Vorsicht, Wespen: 2011 wird Rekordjahr

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Vorsicht, Fruchtiges und Süßes lockt Wespen an.

Landkreis - Sie können die Brotzeit im Garten, den Kaffee auf der Terrasse oder den Ausflug an den Badessee zur Hölle machen: Wespen! Derzeit sind die Tiere verstärkt unterwegs.

Und die aktuelle Plage könnte noch schlimmer werden. Naturschützer prophezeien für 2011 ein Rekordjahr in dieser Hinsicht. "Im warmen Frühjahr konnten sich die Wespen optimal entwickeln, so dass es etwa 30 bis 50 Prozent mehr Wespen als sonst gibt", sagte der Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) Hessen, Gerhard Eppler der dpa. Besonders im August und September sind die jetzt erwachsenen Wespen auf Futtersuche unterwegs.

Wespenplage nicht in ganz Deutschland

Dem widerspricht Ingrid Illies vom Fachzentrum Bienen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau im unterfränkischen Veitshöchheim. Zumindest für Bayern: Der Freistaat bleibt nach Experten-Einschätzung in diesem Sommer von einer Wespenplage sogar weitgehend verschont. “In diesem Sommer von einer Plage zu sprechen, ist überzogen“, so Illies. Sie räumte zwar ein, dass die Wespen wegen des warmen und trockenen Frühjahrs gute Brutbedingungen vorgefunden hätten. Während des feuchten Frühsommers hätten viele Wespen aber nicht ausreichend Nahrung gefunden; deshalb seien viele Tiere verhungert. Für ein biologisches Gleichgewicht hätten zudem Vögel gesorgt, denen Wespen als Nahrungsgrundlage dienten.

Nach ihrer Erfahrung kommt es fast jedes Jahr vor, dass die Leute glaubten, im Sommer gebe es besonders viele Wespen. Dies sei jedoch nur ein subjektives Gefühl, sagt Ingrid Illies. Denn im Frühjahr hielten sich viele Menschen eben nicht so oft im Freien auf wie im Sommer.

Die Naturschützer rufen zur Toleranz gegenüber den Insekten auf. Wespen, so argumentieren sie, leisteten wichtige Dienste, weil sie Insekten fingen und an ihre Brut verfütterten. Nester sollten nur dort entfernt werden, wo Menschen ihnen zu nahe kommen könnten oder oft Kinder spielten. "Wespen sind niemals grundlos aggressiv, sondern stechen nur zur Verteidigung des Nestes und ihres eigenen Lebens", unterstrich Eppler.

Wespen sind geschützt

Wespen sind außerdem nach Art. 15 Bayerisches Naturschutzgesetz(BayNatSchG) allgemein geschützt. Sie dürfen nicht unnötig beunruhigt, gefangen oder getötet werden. In unseren Breiten sind die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe unterwegs. Diese beiden Arten bilden sehr große Völker, deren Kalorienbedarf regelmäßige Besuche beim Bäcker, am Kaffeetisch oder beim Grillen notwendig machen. Die Wehrhaftigkeit dieser Arten bei Erschütterungen und schnellen Bewegungen machen sie zusätzlich unbeliebt.

Dabei sind die Insekten von Naur aus weder besonders aggressiv noch stechwütig. Wenn Wespen zustechen, dann immer nur, um sich zu verteidigen.

So vermeiden Sie Wespenstiche:

10 Tipps, um Wespen-Stiche zu vermeiden

So verhalten Sie sich bei einem Stich richtig:

Stiche von Hornissen, Wespen, Hummeln und Bienen sind zwar schmerzhaft, bei Menschen ohne Allergien in der Regel aber ungefährlich und bedürfen keiner besonderen Therapie. Kalte Umschläge oder Eisbeutel lindern den Schmerz. Bei Stichen im Mund oder im Hals ist jedoch wegen Erstickungsgefahr durch das Anschwellen der Stich-Region sofort ärztliche Hilfe zu rufen! Bei bekannter Allergie sollten sich Betroffene vor Beginn der Flugsaison vom Arzt beraten lassen.

Wespennester sollten nur von Experten entfernt werden. Wenden Sie sich hierzu an die Beratungstellen Ihrer Landratsämter. Die Spezialisten lösen die Tiere dann mit einem speziellen Sauggerät vom Nest ab. Das Nest wird dann an einen anderen Ort gebracht und die Wespen dort wieder freigelassen. Laut Ingrid Illies seo ohnehin sei nur bis Ende September mit herumschwirrenden Wespen zu rechnen. Dann sterben die Tiere mit Ausnahme der Jungköniginnen ab.

re/dpa/ck

Quelle: rosenheim24.de

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