Statistisches Bundesamt

Job-Verlust ist häufigste Ursache für Überschuldung

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Auffällig bei den beratenen Schuldnern: Viele brauchen mehr als ein Drittel ihres durchschnittlichen Nettoeinkommens für Wohnkosten. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Das Minus auf dem Konto ist schon sehr dick. Dann ist der Weg zum Schuldnerberater unumgänglich. Einer der Hauptgründe dafür ist der Verlust des Arbeitsplatzes. Aber auch weitere Faktoren können plötzlich die Existenz gefährden.

Wiesbaden (dpa) - Wer sich in Deutschland überschuldet, hat zuvor häufig seinen Arbeitsplatz verloren. Das trifft auf 21 Prozent der gut 617 000 Menschen zu, die im vergangenen Jahr eine Schuldnerberatungsstelle aufgesucht haben, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Erkrankung, Sucht oder Unfall (zusammen 15 Prozent) sowie Trennung, Scheidung oder Tod des Partners (zusammen 13 Prozent) sind weitere gewichtige Auslöser für hohe Schulden, die möglicherweise nicht mehr zurückgezahlt werden können. 

Nicht einmal jeder Zehnte (8 Prozent) ist überschuldet, weil er mit seiner Selbstständigkeit gescheitert ist. Auch längerfristiges  Niedrigeinkommen (6 Prozent) ist vergleichsweise selten ein Grund.

Die beratenen Schuldner benötigten mehr als ein Drittel ihres durchschnittlichen Nettoeinkommens für Wohnkosten, wie die Statistiker erklärten. Mit einem Einkommensanteil von 38 Prozent für eine Wohnung liegen beratene Personen damit deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung (27 Prozent).

Schuldner in Deutschland müssen im Schnitt zehn Wochen auf eine professionelle Beratung warten - in besonders schweren Fällen kann dies schon zu spät sein. Für Menschen in finanziellen Schwierigkeiten ist eine schnelle Hilfe wichtig, da oft Zahlungsfristen und Mahnverfahren mit weiteren Gebühren im Raum stehen, wie das Amt warnt.

Mitteilung vom Statistischen Bundesamt

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