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Provokant: Mastercard-Managerin - "Bargeld diskriminiert Arme"

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Ann Cairns sitzt im Vorstand von Mastercard - und glaubt an Plastikgeld für alle.

Die Deutschen zahlen noch immer lieber bar als mit Plastikgeld. Zum Unmut einer Mastercard-Expertin. Die behauptet: Die Arm-Reich-Schere verstärkt sich so nur.

Die Deutschen halten am Bargeld fest – dabei sieht das die Europäische Zentralbank gar nicht gerne. Schließlich munkelt man seit längerem, dass in der Zukunft das Bargeld keinen hohen Stellenwert mehr haben soll – und sogar ganz abgeschafft werden könnte. Kontaktloses Bezahlen mit Plastikgeld soll dagegen immer wichtiger werden.

Mastercard-Managerin behauptet: Bargeld diskriminiert Arme

Doch nicht nur das – es könnte auch die Gesellschaft enger zusammenschweißen. Das behauptet zumindest die Mastercard-Managerin Ann Cairns. Diese besagt: Das Zahlen mit Karte ist nicht nur für reiche, sondern auch für arme Menschen von Vorteil.

Gegenüber der Süddeutschen Zeitung sprach Cairns, die interessanterweise im Vorstand des Kreditkarteninstituts sitzt, nun über ihre provokante These: "Bargeld diskriminiert die Armen".

Der Hintergrund ist dabei folgender: Reiche besitzen öfters Kreditkarten, weil sie angeblich nicht so sehr auf ihre Ausgaben schauen müssen. Dagegen müssen arme Menschen jeden Cent sprichwörtlich umdrehen - und können so einen besseren Überblick über Ihre Finanzen behalten.

Mit diesen sieben Tipps haben Sie endlich Ihre Finanzen im Griff. Erfahren Sie hier mehr.

Doch die Mastercard-Managerin sieht das anders: Sie wirbt auch bei armen Menschen für die Kartenzahlung. So erklärt sie, dass viele Produkte, wie etwa Zugtickets, online viel günstiger zu erwerben sind als beispielsweise am Schalter.

Wer also ein Konto besitzt und mit Karte zahlt, bekommt teilweise sogar Rabatte oder Vergünstigungen dazu. Damit werden Menschen, die brav mit Bargeld zahlen, diskriminiert.

Im Interview gab sie allerdings zu, dass besonders arme Menschen, wie etwa in Afrika, statt einer Kreditkarte besser eine aufladbare Prepaid-Karte zur Verfügung stehen sollte. Doch auch dieses sollte an ein persönliches Konto gekoppelt sein.

Doch Kreditkarteninstitute stehen zurzeit in der Kritik: So soll Visa den Einzelhandel Geld geben bei mehr Kartenzahlungen. Lesen Sie hier mehr darüber.

Finanzexperten halten dagegen: Bargeld ist weiterhin nötig

Andere Finanzexperten sehend diese Theorie allerdings kritisch – sie glauben im Gegenteil, dass Arme Bargeld weiterhin dringend bräuchten. Besonders in Entwicklungsländern sei dies der Fall:

"In Indien bleiben Millionen der neu eröffneten Konten nach der weitgehenden Bargeld-Abschaffung vom November 2016 inaktiv, weil die Banken Wege gefunden haben, kostenlose Transaktionen zu verhindern und den Armen Gebühren für die Nutzung abzuknöpfen. Selbst in den USA wird Bargeld weiterhin in über 60 Prozent der Fälle zur Begleichung von Rechnungen unter zehn Dollar (8,50 Euro, Anm. d. Red.) verwendet, wie die Zentralbank berichtet", schreibt das US-Wirtschaftsportal Bloomberg.

Nur noch mit Plastikgeld zahlen? Das sind die angeblichen Vorteile

Doch Cairns hält dagegen: Besonders die Menschen aus Afrika bräuchten ein Konto zum Bezahlen. Der Grund dafür: So sind sie nicht mehr auf Zwischenhändler angewiesen, um ihre landwirtschaftlichen Produkte zu verkaufen.

Diese würden teilweise horrende Gebühren verlangen. Und auch in den Städten sei es von Vorteil – schließlich würde der (internationale) Arbeitgeber oftmals den Lohn nur auf ein persönliches Girokonto überweisen.

"Viele Menschen glauben, dass Bargeld nichts kostet. Aber das ist eine Illusion. Bargeld kostet Volkswirtschaften etwa 1,5 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung, nur um es zu drucken, zu zählen und zu verteilen. Und wenn es nur ein Prozent wäre — das ist eine große Summe!"

Doch eine gedankliche Umstellung bei den Verbrauchern kann auch Cairn nicht so schnell herzaubern – so wurde im deutschen Einzelhandel auch im Jahr 2016 noch über die Hälfte des Umsatzes bar bezahlt.

Lesen Sie hier auch, ob der 500-Euro-Schein wirklich das Ende vom Bargeld ab 2018 einläutet.

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jp

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