Vorfall in Niederösterreich

Herde in Panik versetzt: Landwirt verärgert über „Kuherschrecker“

Türnitz - Sogenannte „Kuherschrecker" sollen eine Kuhherde in Niederösterreich in Angst und Schrecken versetzt haben. Der Besitzer der Tiere macht nun seinem Ärger auf Facebook Luft:

Kühe erschrecken ist auf dem sozialen Netzwerk TikTok zu einem Trend geworden. Bei der sogenannten „Kulikitaka-Challengegeht es darum, mit ruckartigen Bewegungen Tiere - vor allem Kühe - zu schrecken. Die Videos dazu wurden dann auf dem sozialen Netzwerk TikTok geteilt und mit dem Song „Kulikitaka" von Toño Rosario unterlegt.


Landwirt in Niederösterreich verärgert über „Kuherschrecker“

Auch in Niederösterreich soll jetzt eine Herde von sogenannten „Kuherschreckern“ in Angst und Schrecken versetzt worden sein. „Gestern machten sich offensichtlich ein paar „Kuherschrecker“ an unsere Charolais-Herde (Mutterkühe samt Kälber und Zuchtstier heran - Ergebnis: Tiere liefen panisch durch die Weide, trampelten zwei Elektrozäune nieder“, so der 37-jährige Landwirt Stefan Tröstl verärgert auf Facebook. Der Vorfall soll sich am Sonntagnachmittag, 2. August, am Türnitzer Eibl zugetragen haben. Ob die Verantwortlichen ein Video im Rahmen der Kulikitaka-Challenge gedreht haben, ist unklar.


Auch am nächsten Tag seien die wegen der Flucht von Kopf bis Fuß verdreckten Tiere verschreckt gewesen. Der Landwirt spricht sogar davon, dass die Herde „in höchster Alarmbereitschaft“ gewesen sei und panisch auf Geräusche reagiert habe. Die Kühe waren laut Stefan Tröstl auch „leer mit eingefallenen Hundergruben, dh sie hatten kaum gefressen - alles Anzeichen erschrocken worden zu sein.“

Diese Dummheit hätte nicht nur für andere Wanderer lebensgefährlich sein können - das ist Tierquälerei“, so der österreichische Landwirt erbost. Er bittet mögliche Zeugen sich zu melden, vielleicht tauche irgendwo auch ein Video mit den erschreckten weißen Tieren auf.

Weitere böse Überraschung für Landwirt: Gruppe grillt auf Weide

Doch der Vorfall am Türnitzer Eibl war nicht die einzig böse Überraschung für den 37-Jährigen. „Zu allem Überfluss meinte eine Gruppe auf der Weide, jedoch am Waldrand ein Lagerfeuer für eine Grillerei zu entzünden - gehts noch??“, schreibt der Landwirt auf Facebook.

Er stellt in seinem Facebook-Post auch Fragen an die Politik: „Was helfen uns noch mehr Hinweistafeln, die sogenannte ‚Eigenverantwortung‘ im Gesetz, ein Almsiegel oder Versicherungen - wenn durch solche ‚Einzeldeppen‘ Unschuldige zu schaden kommen, und du es diesen Narren nicht oder nur schwer zuordnen kannst?“

Stefan Tröstl appelliert an die Vernunft

Abschließend appelliert der Landwirt Stefan Tröstl an die Vernunft der Wanderer: „Sorgt für Sicherheit durch Kontrollmechanismen, damit unsere Tiere in Frieden den Almsommer verbringen, wir wieder ruhig schlafen können und die 90% vernünftigen Wanderer diese tolle Landschaft wieder nutzen können!“

Immer wieder Zwischenfälle mit Wanderern und Kühen

Im Rahmen der sogenannten Kulikitaka-Challenge hatten sich in den letzten Wochen immer wieder Nutzer dabei gefilmt, wie sie mit wedelnden Handbewegungen auf Kühe zugerannt waren und die Weidetiere so erschreckt hatten. Georg Doppler, ein Landwirt aus Oberösterreich zeigte sich fassungslos über den Trend und machte seinem Ärger auf Instagram Luft. In einem Interview verriet der Bauer aber, dass er sich nicht als Wut-Bauer sehe. Es hätte ihm aber einfach gereicht.

TikTok hat zwar Anfang Juli angekündigt, sämtliche Videos der höchstumstrittenen Challenge zu löschen, doch nach wie vor (Stand: 5. August) sind noch einige Videos aufzufinden. Sowohl unter dem Hashtag der Challenge selbst, als auch unter dem Suchbegriff.

Für Aufsehen sorgte auch ein Vorfall im Allgäu. 13 Kühe wurden in Immenstadt von Wanderern aufgeschreckt, und stürzten 300 Meter ab. Zwei Jungrinder überlebten den Absturz nicht. 

rosenheim24.de hat auch bei Markus Drexler, Pressesprecher des Bayerischen Bauernverbandes, nachgefragt, wie die Situation im Bezug auf die Kulikitaka-Challenge in Bayern aussieht: „Uns sind im Moment keine Fälle in Bayern bekannt und wir hoffen auch, dass es so bleibt.“ Drexler verweist im Bezug auf das richtige Verhalten auf Weiden und Almen aber besonders auf den Flyer „12 Regeln für die Begegnungen mit Weidetieren“. Oberstes Gebot ist dabei: „Eine Alpe/Alm ist kein Streichelzoo!“

jg

Rubriklistenbild: © Collage (Facebook/StefanTröstl/Angelika Warmuth/dpa)

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