ACHTUNG! NEUE SCAM-WELLE

Angebliches Google-Gewinnspiel: So schützen Sie sich

Auf diese vermeintliche Gewinnspielseite werden betroffene Internetnutzer weitergeleitet.

In letzter Zeit werden Internetnutzer immer wieder von seriösen Seiten auf angebliche Gewinnspielseiten weitergeleitet. Was steckt dahinter und was können Sie dagegen tun?

Wer in letzter Zeit häufiger auf dem Smartphone im Internet unterwegs war, dem könnte Folgendes passiert sein: Plötzlich öffnet sich eine Seite mit der Überschrift „Google Mitgliedschaft belohnt“. Angeblich wurde man als Gewinner ausgewählt, bei dem Google sich für die Loyalität bedanken möchte.

Dafür müssen nur noch drei Fragen auf Zeit beantwortet werden, und schon sollen einem alle Türen offen stehen, zwischen einem iPhone 8, einem 500-€-Amazon-Gutschein und einem Samsung Galaxy S7 zu wählen. Dass man dabei nicht wirklich etwas gewinnt, dürfte klar sein, doch was steckt hinter der Aktion?

Dieses Phänomen bezeichnet man als AdCloaking. Wir haben den Webexperten Heiko Staab, Co-Founder der Münchner Werbeagentur Traffective, interviewt und ihn gebeten, dieses Phänomen genauer zu erklären:

„AdCloaking ist ein großes Problem, das technische Lücken in unseren Industrie-Standards ausnutzt. Es ist vergleichbar mit einem Trojanischen Pferd - diese Werbung tarnt sich für unsere Werbe-Auslieferungssysteme als gute Werbung, spielt aber dann auf der Webseite via einem sogenannten Hijack etwas anderes aus und startet die Browser-Weiterleitung auf eine Fake-Gewinnspiel-Seite. Dies ist fast nicht identifizierbar und somit auch präventiv kaum zu unterbinden.“

Staab erklärt weiter: „Da solche ‚injected Ads‘ meist in Werbe-Auslieferungssystemen großer Player wie Google oder auch Facebook ihre Verbreitung finden, müssen hier Ansätze gefunden werden, wie das Hosting und die Verbreitung von vornherein vermieden werden kann. Dies ist kein triviales Unterfangen, da auch im Nachhinein überprüfte Werbemittel technisch manipuliert werden können. Als Google Certified Publishing Partner pflegen wir engen Kontakt zu Google in diesem Thema und können mit absoluter Sicherheit sagen, dass dies ein Thema ist, welches sehr hohe Priorisierung genießt. Wir hoffen daher auf eine schnelle, nachhaltige Lösung.“

Dieses Problem ist auch auf unserer Website inzwischen bekannt. Wir bitten Sie, dieses Pop-Up zu ignorieren und zeigen Ihnen, wie Sie auf die gewünschte Adresse kommen und so das lästige Pop-Up umgehen. Wir arbeiten derzeit an einer Lösung, das Problem zu unterbinden. Fallen Sie also nicht auf die versprochenen Gewinne herein.

Angebliches Google-Gewinnspiel: Was passiert und wann?

Noch gibt es keine gesicherten Informationen, jedoch liegt der Verdacht nahe, dass diese unseriösen Gewinnspiele über Werbeanzeigen auf unterschiedlichsten Websites verteilt werden. Dementsprechend kann man eigentlich immer und überall – auch von seriösen Seiten – auf so eine Gewinnspielseite weitergeleitet werden. Diese sind getarnt mit den Namen bekannter Firmen – zuletzt musste die Telekom dafür herhalten - und jetzt Google. Auf dieser Seite soll man dann innerhalb einer bestimmten Zeit einige Fragen beantworten, um zu gewinnen. Bei der aktuellen Scam-Welle ist es besonders irreführend, da der Link zunächst tatsächlich wie eine Google-Seite aussieht. Erst bei genauerer Betrachtung stellt man fest, dass es sich um eine Fake-Seite handelt, da die sogenannte Second-Level-Domain – also das .com – mit einem Anhängsel wie win-iphone.goodgoodman.com versehen ist. Darüber sollten auch der sprachlich extrem schlechte Einleitungstext ebenso wie der Countdown, stutzig machen.

Phishing via Google-Fake-Seite: Was steckt dahinter? 

Selten handelt es sich dabei tatsächlich um Gewinnspiele. Abgesehen von den Antworten auf die Fragen werden meist Name, E-Mail-Adresse, Anschrift und Telefonnummer verlangt – für ein Gewinnspiel logisch, hier aber gefährlich. Denn was folgt ist eine Werbeflut. Hinter den „Gewinnspielen“ stecken sogenannte Datenhändler. Diese verkaufen die gesammelten Daten an andere Unternehmen, welche Sie dann mit Werbung bombardieren.

Insgesamt gilt also: Geben Sie im Zweifelsfall niemals persönliche Daten ein!

Dass man sich beim bloßen Öffnen der Seite einen Virus oder Trojaner einfängt, ist allerdings eher unwahrscheinlich solange man nichts anklickt, downloadet oder installiert.

Am Link und an der Sprache kann man meist sofort erkennen, dass es sich um eine unseriöse Seite handelt. Sollte dies nicht offensichtlich sein, ist es empfehlenswert, sich auf externen Seiten weiter über das vermeintliche Gewinnspiel zu informieren – denn meist sind Sie nicht der Erste, der gewonnen haben soll.

Sollten Sie doch einmal Daten eingegeben haben und mit Werbung überhäuft werden, so haben Sie die Möglichkeit, die Werbeerlaubnis zu widerrufen. Problematisch ist hier nur, dass Sie wissen müssen, bei welchem Anbieter Sie Ihre Daten eingegeben haben.

Was ist zu tun, wenn man auf ein „Gewinnspiel“ weitergeleitet wird? 

Öffnet sich eine Gewinnspielseite, sollte man auf keinen Fall persönliche Daten eingeben. Versuchen Sie stattdessen, das Pop-up-Fenster zu schließen. Für die verschiedenen Browser gibt es zudem in den Einstellungen die Möglichkeit Pop-up-Fenster zu unterbinden – dies funktioniert bei Aktionsfenstern allerdings nicht immer.

Viele Nutzer berichten außerdem, dass sich die Werbefenster vor allem auf Android-Handys nicht mehr schließen lassen. Häufig funktioniert auch der zurück-Button nicht mehr, sodass Sie die eigentlich besuchte Webseite gar nicht mehr aufsuchen können.

Falls Sie das Pop-up nicht schließen können, sollten Sie den Cache-Speicher Ihres Smartphones oder Tablets löschen.

Hier wird erklärt, wie man seinen Cache und die Websitedaten bei Android und Apple löscht. Danach können Sie erst einmal wieder ungestört surfen.

fs/cb

Quelle: rosenheim24.de

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