DMCA strikes back

BlizzCon: Auftritt von Metallica wird zur Lachnummer – Twitch mutet Metal

Eigentlich sollte Metallica mit einem Auftritt den großen Abschluss der BlizzCon-Eröffnung bilden. Twitch musste die Musik der Band aber stumm schalten.

Irvine, Kalifornien – Manchmal kommen die Dinge in einem unerwartet ironischen Twist wieder zurück. Metallica sollte am 19. Februar 2021 am Ende der Eröffnungszeremonie der BlizzCon auftreten und so dem Beginn von Blizzards eigener Online-Convention einen mächtigen Stempel aufdrücken. Für die Zuschauer im Livestream von Twitch* endete der ganze Auftritt aber in unfreiwillig komischen Szenen. Aus rechtlichen Gründen und Angst vor etwaigen Urheberrechtsverletzungen hatte Twitch die Musik von Metallica kurzerhand stumm geschaltet und stattdessen mit eigener Musik unterlegt, die unpassender kaum hätte sein können.

Name des UnternehmensBlizzard Entertainment
Gründung08. Februar 1991
GründerMichael Morhaime, Allen Adham, Frank Pearce
HauptsitzIrvine, Kalifornien
Mitarbeiterzahl4.700
DachorganisationActivision Blizzard

BlizzCon: Metallica wird stummgeschaltet, folgende Szenen sorgen für Spott im Netz

Wie konnte es dazu kommen und wo liegt überhaupt die Ironie in der Sache? Grundsätzlich sind Metallica gern gesehene Gäste bei der BlizzCon. Schon 2014 war das Thrash-Metal-Gespann rund um James Hetfield für ein fast zweistündiges Konzert bei der Fan-Convention zu Gast, zu einer Zeit, als dafür noch nicht auf exklusive Livestreams ausgewichen werden musste. Scheinbar hätte Metallica auch dieses Jahr auf der Veranstaltung spielen sollen, stattdessen wurde die Band aber am Ende der Eröffnungszeremonie von Blizzard für einen einzelnen Song dazugeschaltet.

Zunächst sahen die Dinge noch ganz vielversprechend aus. Nach vielen Trailern und Präsentationen, unter anderem zur WoW Classic-Erweiterung Burning Crusade*, ergriff Frontmann James Hetfield kurz das Wort und bedankte sich bei Blizzard für die Gelegenheit des Auftritts. Danach stimmte Metallica schon For Whom The Bell Tolls an, der vielen als Titelsong von Zombieland ein Begriff sein sollte. Die Band spielte ihren Song munter durch, offenbar ohne zu wissen, was sich währenddessen im Livestream bei Twitch Gaming abspielte. Dort lief die Musik nämlich keine halbe Minute, bis etwas merkwürdiges und unerwartet komisches passierte.

Scheinbar hat Twitch mittlerweile selbst Angst vor den eigenen Urheberrechtsregelungen bekommen und nicht die Rechte für die Musikperformance besorgt, die Blizzard selbst für den Livestream auf den eigenen Kanälen eingeholt hat. Um deshalb keine Abmahnung durch den DMCA (Digital Millenium Copyright Act) zu erhalten, schaltete Twitch den Livestream kurzerhand stumm und ersetzte die Musik von Metallica durch copyright-freie Musik, die in etwa so gut auf Metallica passte, wie bunte Streusel auf eine Flying-V-Gitarre. Im Internet sorgen die Szenen prompt für belustigte Kommentare, zum Beispiel unter einem Clip des Vorfalls auf YouTube.

BlizzCon: Fans sehen Livestream-Zwischenfall als Karma für Metallica

So sehr die Schuld für den Zwischenfall bei der BlizzCon wohl bei Twitch selbst liegt, sehen viele Fans in den Szenen ein wenig das Karma auf Metallica zurückkommen. Die Metal-Band hat eine turbulente und nicht wenig kontroverse Geschichte mit dem Internet und mit Urheberrechtsverletzungen. Zwischen 2000 und 2001 hatte Metallica gegen die Musikplattform und Tauschbörse Napster geklagt, um die Verbreitung ihrer Musik im Internet einzuschränken. Der Vorfall war der Anfang vom Ende für Napster, das 2002 bereits abgeschaltet wurde. Dass ausgerechnet Metallica selbst jetzt aus rechtlichen Sorgen im Internet stumm geschaltet wird, bringt einen Hauch von Ironie des Schicksals.

Blizzcon: Twitch ersetzt Metallica aus Angst vor rechtlichem Albtraum

Bei Metallica und Twitch mag der Online-Auftritt zur BlizzCon kein allzu gutes Ende genommen haben. In Zeiten der Corona-Pandemie werden Online-Konzerte in Livestreams aber immer mehr zur einzigen Alternative für Livemusik. Einige Künstler haben in den vergangenen Jahren sogar begonnen, in Videospielen virtuelle Konzerte zu veranstalten. Zum Beispiel gab es im letzten Jahr ein Konzert vom US-Rapper Travis Scott in Fortnite*, nachdem auch der DJ Marshmello in dem Battle Royale schon einen Auftritt hatte. *ingame.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Blizzard Entertainment/picture alliance/dpa/APA | George Hochmuth (Montage)

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