Schwimmen im öffentlichen Bad

Ist Chlor im Badewasser schädlich?

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Öffentliche Bäder müssen das Wasser mit Chlor präparieren. Wer es verschluckt, muss keine gesundheitlichen Folgen fürchten. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Jeder, der schon mal ein Schwimmbad besucht hat, kennt den typischen Chlor-Geruch. Einige empfinden ihn vielleicht sogar als unangenehm. Doch kann die Substanz im Wasser auch die Gesundheit gefährden?

Bad Elster (dpa/tmn) - Das Wasser im Schwimmbad ist in der Regel chlorhaltig. Der ein oder andere Badegast fragt sich: Ist das schädlich?

"Das Infektionsschutzgesetz verpflichtet die Betreiber von öffentlichen Bädern, dafür zu sorgen, dass Gäste durch die Benutzung nicht krank werden", erklärt Christian Höra vom Bundesumweltamt. Die Chlorung des Badewassers dient im Schwimmbad zur Desinfektion. "Selbst wer jeden Tag schwimmen geht und dabei circa 100 Milliliter Chlorwasser schluckt, muss keine Konsequenzen fürchten."

Das, was Badegäste als "typischen Schwimmbadgeruch" wahrnehmen, ist übrigens gar nicht das Chlor im Wasser. Es sind Reaktionsprodukte des Chlors. Trichloramin ist eines dieser Desinfektionsnebenprodukte, das bei Chlorung entsteht. "Das stechend riechende Trichloramin bildet sich in gechlortem Badewasser aus der Reaktion von Harnstoff", erklärt Höra. Dieser gelange mit Schweiß, Urin oder direkt von der Haut der Badegäste ins Wasser.

Harnstoff ist wichtiger Bestandteil der Haut - und hält sie feucht. Trichloramin allerdings reizt Augen, Nase, Rachen und Bronchien. Deshalb ist es wichtig, sich vor dem Baden ordentlich abzuduschen und abzuseifen. Dadurch kann ein Großteil des Harnstoffes von der Haut entfernt werden.

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