Atomkraftgegner fordern schnelle Energiewende

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Amberg - Hunderte Menschen haben am Wochenende das Ende der Kernkraft und eine sofortige Energiewende gefordert. Die Delegierten des Bundes Naturschutz verabschiedeten einen entsprechenden Leitantrag.

Mehrere hundert Menschen haben am Wochenende in Bayern eine schnelle Energiewende gefordert. Nahe dem schwäbischen Kernkraftwerk Gundremmingen (Landkreis Günzburg) ließen Demonstranten rund 10 000 Luftballons steigen. Auf der Zugspitze stellten junge Greenpeace-Aktivisten symbolisch ein Windrad auf. Der Bund Naturschutz (BN) forderte einen sofortigen Atomausstieg: In Amberg verständigten sich BN-Vertreter bei einer Delegiertenversammlung auf einen entsprechenden Leitantrag.

In dem Leitantrag fordern die BN-Delegierten von der bayerischen Politik die sofortige Stilllegung aller Kernkraftwerke. Zudem solle sie Subventionen und Privilegien für Energiekonzerne abschaffen und erneuerbare Energien naturverträglich und planvoll ausbauen. Die Wirtschafts- und Forschungspolitik solle nur noch das Energiesparen und Energieeffizienz fördern. Die Mobilitäts- und Siedlungspolitik solle energiesparend gestaltet werden, auf Neubau und Subventionen von Fernstraßen und Flughäfen solle verzichtet werden.

Beim Protest nahe Gundremmingen wurden am Samstag fünf Minuten vor 12.00 Uhr Luftballons fliegen gelassen. “Die Ballons zeigen, wohin eine radioaktive Wolke wehen würde, wenn es in Gundremmingen zu einem Atomunfall oder einem Terroranschlag auf den Reaktor käme“, sagte Organisator Christoph Bautz. An den mit Totenköpfen bedruckten Ballons waren Postkarten befestigt, auf denen die Finder gebeten werden, die Fundorte mitzuteilen. Diese sollen dann in eine interaktive Landkarte im Internet eingetragen werden.

“Schöne Grüße vom tödlichen Nachbarn“, hieß es auf den Schildern einiger als Skelette verkleideter Teilnehmer. Mehrere hundert Menschen beteiligten sich an der Aktion des Kampagnennetzwerks Campact sowie der lokalen Bürgerinitiative “FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager“.

Auf der Zugspitze setzten junge Greenpeace-Aktivisten am Samstag ein Zeichen. “Deutschland ist erneuerbar!“, hieß es auf einer Flagge, die auf dem Gipfel des höchsten deutschen Berges gehisst wurde. Wie die Umweltschutzorganisation mitteilte, wollten die Jugendlichen damit Druck für eine sofortige Energiewende machen. Sie stellten ein fünf Meter hohes Symbol-Windrad auf. Deutschlandweit beteiligten sich nach Angaben von Greenpeace rund 150 junge Leute an den Aktionen auf den höchsten Gipfeln der 16 Bundesländer.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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