Arbeitslosengeld II

Dürfen Hartz-IV-Empfänger eigentlich Urlaub machen?

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Wieviel Urlaubstage stehen Arbeitslosen zu?

Steht Hartz-IV-Empfängern eigentlich Urlaub zu? Und wenn ja, wie viele Tage dürfen sie dafür einplanen? Hier erfahren Sie mehr dazu.

Empfänger von Arbeitslosengeld II - auch Hartz IV genannt - müssen sich an viele Regelungen halten. Sonst drohen Kürzungen der Zahlungen. Die Unterstützung vom Staat bei Arbeitslosigkeit wurde zuletzt am 1. Januar 2017 auf 409 Euro erhöht. Hinzu kommt, dass der Staat noch die Kosten für Wohnung und Heizung trägt. Aber bleibt dann noch genug Geld für einen Urlaub - und ist dies überhaupt erlaubt?

Urlaub machen als Hartz-IV-Empfänger: Was ist erlaubt?

Hartz-IV-Empfänger müssen laut den Vorgaben "ständig orts- und zeitnah erreichbar" sein. Heißt dies im Umkehrschluss, das kein Urlaub möglich ist? Laut Bundesagentur für Arbeit gibt es zwar keinen Urlaubsanspruch, aber einer Reise an sich stehe nichts im Wege, sofern man sich die Kosten leisten kann.

Tipp: Empfänger von Arbeitslosengeld II sollten den Urlaub möglichst früh und vor der Buchung mit dem zuständigen Arbeitsvermittler abklären, um nicht in Schwierigkeiten zu geraten. 

Die Bundesagentur für Arbeit empfiehlt dieses Vorgehen ebenfalls: "Arbeitslose sollten vor jeder Urlaubsplanung rechtzeitig Kontakt mit dem Arbeitsvermittler aufnehmen. Es besteht für sie die Möglichkeit, mit Zusage der Agentur für Arbeit bis zu drei Wochen im Kalenderjahr, unter Fortzahlung der Leistung, in Urlaub zu fahren beziehungsweise ortsabwesend zu sein."

Dabei gilt jedoch diese Bedingung: "Voraussetzung dafür ist, dass während dieser Zeit keine Aktivitäten der Agentur für Arbeit zur beruflichen Eingliederung des anfragenden Arbeitslosen geplant sind." Generell gilt die Richtlinie "Vermittlung vor Urlaub", da die Urlaubsplanung "die Chancen auf einen neuen Arbeitsplatz nicht beeinträchtigen" darf.

Passend dazu: Was bei Arbeitslosigkeit zu tun ist.

Urlaubsplanung bei Arbeitslosengeld II: Vermittler muss zustimmen

Vergleichbar ist diese Regelung mit Arbeitnehmer, die ebenso ihre geplanten Urlaube mit den Vorgesetzten absprechen müssen. Erst wenn der Urlaub vom Chef - oder bei Arbeitslosen vom Vermittler - abgesegnet ist, darf man verreisen. Sowohl bei der Abreise als auch bei der Rückkehr gilt die Meldepflicht für Arbeitslosengeld-Empfänger. Außerdem müssen Hartz-IV-Empfänger sowohl im In- als auch im Ausland stets erreichbar sein.

Urlaub bei Hartz-IV-Empfängern: Was passiert, wenn die Urlaubstage überschritten werden?

Drei Wochen - also genau 21 Tage - Urlaub stehen den Empfängern von Arbeitslosengeld II zu. Wenn diese Dauer überschritten wird, also ab dem 22. Tag, bekommen Arbeitslose dafür kein Geld mehr. Wer sogar länger als sechs Wochen am Stück unterwegs ist, dem kann für den ganzen Zeitraum die Zahlung gestrichen werden. Zudem kann ein Bußgeld verhängt werden, wie die Bundesagentur schreibt: "Fährt der Arbeitslose ohne Zustimmung der Agentur für Arbeit in Urlaub, riskiert er ein teures Ferienvergnügen. Nicht nur, dass die Zahlung des Arbeitslosengeldes bei Bekanntwerden eingestellt wird, auch das bereits überwiesene Geld für den Urlaubszeitraum muss zurückgezahlt werden. Zudem droht ein empfindliches Bußgeld."

Doch wohin geht die Reise mit dünnem Budget überhaupt? Möglichkeiten gibt es durchaus, beispielsweise mit dem Fernbus zur Verwandtschaft oder die erschwingliche Buchung einer AirBnB- oder Couchsurfing-Unterkunft.

Lesen Sie hier, warum Sie auf keinen Fall selbst ein Bewerbungsfoto schießen sollten.

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