Traurige Bilanz: Immer mehr ausgesetzte Tiere

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Am 9. Oktober wurden zwei Kaninchen und eine Meerschweinchen-Mama mit sechs Jungen in einem Karton an einer Bushaltestelle ihrem Schicksal überlassen.
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Surberg - Das Tierheim in Trenkmoos platzt aus allen Nähten, immer mehr Tiere werden ausgesetzt. Was viele nicht wissen: Den "Aussetzern" drohen Geldstrafen von bis zu 25.000 Euro.

„Wir haben derzeit bei uns im Tierheim ein großes Problem mit ausgesetzten Tieren, die Zahl ist in den vergangenen Monaten dramatisch gestiegen“, sorgt sich Sigrun Wagner vom Tierheim in Trenkmoos, in dem derzeit rund 140 Tiere untergebracht sind. Gerade bei den über 50 Katzen, 15 Hunden und den vielen Nagern seien die räumlichen Ressourcen eigentlich längst ausgereizt, so Bürokraft Wagner. Allein im September und Oktober sind rund 30 ausgesetzte Vierbeiner im Tierheim Trenkmoos gelandet, darunter hauptsächlich Katzen und Meerschweinchen.

Diese Tiere wurden in den letzten Monaten ausgesetzt:

Diese Vierbeiner wurden zuletzt ausgesetzt

  • Am 5. September wurden vier kleine Katzen im Waldstück vor dem Tierheim ausgesetzt
  • Am 21. September neun Meerschweinchen in einem Karton an einer Bushaltestelle in Petting abgestellt
  • Eine alte Hündin mit mehreren größeren Tumoren wurde dann am 25. September in Traunreut aufgefunden. Sie teilt damit das gleiche Schicksal wie...
  • ...Hund Django, der am 26. Juli in Siegsdorf nach wochenlangen vergeblichen Versuchen von der Polizei eingefangen werden konnte, und wie
  • die Hunde Spurti und Charly, die am 30. Juli in Tittmoning beziehungsweise am 24. April in Traunstein aufgefunden wurden.
  • Es folgten am 1. Oktober in Marquartstein zwei in einer Schachtel deponierte Kätzchen.
  • Wiederum an der besagten Bushaltestelle in Petting wurden am 9. Oktober zwei Kaninchen und eine Meerschweinchen-Mama mit sechs Jungen in einem Karton ihrem Schicksal überlassen.
  • Ein von Salatblättern umgebenes Kaninchen fand man dann am 11. Oktober am Straßenrand bei Kammer.
  • Nachdem bereits am 13. August zwei Wüstenrennmäuse vor die Tür des Tierheims gestellt worden und kurz darauf vier Rennmausbabys zur Welt gekommen waren, wurden
  • am 13. Oktober erneut Wüstenrennmäuse, dieses Mal vier Stück, von Unbekannten vor der Tierheimtür abgestellt.
  • Zuletzt stieß man am 16. Oktober in Traunreut auf drei herrenlose Babykätzchen. Auch sie fanden im Tierheim in Trenkmoos ein neues Zuhause.

Bis auf Charly kein Tier vermittelt

Jene Menschen, die nun glauben, ihr „Tier“ und damit verbundene Probleme erfolgreich „entsorgt“ zu haben, sollten sich nicht zu früh freuen, denn das Ganze könnte für sie noch ein juristisches und finanzielles Nachspiel haben. „Wir werden in allen Fällen Anzeige gegen unbekannt erstatten“, so Wagner. Oftmals wüssten die Tierbesitzer gar nicht, dass das Aussetzen eine Ordnungswidrigkeit und kein Kavaliersdelikt sei. Nach dem Tierschutzgesetz müsse jeder, der ein Tier vorsätzlich oder fahrlässig aussetzt oder zurücklässt, mit einer Bestrafung rechnen. Schlimmstenfalls droht sogar eine Geldbuße von bis zu 25.000 Euro. Nicht nur das bewusste Aussetzen ist indes verboten, sondern auch sein Tier über einen längeren Zeitraum allein zu lassen. Auch deshalb sollte man sich genau überlegen, ob und wenn ja, was für ein Haustier man sich zulegt und ob man der Verantwortung wirklich dauerhaft gewachsen ist.

"Es gibt keinen Grund, Tiere auszusetzen"

Klar sei, dass „es keinen Grund gibt, Tiere auszusetzen“, appelliert Wagner an die Vernunft der Tierbesitzer. Falls diese sich in einer schwierigen Lebenslage befänden, könnten sie sich jeder Zeit mit dem Tierheim oder dem Tierschutzverein Traunstein unter Telefon 0861/3949  in Verbindung setzen. Manchmal könne man zwar nicht sofort helfen und das Tier von heute auf morgen aufnehmen, man werde sich aber wie gewohnt jedem Fall individuell annehmen und dann eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung finden, verspricht Wagner. Auch an einer finanziellen Notlage des Tierbesitzers werde es am Ende nicht scheitern.

mmü

Quelle: rosenheim24.de

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