Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kinder sind überfragt

Walkman? "Was zur Hölle ist denn das?"

+
Was passiert, wenn Kinder ein Walkman in die Hand gedrückt bekommen? Sie wissen damit schlichtweg nichts anzufangen, wie eine Youtube-Serie zeigt. Bis sie herausfinden, wie das Gerät funktioniert, dauert es eine Weile.

München - Was passiert, wenn Kinder ein Walkman in die Hand gedrückt bekommen? Sie wissen damit schlichtweg nichts anzufangen, wie eine Youtube-Serie zeigt.

Was heute das iPad ist, war in den 1980er und 1990er Jahren der Walkman. Ein Kult-Symbol, das längst Museums-Status erreicht hat. Was für viele eine schöne Erinnerung an die Vergangenheit ist, löst bei der heutigen Jugend nur noch Kopfschütteln und Fragezeichen aus.

"Was zur Hölle ist denn das?", sind die gängigsten Reaktionen, wenn Kinder das tragbare Abspielgerät von damals in der Hand halten. In der Youtube-Serie "Kids react to" können die kleinen Probanten ohne Hilfe rein gar nichts mit einem Walkman anfangen. Wo ist der Touchscreen? Warum kann ich nicht hin- und herwischen, um zum nächsten Lied zu gelangen?

Sie können es gar nicht glauben, dass sich mit einem solchen Gerät überhaupt Musik hören lässt. Ein Bub aus dem Video hält es eher für ein Walkie Talkie. Nun gut, jetzt wissen sie es. Sie finden die "Play"-Taste, drücken sie - aber nichts passiert. Keine Musik auf dem Speicher?

Der Nachwuchs bekommt eine Kassette in die Hand gedrückt - und schon wieder ratlose Blicke. Okay, wird schon stimmen, was die Großen da erzählen. Doch da stehen die Kleinen schon vor der nächsten Hürde: Wie kommt die Kassette nun in den Walkman? Wie zum Teufel lässt sich dieses Ding öffnen? Jegliche modernen Geräte kennen sie aus dem Effeff, damit sind sie aber schlichtweg überfordert.

So reagierten die Kinder auf das veraltete Gerät:

Nach mehrfachen Versuch klappt auch das. Kassette rein, zumachen und "play". Wieder nichts. Den Walkman ans Ohr halten? Kein Ton. Kopfhörer müssen her. Wie kompliziert. Doch dann - siehe da: Es spielt tatsächlich Musik ab.

