Deutscher Botschafter verärgert Serben

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Belgrad - Wolfram Maas (62), nach fünf Jahren scheidender deutscher Botschafter in Serbien, hat mit seinen letzten Interviews Verwunderung und Kopfschütteln bei Hunderten Bürgern ausgelöst.

„Serbien ist ein normales Land geworden“, sagte er am Freitag in einem Gespräch mit der Belgrader Zeitung „Kurir“. „Fast 90 Prozent unterstützen heute den Weg zur EU. Das ist ein großer Erfolg.“

Im Internet brach ein Sturm der Entrüstung los. „Serbien ein normales Land? Ist der denn verrückt?“, schrieben weit über 400 Bürger an den Belgrader TV-Sender B92. „Was hat der denn getrunken?“ und „Worüber redet der Mann überhaupt?“, hieß es in aufgebrachten Mails an den Sender. „Herr Maas, heute ist nicht der 1. April!“, machten Dutzende Menschen ihren Unmut deutlich.

„Hahaha, dann wünsche ich auch Ihrem Land, dass es so normal wie Serbien wird: Das ärmste Land in Europa, mit dem größten Prozentsatz an Analphabeten, täglichen Morden und Selbstmorden und einer Jugend und Intelligenz, die über die Grenzen abhaut“, widersprachen andere Serben der Einschätzung des Botschafters.

Serbien gilt als eines der korruptesten Länder Europas. Die Zustimmung seiner Bürger zur EU war nach Umfragen zuletzt von 57 Prozent auf 53 Prozent gefallen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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