Saftiges Bußgeld droht

Was passiert, wenn ein Corona-Test verpasst wird?

Forscherin führt Corona Test durch
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Fast 1,6 Millionen Corona-Tests werden laut dem Robert-Koch-Institut aktuell durchgeführt. Doch was passiert, wenn ein Bürger seinen Termin nicht wahrnimmt?

Landkreis – Immer mehr Menschen werden auf das Coronavirus getestet. Dabei kommt es auch zu Wartezeiten. Doch was passiert, wenn man einen Termin an einer Teststation verstreichen lässt? 

Unsere Redaktion erreichten zuletzt Gerüchte von Lesern aus dem Landkreis Berchtesgadener Land. An der Teststation in Bayerisch Gmain benötigt man einen Termin. Wenn angemeldete Bürger jedoch nicht zum Test erscheinen, weil es ihnen beispielsweise zu lange dauert, sollen diese angemeldeten Tests, die aber nie gemacht wurden, automatisch als positiv gewertet werden und so die Zahlen verfälschen.


Was passiert, wenn ein Corona-Test verpasst wird?

„Nach Rücksprache mit den an der Durchführung des Testzentrums beteiligten Verantwortlichen sowie des Analyselabors Eurofins ist der beschriebene Sachverhalt grundsätzlich nicht möglich. Dem Gesundheitsamt ist ein wie von Ihnen unten geschilderter Fall auch nicht bekannt“, erklärt ein Sprecher des Landratsamt Berchtesgadener Land gegenüber BGLand24.de.


Auch das Analyselabor unterstreicht dies nochmals: „Der beschriebene Sachverhalt konnte von uns nicht nachvollzogen werden, noch erscheint er uns technisch möglich“, teilt Julian Schlossmacher, Pressesprecher Eurofins, auf Nachfrage mit. Offen bleibt in diesem Sachverhalt jedoch, was passiert in diesem Fall?

Testpflicht oder freiwilliger Test entscheidend

Prinzipiell muss dabei zwischen Personen unterschieden werden, die eine Testpflicht haben oder sich jemand freiwillig testen lassen will. Denn die Bayerische Teststrategie besagt, dass sich alle Bürger auch ohne Symptome kostenlos testen lassen können.

Bei einem freiwilligen Corona-Check stellt sich die Situation relativ einfach dar. Wenn ein Termin nicht wahrgenommen wird, dann passiert nichts. Die bayerische Teststrategie ermöglicht ja nur das Angebot, um für Gewissheit bei jedem Einzelnen zu sorgen, auch wenn die Bürger keinerlei Symptome aufweisen.

Testpflicht für Grenzpendler und Kontaktpersonen Kategorie 1

„Bei Grenzpendler ergibt sich eine Testpflicht aus der Einreise-Quarantäneverordnung. Wer ein Testergebnis nicht fristgerecht vorliegen kann und nicht unverzüglich die Verwaltungsbehörde über den Bescheid informiert, handelt ordnungswidrig“, erklärt Markus Huber von der Pressestelle Landratsamt Altötting gegenüber innsalzach24.de.

Ebenfalls unterliegen Kontaktpersonen der Kategorie 1 neben der Quarantäne auch einer Testpflicht. Dies besagt die Allgemeinverfügung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege, zuletzt geändert am 29. September 2020.

Huber: „Bis zu 25.000 Euro Strafe“

Wer also dieser Testpflicht nicht nachkommt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeldverfahren sanktioniert werden kann. „Der Bußgeldrahmen sieht hierfür eine Geldstrafe bis zu 25.000 Euro vor“, so Huber. Betonung liege hierbei auf bis zu. Auch bei einer Nichteinhaltung der Quarantäne droht eine Strafe. So kontrollieren die Gesundheitsämter die Quarantäne.

Bei der Bußgeldhöhe wird allerdings immer von Fall zu Fall unterschieden. Die genannten Summen sind immer der Regelsatz. Konkret bedeutet dies: Es kann höher ausfallen, wenn beispielsweise mehrfach gegen eine Regel verstoßen wird. Aber es kann auch niedriger ausfallen, wenn zum Beispiel die Gefahr, dass andere infiziert werden, gering ist.

jz

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