Ehrendoktorwürde in Leipzig

Verrät Merkel hier, was sie nach ihrer Amtszeit machen will? 

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Merkel erhält die Ehrendoktorwürde von der HHL.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel kann seit Samstag 17 Doktortitel anführen. Bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde in Leipzig gab sie einen spannenden Hinweis auf ihre Pläne für die Zeit nach der Kanzlerschaft.

Leipzig - Bundeskanzlerin Angela Merkel trägt seit Samstag einen weiteren Doktortitel. Die Leipziger Handelshochschule (HHL) erhob die CDU-Politikerin in den Stand eines „Dr.rer.oec.h.c“, eines Doktors der Wirtschaftswissenschaften ehrenhalber.

Für Merkel ist es neben ihrem Doktor in Physik bereits die 17. Ehrendoktorwürde. Unter anderem hat sie Titel von drei israelischen Universitäten inne, der Universität Nanjing in China sowie der Eliteuniversität Harvard in den USA. Ehrendoktorwürden werden für Verdienste vergeben. Die HHL zeichnet die Kanzlerin mit dem Titel für ihren politischen Führungsstil aus.

Angela Merkel verkündet: „Werde zurückkommen!“

Die lange Liste nahm sie mit Humor. „Alle Universitäten, die mir einen Ehrendoktor gegeben haben, werden sowieso noch von mir hören, wenn ich nicht mehr Bundeskanzlerin bin“, sagte die 65-Jährige laut dpa unter dem Applaus der HHL-Studenten, die am Samstag in der Oper Leipzig ihre Graduierungsfeier veranstalteten und in deren Mitte sie die Ehrendoktorwürde erhielt. Die Welt will noch einen weiteren Satz erfahren haben: „Ich werde zurückkommen und nicht nur so kurz bleiben wie heute. Ich werde länger bleiben“, so Merkel.

Ein Hinweis darauf, was sie nach ihrer Amtszeit als Kanzlerin machen möchte? Dozieren zum Beispiel? Bisher hatte die Kanzlerin lediglich verlauten lassen, dass sie sich aus der Politik zurückziehen wolle. Der Einwurf in dieser Rede ist der erste konkretere Hinweis darauf, was ihr denn vorschwebt. Spekulationen, dass sie nach der Legislaturperiode ein Amt in der Europäischen Union übernehmen könnte, hatte sie stets vehement zurückgewiesen.

Christine Lagarde lobt Angela Merkels Führungsstil 

Ähnlich gelöst und gut gelaunt wie die Kanzlerin erschien die designierte Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde. Die Französin hielt die Laudatio auf ihre „liebe Freundin“. Merkel und Lagarde gehören zu den mächtigsten Frauen der Welt. „Kanzlerin Merkel hat Millionen Frauen weltweit beeinflusst“, sagte Lagarde. „Ich kann das bezeugen, ich bin eine von ihnen.“

Merkel sei Kanzlerin geworden, als sie selbst in Frankreich Ministerin gewesen sei, erzählte Lagarde. Wenn man eine Karriere starte, schaue man, was andere täten und wie sie sich verhielten. „Sie war eine Inspiration für mich. Sie weiß das nicht, aber sie war es.“

Angela Merkel fordert Kompromissbereitschaft

Merkels Führungsstil sei von vier „D“ gekennzeichnet, sagte Lagarde in ihrer auf Englisch gehaltenen Rede: Diplomacy, Diligence, Determination und Duty. Auf Deutsch: Diplomatie, Sorgfalt, Entschlossenheit und Pflichtbewusstsein. Damit habe die Kanzlerin die europäische Politik auch in Krisenzeiten geprägt.

Merkel nutzte ihre Danksagung, um zur Kompromissbereitschaft aufzurufen. Der Raum, Kompromisse zu finden, seit heutzutage nicht mehr so groß, sagte sie. „Man möchte eine glasklare Position. Da wir aber alle unterschiedlich vom Herrgott geschaffen sind und unterschiedliche Persönlichkeiten sind, wachen wir nicht morgens mit der gleichen Meinung und Überzeugung auf.“ Ohne den Kompromiss könne eine Gesellschaft aber nicht zusammenhalten.

Im September zeigt das ZDF das Dokudrama „Stunden der Entscheidung: Angela Merkel und die Flüchtlinge“. Ein zeithistorischer Film, der damalige Ereignisse verdichtet.

dpa/sob

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