Zu viel des Guten

Vier Details auf Xing und LinkedIn, die Ihnen mehr schaden als nützen

+
Ist Ihr Xing- und LinekdIn-Profil auf dem neuesten Stand? "Ausmisten" lohnt sich, sagt eine Expertin. 

Ein Profil auf Xing oder LinekdIn gehört heute in vielen Branchen bereits zum Must-have. Doch einige Angaben sollten Sie lieber weglassen. 

Wer heutzutage nicht im Internet zu finden ist, der hat hinsichtlich seiner Karriere in vielen Branchen das Nachsehen. Ein Profil in Karrierenetzwerken wie Xing oder LinkedIn bietet hier die optimale Möglichkeit, sich vor Recruitern und anderen Personalverantwortlichen im besten Licht zu präsentieren - und so möglicherweise ein gutes Jobangebot zu ergattern.

Doch nicht jede Angabe in Ihrem Profil lässt Sie glänzen - geschweige denn kompetent wirken. Die US-Unternehmerin Erica Breuer verrät auf dem Online-Portal Muse, welche Details Ihrer Karriere sie besser schnell löschen oder von vornherein weglassen sollten, um Ihrem guten Ruf nicht zu schaden. 

1. Alte Arbeitserfahrungen

Das Praktikum, das Sie vor acht Jahren gemacht haben, steht immer noch in Ihrem Xing- oder LinekdIn-Profil? Diese Angabe können Sie getrost löschen, denn Praktika sind laut Breuer nur wichtig, wenn Sie in den Beruf einsteigen. Sobald Sie Berufserfahrung gesammelt haben, zählen Praktika nicht mehr viel. 

"Details über euren uralten beruflichen Hintergrund nimmt Ihren neuesten und wichtigsten Erfahrungen die Aussagekraft", so die Unternehmerin. Sprich: Zu viele veraltete Details verbergen die Sicht auf die wesentlichen Stationen in Ihrer beruflichen Laufbahn.

2. Eigenschaften und Fähigkeiten, die Sie nicht belegen können

In Ihrem Xing-Profil haben Sie die Möglichkeit, im obersten Bereich Ihre Fähigkeiten und Eigenschaften unter "Ich biete" anzugeben. Diese sind enorm wichtig, denn Recruiter suchen mithilfe dieser Stichpunkte nach neuen Mitarbeitern. Und auch bei LinkedIn gibt es den Bereich "Kenntnisse und Fähigkeiten", die andere Mitglieder sogar bestätigen können.

Doch auch hier gilt laut Breuer: Weniger ist mehr! Ansonsten gehen die wirklich wichtigen Kenntnisse in der Fülle an Skills verloren. Gerade auf LinkedIn ist es zudem wichtig, dass andere Mitglieder Ihre Fähigkeiten bestätigen, sagt Breuer. Die unbestätigten, "toten" Fähigkeiten würden mehr Fragen aufwerfen, als sie Interesse erzeugen. Und überhaupt: "Wie wichtig können diese Stichwörter schon sein, wenn andere Mitglieder sie nicht bestätigen?", ergänzt die Expertin. 

Mehr dazu: Diese vier Skills sollte jeder beherrschen.

3. Schlechte Leistungen

Bei Ihren Leistungen und Kenntnissen müssen Sie zwischen den richtig guten und den eher miesen unterscheiden

Ihre Website oder Blog ist total veraltet oder führt ins Leere? Dann löschen Sie die URL schnell aus Ihrem Profil. Auch alte Zertifikate oder gescheiterte Projekte sind nicht besser.

Bei Sprachen sollten Sie besser nur die aufführen, die Sie wirklich beherrschen. Ihre verkümmerten Französischkenntnisse aus der Schulzeit reichen nicht einmal für ein "Hallo, wie geht's?" Dann streichen Sie diese besser aus dem Sprachen-Bereich. Wie peinlich wäre es schließlich, in einem Vorstellungsgespräch eine Kostprobe abliefern zu müssen - und dann zuzugeben, dass Sie sich darin nicht einmal rudimentär unterhalten können?   

Wenn Sie überflüssige, überholte Informationen aus dem Profil löschen, hebt dies Ihre anderen Fähigkeiten umso besser hervor. Lassen Sie nur diejenigen auf Ihrem Profil, die Ihnen jetzt im Moment und für Ihren angestrebten Karriereweg nützlich sind, rät Breuer.

Mehr dazu: Danach suchen Recruiter bei Xing wirklich.

4. Alte Empfehlungsschreiben

Empfehlungsschreiben sind vor allem in den USA wichtig, aber auch in Deutschland machen sie bei Bewerbungen und auf dem Karriere-Profil einen guten Eindruck. Jedoch nur aktuelle. "Alte Empfehlungen können Sie unter Ihrem Wert verkaufen oder Fähigkeiten betonen, die Sie aktuell nicht mehr brauchen", schreibt Breuer. 

Wechseln Sie beispielsweise vom Marketing in die Software-Entwicklung, werden Ihnen Ihre Fähigkeiten im Marketing wenig nützen - und das Empfehlungsschreiben dazu ebenso wenig. Stattdessen lenkt es den Fokus von ihrem neu eingeschlagenen Karreierweg weit weg. 

Doch es gibt eine Ausnahme: "Wenn Sie die Empfehlung einer besonders renommierten Persönlichkeit erhalten haben oder jemand sagt, dass Sie der beste Mitarbeiter waren, mit dem er je gearbeitet hat, lohnt sich diese drin zu lassen", so Breuer. 

Das könnte Sie auch interessieren:

Lesen Sie auch, welche sieben Fehler auf Xing und LinkedIn fatal sind und auf welches der beiden Karrierenetzwerke Sie setzen sollten.  

Von Andrea Stettner

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Zurück zur Übersicht: Karriere

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser