Alters-Medizin

Im Krankenhaus: Die richtige Behandlung für Senioren finden

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In einer Klinik für Geriatrie sind ältere Patienten oft am besten aufgehoben. Foto: Christian Charisius/dpa

Kommen ältere Menschen in eine Klinik, leiden sie oft an mehreren Krankheiten gleichzeitig. Experten raten diesen Patienten, sich auf einer geriatrischen Station behandelt zu lassen. Denn das hat mehrere Vorteile.

Aschaffenburg (dpa/tmn) - Krank ist krank, könnte man meinen - egal in welchem Alter. So ganz stimmt das aber nicht. Ältere Menschen haben häufig mit mehreren Beschwerden zugleich zu kämpfen, erklärt der Medizinjournalist und Autor Raimund Schmid. Deshalb sollte sie die richtige Versorgung wählen.

Betagte Patienten werden Schmid zufolge besser auf einer geriatrischen Station behandelt. "Das Herz macht nicht mehr so mit, die Blase schwächelt, der Blutdruck schwankt." In solchen Fällen sei es weniger sinnvoll, streng nach den üblichen Richtlinien zu behandeln, um beispielsweise bestimmte Grenzwerte einzuhalten. "Stattdessen gilt es, den alten Menschen wieder in die Lage zu versetzen, möglichst selbstständig zu leben", erklärt Schmid.

Ihm zufolge gelinge das auf geriatrischen Stationen am besten. Daher rät er Patienten und Angehörigen, möglichst vor der Aufnahme in ein Krankenhaus zu schauen, welche Klinik in der Umgebung eine geriatrische Station hat. "Das Personal ist auf die Bedürfnisse alter Menschen spezialisiert."

Literatur:

Raimund Schmid: Wehe du bist alt und wirst krank, Beltz, 264 Seiten, 19,95 Euro, ISBN-13: 9783407864369

Immer mehr Ältere im Krankenhaus

Die immer zahlreicheren älteren, mehrfach kranken Patienten werden einer Studie zufolge in Deutschlands Krankenhäusern oft nicht optimal versorgt. Die Zahl der über 70-jährigen Patienten mit jeweils mehreren Krankheiten im Krankenhaus stieg zwischen 2006 bis 2015 um 80 Prozent, von 1,1 auf 2 Millionen Personen, wie aus dem Krankenhausreport 2017 der Barmer hervorgeht.

So bekämen die Betroffenen in steigender Zahl bereits im Krankenhaus eine spezielle Reha-Behandlung, obwohl diese deutlich teurer und nicht unbedingt besser sei als eine normale Reha. Besonders häufig blieben die Patienten für diese sogenannte geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung (GFKB) 14 Tage im Krankenhaus, weil die Kliniken dann die volle Pauschale für diese Reha abrechnen können.

Patienten haben von der GFKB dabei laut Barmer-Report nicht unbedingt einen Vorteil - im Gegenteil. Studienautor Boris Augurzky sagte, "dass die Patienten mit GFKB häufiger pflegebedürftig werden, als bei einer Reha". 

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