Trotz ihrer hohen Hygiene-Ansprüche

Frauen benehmen sich auf Büro-Klos ekelhafter als Männer

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Die Antwort auf diese Frage müsste eigentlich lauten: "Ja, klar." Eigentlich.

Man will es kaum glauben: Es sind meist die Damentoiletten eines Büros, die übel zugerichtet sind. Ein schmutziges Geschäft für Reinigungsfirmen.

Wer im Büro arbeitet, kennt das: Kollegen kritzeln tadelnde Aufforderungen auf Zettel: "Schmutziges Geschirr in die Spülmaschine räumen", steht dann darauf. Oder: "Bitte meine Kaffeetasse zurück in den Schrank stellen." 

Ermahnungen hängen aber nicht nur an Küchenschränken, sondern auch an Klo-Türen: "Bitte die Toilette sauber hinterlassen", liest man dann oft, und: "Bitte die Bürste benutzen." Und das sind noch die harmlosesten Aufforderungen.

In manchen Betriebstoiletten müssten aber eigentlich auch diese Erinnerungen hängen: "Bitte in die Kloschüssel, nicht daneben pinkeln." - "Bitte nicht das Klo verstopfen." Und: "Bitte, bitte spülen - eure Hinterlassenschaften will echt niemand sehen."

Neulich auf einer Feier haben sich Münchner Freunde ihre schlimmsten Beobachtungen aus ihren Bürotoiletten gestanden. Eindeutige Spuren auf der Keramik, bespritzte Klobrillen, benutzte Hygieneartikel neben dem Abfalleimer. Die Frauen erzeugten mit ihren Geschichten den meisten Ekel. Die Männer waren sich einig: So dreckig schaut es auf unseren Klos dann doch nicht aus.

Die übelste Geschichte vom Damenklo: Kot vor der Kloschüssel. Dabei wird doch gerade Frauen nachgesagt, auf Schmutz und Keime hysterisch zu reagieren.

Reinigungsfirma: Es stimmt - Frauen sind tendenziell die größeren Ferkel

Das Reinigungsunternehmen Bavaria Cleaning bestätigt die Vermutung: "Bei unseren Kontrollen ist es tatsächlich so, dass Frauen die Toiletten tendenziell schlimmer hinterlassen als ihre männlichen Kollegen", sagt Prokurist Alexander Rebs Junior. Grotesk sei jedoch, dass Frauen höhere Ansprüche an die Sauberkeit einer Büro-Toilette stellten als Männer. Das passt nicht zusammen.

Das Reinigungspersonal stoße immer wieder Türen auf, hinter denen sich Schauderhaftes verbirgt: Toiletten, in denen vergessen wurde, zu spülen, benutzte Damenbinden auf dem Abfalleimer oder unten auf den Fliesen sowie Tampons, die im Klowasser schwimmen.

"Wir als Firma schreiben keine Zettel, auf denen wir um Sauberkeit bitten. Das ist Sache unseres Kunden. Aber wir empfehlen ihm, dies zu tun, wenn die Klos sehr schmutzig sind", erklärt Alexander Rebs Junior. Er sagt: "In der Regel spiegelt die Situation auf der Toilette die Firma wider. In einer anständigen Firma mit niveauvollen Mitarbeitern können Sie immer auf ein ordentliches Klo gehen, egal zu welcher Uhrzeit." Seine Erfahrung widerspricht vermutlich der Erfahrung mancher Büroangestellten.

Einer zwei Jahre alten Studie des Hygiene-Unternehmens SCA (es vertreibt in Deutschland Marken wie Zewa, Tempo, Tena), für die 13.492 Männer und Frauen in 13 Ländern befragt wurden, kommt zu folgendem Ergebnis:

  • 15 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland sind mit dem Zustand der Toiletten am Arbeitsplatz unzufrieden (Schweden 15 Prozent, USA 13 Prozent, Brasilien 19 Prozent);
  • 17 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland verzichten auf die Nutzung der Toiletten am Arbeitsplatz (Schweden 14 Prozent, USA 24 Prozent, Brasilien 24 Prozent, Mexico 29 Prozent);
  • 33 Prozent der Mitarbeiter in Deutschland wünschen sich, dass der Arbeitgeber dem Zustand der Toilettenräume mehr Aufmerksamkeit widmet.

Was könnte das undamenhafte Verhalten auf Damenklos erklären? 

Eine Vermutung, wieso sich vor allem manche Frauen so fürchterlich aufführen: eine Egal-Haltung. Nach dem Motto: "Ist ja nicht mein eigenes Klo, das ich dreckig mache - und hier in der Firma benehmen sich viele Kolleginnen undamenhaft."

Zweite Vermutung: Viele Mütter bringen ihren Töchtern früh bei, sich niemals auf eine Klobrille zu setzen, die Fremde benutzen. Das sei ekelig, unhygienisch. Also hocken sich die meisten Frauen darüber oder stellen sich sogar mit den Füßen auf die Klobrille, egal wie schlecht sie zielen können. Sie könnten auch einfach den Sitz hochklappen, vergessen das aber offenbar.

Als Erklärung für benutzte Tampons, die das Klo verstopfen, dient diese nicht-verifizierte Erziehungstheorie natürlich nicht. Einer Umfrage zufolge, die das New York Magazine zitiert, setzen sich nur zwei Prozent der Frauen in Amerika auf eine öffentliche Toilette.

Warum es manche Frauen nicht schaffen, den Spülknopf zu drücken, könnte daran liegen, dass sie angewidert so schnell wie möglich aus der Kabine flüchten - ohne einen letzten Kontrollblick, ob hinter ihnen alles okay ausschaut.  

Immerhin: Mehr Frauen als Männer waschen sich nachher die Hände. Das zeigen laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Studien der London School of Hygiene & Tropical Medicine: Nur etwa jeder dritte Mann benutzt auf einer Raststätten-Toilette Wasser und Seife - dafür aber 64 Prozent der Frauen.

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sah / sca

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