Wecker, Festnetz, CD: 10 Dinge, die vom Aussterben bedroht sind

Wecker, Festnetz, CD: 10 Dinge, die vom Aussterben bedroht sind

Computer und Smartphones den Alltag rasant. Im digitalen Zeitalter wird vieles schnell unmodern. Zehn (angeblich) unmoderne Dinge und Phänomene ... © dpa
HANDSCHRIFTLICHE BRIEFE: Na, leiden Sie auch unter Nostalgie beziehungsweise “Netzlos-talgie“? In Zeiten des Internets liegt kaum noch persönliche Post im Briefkasten - fast nur noch Rechnungen und Werbebroschüren. Selbst die Liebe wird oft nur noch in SMS und E- Mails bekundet. Menschen des 19. Jahrhunderts würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie wüssten, dass ihr geliebter seitenlanger Brief im 21. Jahrhundert vom Aussterben bedroht ist. © dpa
2. POSTKARTEN: Früher war es Pflicht, aus dem Urlaub eine kitschige Ansichtskarte zu schicken. “Viele Grüße aus...“, “Das Wetter ist schön und wir unternehmen viel...“ - belanglose Zeilen dieser Art vermisst wohl niemand. Allerdings gibt es kaum jemanden, der sich nicht freut, wenn ein lieber Mensch ihm eine Karte schreibt, statt nur mit einer Handy-Nachricht oder via Facebook über eine Reise zu berichten. © dpa
3. PAPIERFOTOS: Die vergilbten Kinderfotos aus den 60er und 70er Jahren, die Urlaubsfotos aus den 80ern (oder gar die Dias!) - früher konnte man Erinnerung in den Händen halten und betrachten. Etwa seit Mitte der Nullerjahre sind viele Reisen und private Ereignisse nur noch auf Chipkarten und in Computern gespeichert. Wehe den Babys, die 2010 geboren wurden - ist ihre Kindheit nach einem PC-Absturz komplett ausgelöscht? © dpa / Jens Schierenbeck
4. LEXIKA UND WÖRTERBÜCHER: Wissen hatte früher ein paar hundert Seiten und passte zwischen zwei Buchdeckel. Die Vokabeln und das Allgemeinwissen gingen von A bis Z. Nur manchmal wünscht man sich diese niedliche Welt zurück. Sonst ist es wunderbar, stets aktualisiertes Wissen im Web zu finden und zum Beispiel das französische Wort für “Pulverschnee“ nicht minutenlang erblättern zu müssen, sondern schnell getippt abzufragen. © dpa
5. DIE CD: Am schlimmsten waren in den 90ern diese unförmigen CD- Ständer, die Platz wegnahmen und suggerierten, ein cooler Staubfänger zu sein, jedoch einfach nur ein Staubfänger waren. In Zeiten von iTunes und MP3 kaufen immer weniger Menschen materielle Tonträger. Die Musik ist flüchtiger geworden und nimmt auch keinen Platz mehr weg in den Wohnungen. Ausgenommen vom Trend zur leeren Wohnung: Schallplatten-Fans... © dpa
6. 2D-FILME: Wenn die Kinowirtschaft nicht mehr weiterweiß, dann greift sie zu 3D. In den 50ern und 60ern gab es eine 3D-Welle, um die Leute weg vom Farbfernseher zu Hause in die Lichtspielhäuser zu locken, in den 80ern waren dann Videorekorder der Grund. Zurzeit geht es darum, die Menschen weg von den Raubkopien und Computerspielen ins Kino zu bewegen. Diesmal scheint sich der Trend zu verstetigen. Doch schlechte Storys sind auch in 3D nicht gut. © dpa
7. FESTNETZTELEFONATE: Immer mehr Menschen schaffen ihr Festnetztelefon ab, weil sie es neben dem Mobiltelefon zu teuer finden oder sowieso kaum daheim sind. Mancher fühlt sich von einem Anruf zu Hause mehr gestört als vom Handy, das zwar in der Tasche ein weit größerer Eingriff in die Privatsphäre ist, aber notfalls auch lautlos gestellt oder ausgeschaltet sein kann. Ein lautes Festnetztelefon in der Wohnung schreckt oft mehr auf. © dpa
8. DISKUSSIONEN: Früher gab es ausgiebige Debatten unter Freunden. Wie hieß nochmal der Laden in Paris mit den tollen Cocktails? Heute wird jedes aufkommende Gespräch weggegoogelt. Irgendjemand ist immer da, der sein Handy zückt und im Internet nachschaut. Keine Fachsimpeleien mehr, sondern mehr oder weniger gesicherte Fakten von Wikipedia. Alles wird geklärt, bevor die Unterhaltung anregend wird. Manchmal sitzen Menschen zusammen und starren lieber aufs Smartphone als Smalltalk zu betreiben. Die virtuelle Realität besiegt das echte Gegenüber. © dpa
9. WECKER: Wo früher der Wecker stand, liegt heutzutage das Handy mit Weckfunktion. Ein eigenes Gerät braucht man für den Start in den Tag nicht mehr. Aus dem Tiefschlaf lässt man sich moderner reißen. Besser wird der unangenehme Vorgang dadurch aber nicht. © dpa
Ist das wirklich so? Jedenfalls sprechen die Angewohnheiten vieler Nutzer dafür: Sie laden möglichst nur “coole“ Interessen und Bilder hoch, machen eindeutige Beziehungsangaben und wenig komplexe Statusangaben und pflegen vor allem die Unsitte, jeden einmal Gesehenen zum “Freund“ zu verklären. © picture alliance / dpa-tmn

Das Lied gefällt mir gerade nicht, also ab zum nächsten. Ich spule und suche den nächsten Song. Spulen? Suchen? Viel zu kompliziert, urteilen die Kids. Die Tatsache, dass gerade einmal 20 bis 30 Lieder auf ein Tape passen statt 1000 wie auf dem iPad, bestätigt ihr Urteil. Den klobigen Walkman mit ihren Smartphones oder sonstigen MP3-Playern tauschen möchte deshalb keiner aus der jungen Generation der Acht- bis 13-Jährigen. Vor 20 Jahren hat sich die Frage überhaupt nicht gestellt.

mg

Kommentare