„Da hilft auch ein Zaun nichts“

Dänemark baut Zaun an der Grenze zu Deutschland - Minister zweifelt an Sinnhaftigkeit

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Dänemark startet Bau des Wildschweinezauns

Dänemark errichtet seit Montag einen Zaun an der Grenze zu Deutschland. Deutsche Politiker beklagen die Entscheidung - und zweifeln an ihrem Nutzen.

Flensburg/Kopenhagen - Dänemark hat an der Grenze zu Deutschland mit dem Bau eines 70 Kilometer langen Metallzauns zum Schutz gegen die Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest begonnen. Umwelt- und Ernährungsminister Jakob Ellemann-Jensen erklärte am Montag, der Zaun und die verstärkten Bemühungen bei der Jagd auf Wildschweine "werden die Infektionskette durchbrechen" und so das Risiko mindern, dass die Tierkrankheit auch in Dänemark ausbricht. Die Afrikanische Schweinepest grassiert derzeit in Polen und Belgien; Wildschweine sind Überträger des Erregers.

In Deutschland ist allerdings noch kein Fall registriert worden. Wie der NDR berichtet, geht die Hauptgefahr nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts nicht von Wildschweinen aus, sondern von Menschen, die kontaminierte Essen, etwa Wurstwaren, einführen. "Da hilft auch ein Schweinezaun nichts“, erklärte Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan-Philipp Albrecht (Grüne).

„Der Tag, an dem der erste Zaun gebaut wurde...“

Die prominente SPD-Politikerin Simone Lange erklärte auf Twitter: „Der Tag, an dem der erste Zaun gebaut wurde, muss der Tag sein, ab dem wir alles für den Abbau des Zauns tun werden. Lasst uns bitte zurück kehren, zu grenzenlosen Deutsch-dänischer Zusammenarbeit!“

Auch hierzulande fürchten Schweinezüchter die Afrikanische Schweinepest wegen der hohen wirtschaftlichen Schäden. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich.

In Dänemarks Ställen werden jährlich rund 28 Millionen Schweine aufgezogen. Der Export des Fleisches ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor: Er macht einen Anteil von fünf Prozent an den gesamten Ausfuhren des Landes aus. Der Wert belief sich 2016 auf umgerechnet rund vier Milliarden Euro.

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In Dänemark könnten bei der Wahl am Mittwoch die Sozialdemokraten die stärkste Kraft werden. Wichtigstes Thema im Vorfeld war die Einwanderung.

AFP/fn

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