Daran erkennen Sie einen schlechten Chef schon im Bewerbungsgespräch

Bewerbern ist ein guter Chef immens wichtig, schließlich ist er in hohem Maß für das Betriebsklima verantwortlich. Doch wie erkennen Jobsuchende einen miesen Vorgesetzten?
Ein guter Chef ist den meisten Mitarbeitern enorm wichtig - so wichtig, dass viele Bewerber eine Stelle gar nicht erst antreten, wenn die Führungskraft einen schlechten Eindruck macht. Das belegt eine Umfrage unter 20.000 Fachkräften, die das Jobportal Stepstone 2017 in Auftrag gegeben hat.
Guter Chef ist Bewerbern wichtiger als ordentliches Gehalt
Ein guter Chef sei für Jobsuchende sogar entscheidender als ein ordentliches Gehalt, wie die Studie zeigt. Kein Wunder: Wer sich mit seinem Chef nicht versteht, dem kann es den Job ganz schön verhageln - auch wenn alles andere stimmt. Deshalb sollten sich Bewerber schon vor dem Bewerbungsgespräch Gedanken darüber machen, mit welchen Führungsstil Sie leben können - und mit welchem nicht.
1. Welchen Ton schlägt der Chef an?
Im Vorstellungsgespräch selbst sollten Sie dann sämtliche Antennen anwerfen und auf die richtigen Zwischentöne achten, um im neuen Job kein blaues Wunder zu erleben.
- Beweist der Chef gute Manieren und verhält sich Ihnen gegenüber höflich? Oder verhält er sich eher launisch? Wer sich schon im Bewerbungsgespräch den ein oder anderen Schnitzer erlaubt, wird im Joballtag erst recht Höflichkeit vermissen lassen.
- Besonders interessant wird es, wenn er über Mitarbeiter und sein Team spricht. Ist seine Tonlage hier unterkühlt oder lästert er sogar, hat das nichts Gutes zu bedeuten.
- Achten Sie auch darauf, wie er mit seinen Mitarbeitern umgeht, die etwa zum Gespräch dazu kommen und achten Sie auch auf deren Reaktionen.
- Mustert er Sie während des Vorstellungsgesprächs ständig, wird er andere wahrscheinlich gerne verunsichern. Auf einen verständnisvollen Chef können Sie hier vermutlich nicht hoffen.
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2. Stellt er unangebrachte Fragen?
Ein weiteres Indiz für einen schlechten Chef sind unangebrachte oder gar verbotene Fragen während des Jobinterviews. Ein kompetenter Vorgesetzter wird Sie lediglich Fragen zu Ihren fachlichen und persönlichen Kompetenzen stellen - nicht etwa, ob Sie schwanger sind, eine Familie planen oder ob Sie einer Gewerkschaft angehören.
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3. Wie verhalten sich Mitarbeiter dem Chef gegenüber?
Am Ende des Vorstellungsgesprächss werden Bewerber oft noch durch die Büroräume bzw. den Arbeitsbereich geführt. Beobachten Sie dabei, wie sich die Mitarbeiter verhalten, wenn der Chef den Raum betritt: Wirken Sie angespannt oder bleiben sie locker? Dieser Eindruck kann natürlich auch täuschen, gerade wenn Sie in einer stressigen Phase ins Büro platzen. Ein interessantes Indiz ist es trotzdem.
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Von Andrea Stettner