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Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

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Strenge Adoptionsregeln

Rücken die Heime wirklich ihre Tiere nicht raus?

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Landkreis - Ist es tatsächlich eine Mammutaufgabe einen Vierbeiner aus einem Tierheim zu bekommen? Dies wird oft behauptet. Wir haben nachgefragt, was hinter dem Gerücht steckt:

Die Tierheime in unseren Landkreisen sind restlos überfüllt. Doch immer wieder werden Stimmen laut, dass es nahezu unmöglich sei, Schützlinge aus Tierheimen bei sich aufzunehmen. Jüngst nach dem Artikel "Immer mehr ausgesetzte Vierbeiner". Der Grund: Die Adoptionsbestimmungen seien zu streng und fast unmöglich zu erfüllen.

Auf unserer Facebookseite entbrannte jüngst eine Diskussion

Ella Schadz kommentierte zum Beispiel: "Kein Wunder, dass es überfüllt ist. Bei den ganzen Bedingungen die man braucht am besten keine Kinder, ein Haus mit Garten. Da wundert es mich nicht! So viele wollen Katzen aus dem Tierheim, aber es ist schwer eine zu kriegen, weil die Erwartungen vom Tierheim viel zu hoch liegen."

Ein Kommentar zu unserem Tierheim-Artikel: "Immer mehr ausgesetzte Tiere". Zum Vergrößern hier klicken.

Dieser Kommentar fand schnell Zustimmung wie etwa von Andy von H.:  "Ella Schadz da muss ich dir recht geben. Die brauchen sich ned wundern, dass sie die nicht los bekommen. Da willst ein Tier aufnehmen dann kommen die mit irren Bedingungen. (Keine Straße, keine Kinder, Garten.... usw.) Und wo holt man sich dann eine Katze? Aufm Bauernhof?! Das Tierheim sollte endlich mal die Erwartungen etwas runterschrauben. Bei dem Stand bleiben sie auf den Tieren leider sitzen. Aber ein Umdenken steht ja nicht zur Rede. Tja mal sehen, wann das Tierheim übergeht. Traurig" 

Worauf legen die Tierheime wert?

Wir wollten der Sache auf den Grund gehen und fragten nach, worauf bei einer Tiervergabe besonders geachtet wird. Befragt wurde von uns jeweils ein Tierheim aus den Landkreisen Rosenheim, Altötting und dem Berchtesgadener Land.

Einzelfall-Entscheidungen

Generell kann gesagt werden, dass alle drei Tierheime von Fall zu Fall entscheiden, ob der Interessent ein Tier bekommt oder nicht. Dies hängt meist von den Charaktereigenschaften des Hundes oder der Katze ab. So wird beispielsweise eine sehr scheue Katze in keiner Großfamilie untergebracht oder ein sehr eigenwilliger Hund wird keinem Anfänger übergeben werden.

Bei jedem Tierheim werden Platzkontrollen durchgeführt, um zu gewährleisten, dass es allen Tieren in ihrem zukünftigen Zuhause gut geht.

Welches Tierheim auf welche Kriterien besonderen Wert legt und für welchen Preis die Tiere abgegeben werden, lesen Sie hier:

Tierheim Winhöring

Wie bei allen Tierheimen, muss man auch im Tierheim Winhöring, im Landkreis Altötting, vor der Adoption eine Selbstauskunft ausfüllen. Bei dieser Selbstauskunft wird folgendes abgefragt:

  • Ausreichend Platz mit Fragen zur Wohnsituation: Freistehendes Haus, Wohnung, Balkon, Garten
  • Ausreichend Zeit: Berufstätigkeit, tägliche Abwesenheit
  • Gute Versorgung der Tiere: Bei Abwesenheit, bei Urlaub, generell
  • Unterbringung der Tiere: Drinnen, draußen, Käfig, Auslauf
  • Finanzielle Möglichkeiten: Auch bei Krankheit
  • Familiensituation: Wer lebt im Haushalt, sind andere Tiere in der Familie, wie passt das neue Tier dazu, gibt es Vorerfahrung mit Tieren

Die Preise für Katzen variieren zwischen 40 und 80 Euro, bei Hunden zwischen 150 und 200 Euro und bei Kleintieren gibt man 20 bis 30 Euro aus.

