Bildung

Kurios: So dreist haben Eltern Schulen verklagt

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Auch wenn ihre Kinder gute Noten haben, ist das vielen Eltern nicht gut genug - und klagen.

Wegen einer Sportnote die Schule verklagen? Oder wegen eines Klassenausflugs? Für viele Eltern undenkbar - und doch sind diese kuriosen Fälle nichts besonderes.

Klagefreudige Eltern gehören heute zum Alltag an Schulen. Gerade beim Übertrittszeugnis der vierten Klasse oder den Abiturzeugnissen wollen viele die Noten Ihrer Kinder nicht einfach akzeptieren - sondern gehen gerichtlich gegen sie vor. 

Immer mehr Eltern klagen gegen die Schule Ihrer Kinder

Ausnahmen sind das keineswegs, wie Hans-Peter Etter, Leiter der Rechtsabteilung des Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands (BLLV), gegenüber dem Spiegel berichtet. "Da haben wir es dann mit Eltern zu tun, die massiv mit allen Mitteln um einzelne Punkte kämpfen. Es geht nicht nur darum, ob das Kind das Abitur überhaupt schafft, sondern auch mit welcher Durchschnittsnote", so Etter. 

Warum immer häufiger geklagt wird, hat laut des Experten viele Gründe: Zum Einen haben Lehrer heute nicht mehr so eine hohe Autorität, wie es früher der Fall war. Die Eltern trauen sich schlicht häufiger gegen scheinbar "ungerechte" Behandlungen vorzugehen. Eine entsprechende Rechtschutzversicherung tut dann noch ihr Übriges.

Zudem haben Eltern heutzutage größere Angst, dass Kindern ohne Abitur eine schlechte Zukunft bevorsteht. In Bayern entscheidet zum Beispiel allein der Lehrer, ob er eine Empfehlung fürs Gymnasium ausspricht. All das führt immer häufiger zu Klagewellen der Eltern.

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Eltern klagen nicht nur wegen Noten

Doch viele Klagen von Eltern haben gar nichts mit der Note zu tun - zumindest nicht mit wichtigen Noten. Im Buch "Verschieben Sie die Deutscharbeit - mein Sohn hat Geburtstag!" berichten die Autorinnen Lena Greiner und Carola Padtberg von jeder Menge kurioser Rechtsstreitigkeiten von Helikopter-Eltern, die Lehrer beizeiten in den Wahnsinn treiben. 

Fall 1:  Die Sportnote

Ein Mädchen war richtig gut in der Schule, im Zeugnis standen nur Einser und Zweier. Doch auch diese Bemerkung: "Du könntest dich noch mehr anstrengen im Sport." Den ehrgeizigen Eltern war das zu viel - und sie zogen vor Gericht. 

Vor der Richterin Begründete der Vater diese Maßnahme ziemlich kurios: "Mit einer solchen Bemerkung im Zeugnis würde ich dieses Kind nicht in meinem Betrieb einstellen."

Fall 2: Der Klassenausflug 

Ein anderes Mal zog ein Vater vor Gericht, weil er tatsächlich beim Klassenausflug seines Sprösslings mit dabei sein wollte. Doch der Richter lehnte seine Klage ab. Wen wundert's?

Fall 3: Der Pressefreund

Ein Vater akzeptierte die Entscheidung der Schulbehörde nicht. Stattdessen forderte er einen Anwalt immer wieder auf, die regionale Presse einzuschalten - und den Kultusminister. Sein Anwalt erklärte ihm daraufhin immer wieder, dass die Rechtsmittel gesetzlich vorgegeben seien. Die könne auch der Kultusminister nicht so einfach aushebeln. 

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Von Andrea Stettner

Kurios: Die lustigsten Büro-Aushänge aus dem Netz

Quelle:  Lena Greiner, Carola Padtberg:  "Verschieben Sie die Deutscharbeit - mein Sohn hat Geburtstag! Von Helikopter-Eltern und Premium-Kids", Ullstein Verlag, ISBN 9783548377490,  9,99 Euro.

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