte er weiter. 


Den Vorstoß unterstützte sogar ein enger Vertrauter Trumps, Senator Lindsey Graham. Demokrat Chris Coons erklärte: „Fast 10.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen, ohne Absprache mit der deutschen Regierung und unseren anderen europäischen Verbündeten, macht Amerika kein bisschen sicherer.“ Auch Demokratin Jeanne Shaheen erklärte, dass die Truppentransparenz in Deutschland im beiderseitigen Interesse sei.

Auch im Repräsentantenhaus gibt es bei Republikanern und Demokraten Widerstand gegen die Abzugspläne. Die Demokraten haben dort ebenfalls einen Antrag eingebracht, um einen Abzug von Truppen aus Deutschland über den Haushalt zu verhindern. Präsident Trump* kann den Teilabzug als Oberbefehlshaber der Streitkräfte anordnen - um ihn auszuführen wird allerdings Geld nötig sein, das der Kongress bewilligen muss. Bis zur Bewilligung des Militärhaushalts wird es wohl noch zu Deals und Kompromissen kommen, weswegen Trumps Ansinnen noch blockiert werden könnte.

Übrigens: Für welche Skandale Trump während seiner ersten Amtszeit* sorgte, lesen Sie ebenfalls bei Merkur.de*.

Trump will knapp 10.000 US-Soldaten abziehen und teils nach Polen verlegen

Trump, dervor seiner politischen Karriere öfters im TV zu sehen war*, will die Zahl der US-Truppen in Deutschland von gut 34.500 auf 25.000 verringern. Damit will er Deutschland für die aus seiner Sicht weiterhin zu geringen Verteidigungsausgaben bestrafen. Einige der aus Deutschland abgezogenen Soldaten sollten dann die Einheiten in Polen verstärken, wie Trump letzte Woche erklärte.

Zuletzt hatte sich auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder indirekt kritisch über Trump geäußert. Bei der Wiedereröffnung des Amerikahauses in München beschwörte er zwar die deutsch-amerikanische Freundschaft - setzte jedoch einen deutlichen Seitenhieb gegen den US-Präsidenten. Nähere Informationen dazu erhalten Sie auch im folgenden Video. (dpa,cia) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digitial-Netzwerks.

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