Selbstmordanschlag auf UN-Büro in Afghanistan

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Afghanische Sicherheitskräfte sichern den Eingang des UN-Büros in der Provinz Herat. Im Hintergrund: das Auto, das einer der Selbstmordattentäter fuhr.

Kabul - Bei einem Angriff auf ein Büro der Vereinten Nationen in Afghanistan sind am Samstag drei Menschen verletzt worden. UN-Mitarbeiter seien nicht darunter.

Das sagte der Sprecher der UN-Aufbaumission, Dan McNorton. Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums wurden drei afghanische Wachleute verletzt. Alle vier Selbstmordattentäter wurden getötet.

Derweil kam es im übrigen Land erneut zu Kämpfen und Anschlägen.

Die Angreifer fuhren mit einem Auto voller Sprengstoff auf das UN-Gebäude im Osten des Landes zu, wie der stellvertretende Polizeichef der Provinz Herat mitteilte. Zunächst hätten die Extremisten mit einer Rakete auf das Eingangstor geschossen. Als dies misslungen sei, habe sich einer der vier Selbstmordattentäter in dem Auto vor dem Tor in die Luft gesprengt. Daraufhin hätten die übrigen drei das Gelände gestürmt. Sie seien mit Sturmgewehren bewaffnet gewesen und hätten Sprengstoffwesten getragen. Die Angreifer hätten Burkas getragen und darunter Polizeiuniformen, sagte der Vizepolizeichef. Das Innenministerium widersprach aber der Darstellung, die Attentäter hätten Uniformen angehabt.

Die Wachleute des UN-Stützpunkts und herbeigeeilte afghanische Polizisten hätten sich dann mit den Angreifern ein Gefecht geliefert. Dabei seien alle drei Extremisten getötet worden.

Der Angriff glich dem auf eine Hilfsorganisation im Juli in Nordafghanistan. Damals sprengten Selbstmordattentäter ein Loch in eine Mauer, stürmten dann das Gelände der Organisation und töteten vier Menschen.

Wut über den angeblichen Tod von zwei Zivilisten

Unterdessen töteten NATO-Truppen nach Angaben des Gouverneurs der ostafghanischen Provinz Wardak zwei Zivilisten, darunter einen Jugendlichen. Hunderte wütende Einwohner hätten daraufhin demonstriert und eine Schnellstraße zeitweise blockiert. Die NATO konnte eine Tötung Unbeteiligter nicht bestätigten. Während eines Gefechts mit Aufständischen seien aber zwei Afghanen von einem Motorrad gefallen. Da sie sofort von Landsleuten weggebracht worden seien, könne man nichts über ihr Schicksal sagen, hieß es in einer Mitteilung.

Ebenfalls am Samstag gab die NATO bekannt, dass US-Spezialeinheiten, NATO-Truppen und die afghanischen Streitkräfte mehr als zehn Extremisten getötet hätten. In der viertägigen Operation, die am Mittwoch beendet worden sei, hätten die Soldaten vier Waffenlager der Aufständischen in der Provinz Kunar ausgehoben.

Im Süden des Landes riss ein Selbstmordattentäter derweil zwei Zivilisten mit in den Tod. Zwei weitere Unbeteiligte seien verletzt worden, teilte ein Sprecher der Provinzregierung mit. Der Täter habe sich in die Luft gesprengt habe, bevor er einen Kontrollpunkt in Kandahar erreicht habe.

In der gleichen Provinz wurde ein Fotograf der “New York Times“ von einer Mine verletzt. Der 44-Jährige habe US-Soldaten auf einem Einsatz begleitet, berichtete die Zeitung.

dapd

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