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Atomwaffen: USA lassen Westerwelle abblitzen

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US-Außenministerin Hillary Clinton

Tallinn - Die USA und die NATO wollen weiterhin taktische US-Atomwaffen in Europa stationieren. Damit erteilten sie Außenminister Westerwelle ein Abfuhr, der einen Abzug forderte.

US-Außenministerin Hillary Clinton und NATO- Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen halten an taktischen US- Atomwaffen in Europa in absehbarer Zukunft fest. Eine Reduzierung der auch in Deutschland stationierten

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Westerwelle für Abrüstung in Deutschland

US-Atomwaffen sei nur denkbar, wenn es ein entsprechendes Abkommen mit Russland gebe, sagte Clinton nach Angaben von Diplomaten am Donnerstag bei Beratungen der NATO- Außenminister in Tallinn (Estland).

“Die Präsenz amerikanischer Atomwaffen in Europa ist ein essenzieller Teil einer glaubwürdigen nuklearen Abschreckung“, sagte Rasmussen. Die US-Atomwaffen sollen im Fall eines Konflikts auch von den Kampfflugzeugen europäischer Partnerländer - darunter deutschen Tornados - abgeworfen werden.

Diese Länder haben Atomwaffen

Diese Länder haben Atomwaffen

Länder mit Atomwaffen
Wie viele atomare Sprengköpfe es weltweit gibt, ist nicht genau bekannt. Die Zahl atomarer Sprengköpfe liegt nach Angaben der Organisation Federation of American Scientists  bei mehr als 23 000. Der Großteil davon ist im Besitz Russlands und der USA . Laut FAS sind insgesamt rund 8000 Sprengköpfe einsatzbereit. © dpa
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Russland: Die Sowjetunion, der Vorgängerstaat des heutigen Russlands, entwickelte 1949 seine  erste Atomwaffe und führte über 700 Atomtests durch. Das Bild zeigt eine Atomrakete vom Typ SS27 Topol-M. © dpa
Länder mit Atomwaffen
Von den 14.000 russischen Sprengköpfen gelten 5162 als einsatzbereit und 3083 als strategisch. Letztere sind für den Einsatz in großer Entfernung vorgesehen und können nur von Interkontinentalraketen, Langstreckenbombern und U-Booten transportiert werden. © dpa
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USA : Die Vereinigten Staaten waren die erste Atommacht der Welt. Im August 1945 setzte die Regierung erstmals Atombomben gegen Japan ein. Das Bild zeigt einen B52-Bomber, der Atomwaffen transportieren kann. © dpa
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Laut FAS verfügen die USA über 5400 Sprengköpfe, von denen 4075 einsatzbereit und 3575 strategisch sein sollen. © dpa
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Frankreich: Atommacht seit 1960. Auf dem Bild ist ein atomgetriebenes U-Boot zu sehen, auf dem Atomraketen stationiert sind. © dpa
Länder mit Atomwaffen
Die FAS schätzt, dass Frankreich über 300 einsatzbereite atomare Sprengköpfe verfügt. © dpa
Länder mit Atomwaffen
China: Die Volksrepublik China zündete im Oktober 1964 eine erste Atombombe im Kernwaffentestgelände Lop Nor (Provinz Xinjiang). © dpa
Länder mit Atomwaffen
Laut FAS besitzt China 240 atomare Sprengköpfe. © dpa
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Großbritannien: Das Vereinigte Königreich zündete seine erste Atombombe im Jahr 1952 vor der Küste Australiens. © dpa
Länder mit Atomwaffen
Nach Schätzung der FAS besitzt Großbritannien 185 atomare Sprengköpfe. © dpa
Länder mit Atomwaffen
Israel: Experten schätzen, dass Israel seit etwa 1967 Atomwaffen besitzt. Offiziell räumte erst  Ministerpräsident Ehud Olmert im Jahr 2006 ein, dass sein Land Kernwaffen besitze. © dpa
Länder mit Atomwaffen
Die FAS schätzt, dass Israel über 80 Atomwaffen vefügt. © dpa
Länder mit Atomwaffen
Indien: Das Land ist seit Mai 1974 im Besitz von Atomwaffen. Indien startete sein Atomwaffenprogramm nach dem ersten Grenzkrieg mit China im Jahr 1962 und als Reaktion auf erfolgreiche chinesische Atomtests 1964. © dpa
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Laut FAS besitzt Indien 50 Atomwaffen. © dpa
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Pakistan: Das Land hat im Mai 1998 als Reaktion auf entsprechende indische Versuche erstmals Atomwaffen getestet. © dpa
Länder mit Atomwaffen
Die FAS schätzt, dass das pakistanische Militär über 60 Atomwaffen verfügt. © dpa
Länder mit Atomwaffen
Die Internationale Gemeinschaft befürchtet, dass ein Konflikt zwischen den Nachbarländern Indien und Pakistan (führten 1947, 1965 und 1971 Krieg) zu einem Atomkrieg eskalieren könnte. © dpa
Länder mit Atomwaffen
Nordkorea: Der zweite nordkoreanische Atombombentest am 25. Mai 2009 hat die internationale Gemeinschaft in helle Aufregung versetzt. Noch am selben Tag berichteten südkoreanische Medien von Raketenstarts. In der Mitte des Bildes ist der nordkoreanische Diktator Kim Jong Il zu sehen. © dpa
Länder mit Atomwaffen
Im Februar 2005 erklärte Nordkorea, Atomwaffen zu besitzen. Am 9. Oktober 2006 zündete das Land nach eigenen Angaben zum ersten Mal eine Kernwaffe. © dpa
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Allgemein wird vermutet, dass Nordkorea im Atomreaktor Yongbyon (Bild) atomwaffentaugliches Plutonium aus gebrauchten Kernbrennstäben bezieht. © dpa
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Laut FAS besitzt Nordkorea bereits bis zu 10 Atomwaffen. © dpa
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Iran: Der Iran wird verdächtigt, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Das Bild zeigt den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad bei einer Militärparade. © dpa
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Ungeachtet aller internationaler Warnungen hat der Iran im Mai 2009 eine neue Rakete mit einer Reichweite von rund 2.000 Kilometern getestet - diese könnte Israel und amerikanische Stützpunkte erreichen. So wollen unter anderem vor allem Israel und die USA verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. © dpa