Tierheim Freilassing

Im Tierheim Freilassing wird bei Hunden und Hauskatzen vor allem kontrolliert, ob für die Tiere genug Platz vorhanden ist. Im Optimalfall steht den Miezen ein Balkon zur Verfügung, welcher aber unbedingt ausbruchsicher gestaltet werden muss. Ehrenamtliche Katzenbetreuer kennen ihre Tiere und wissen daher sehr genau, ob ein Interessent geeignet ist. Generell sei die Abgabequote allerdings sehr gut, erfuhren wir: Bei zehn Anfragen können acht Tiere vermittelt werden, den Übrigen kann meist ein anderes Tier zugesprochen werden.

Der Preis für eine Katze (kastriert, geimpft, gechipt, entwurmt, ungezieferbehandelt) liegt bei 100 Euro. Katzenwelpen (gechipt, entwurmt ungezieferbehandelt und mit Impfgutschein), werden für 80 Euro abgegeben, Hunde im Alter von 1 bis 8 Jahren (geimpft, entwurmt, ungezieferbehandelt und evtl. kastriert) kosten 200 Euro und Hunde ab 9 Jahren (geimpft, entwurmt, ungezieferbehandelt und evtl. kastriert) finden für 120 Euro einen neuen Besitzer.

Tierheim Kolbermoor

Das Tierheim in Kolbermoor führt bei Katzen eine Vor- und bei Hunden eine Nachkontrolle durch. Bei den Vorkontrollen wird vor allem nachgesehen, ob der Balkon für Hauskatzen gesichert ist und die Wohnung eine Größe von mindestens 50 Quadratmetern aufweist. Bei Freiläufern ist eine sichere Umgebung, sprich keine gefährlichen Straßen, von größter Bedeutung.

Die Chance, eine Katze zugesprochen zu bekommen, liegt bei etwa 50 Prozent. Laut Aussagen des Tierheims wäre diese Quote deutlich besser, würden sich die Interessenten auch auf einen anderen Stubentiger einlassen, sollte der von ihnen Auserwählte nicht zu ihnen passen.

Bei Hunden finden grundsätzlich keine Vorkontrollen statt. Allerdings gibt es etwa vier bis acht Wochen nach der Adoption eine Nachkontrolle, bei der überprüft wird, wie sehr sich der Hund in seiner neuen Umgebung wohlfühlt und ob er sich mit anderen Tieren (falls vorhanden) versteht. Diese Kontrollen verlaufen auch meist positiv, zumindest die vom Tierheim Kolbermoor angegebene Vermittlungsquote von 85% spricht dafür.

Die Schutzgebühren betragen für

  • Hundewelpen (entwurmt, gechipt, geimpft) 250 Euro
  • einen Rüden (entwurmt, gechipt, geimpft, kastriert) 275 Euro
  • eine Hündin (entwurmt, gechipt, geimpft, kastriert) 300 Euro
  • Katzenwelpen (entwurmt, einmal geimpft) 55 Euro
  • Katzenwelpen (entwurmt, zweimal geimpft) 70 Euro
  • Katze und Kater (entwurmt, geimpft, tätowiert o. gechipt, kastriert) 100 Euro

Bei Adoptionen ist Verständnis gefragt

Alle drei Tierheimleitungen machen leider immer wieder die Erfahrung, dass sich Interessenten auf ein bestimmtes Tier fixieren und keine andere Katze oder kein anderer Hund in Frage kommt. Dabei seien in den meisten Heimen so viele Vierbeiner untergebracht, dass es für jeden Interessenten immer eine andere Option gäbe, erfuhren wir auf Anfrage.

Die Tierheime bitten um Verständnis, schließlich seien die Tiere keine Gegenstände und könnten nicht willkürlich abgegeben werden.

Ihre Meinung ist gefragt

Wie ist ihre Meinung in der Frage? Haben Sie Verständnis für die strengen Adoptionsregeln der Tierheime? Stimmen Sie ab und diskutieren Sie unten mit!

Für Smartphone-Nutzer: Hier geht‘s zum Voting

kn

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa

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