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte zuvor seine Forderung nach dem Abzug der taktischen Atomwaffen aus Deutschland und Europa bekräftigt.

Rasmussen sagte, die NATO-Staaten hätten in den vergangenen Jahren bereits viel für Abrüstung und Rüstungskontrolle getan. “Aber das Kerngeschäft der NATO, ihre Existenzberechtigung, liegt im Schutz unseres Territoriums und unserer Bevölkerungen.“ Die 900 Millionen Bürger der NATO-Staaten müssten vor Angriffen sicher sein. “Und in einer Welt, in der es Atomwaffen tatsächlich gibt, braucht die NATO eine glaubwürdige, wirksame und gut organisierte Abschreckung.“

“Für ein nukleares Bündnis ist es von grundlegender Bedeutung, dass die nuklearen Gefahren und Verantwortlichkeiten breit geteilt werden“, sagte Clinton. Solange es Atomwaffen gebe, müsse die NATO ein nukleares Bündnis bleiben. Westerwelle sagte, Deutschland stelle nicht die Strategie der nuklearen Abschreckung in Frage: “Um, die geht es nicht. Die brauchen wir, solange die Welt so ist, wie sie ist. Es geht nur darum, wie wir Abrüstung voranbringen können, damit die Welt sicherer wird.“ Dies könne “selbstverständlich nicht im Alleingang“, sondern nur gemeinsam im Bündnis geschehen. “Aber dieses Fenster der Gelegenheit für die Abrüstung, das wollen wir jetzt nutzen. Das ist jetzt die Stunde, die Zeit, Abrüstung voranzubringen.“

Russland hat bisher noch keine Bereitschaft erkennen lassen, über eine Reduzierung seiner taktischen Atomwaffen zu verhandeln. Zurückhaltung gibt es auch bei östlichen Mitgliedsländern der NATO sowie bei den Nuklearmächten Frankreich und Großbritannien.

Rasmussen sagte, auch eine gemeinsame Raketenabwehr der NATO- Staaten sei nötig. “Die Bedrohung durch Raketen wächst. 30 Länder, darunter der Iran, haben Raketen oder entwicklen sie.“ Die grundsätzliche Entscheidung über die Raketenabwehr, an der sich nach Wunsch der NATO auch Russland beteiligen solle, werde erst im November bei einem NATO-Gipfel in Lissabon fallen: “Ich glaube, dass wir Russland zum Vorteil Europas einbinden können“, sagte der Generalsekretär.

dpa

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