Ab 1. April

Juhu, der Mindestlohn steigt! Doch es gibt einen gewaltigen Haken

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Ab 1. April steigt der Mindestlohn in Deutschland an - mit einem Haken.

Ab April steigt nun endlich der Mindestlohn für Arbeiter in Deutschland an. Doch es gibt ein gravierendes Problem bei dieser eigentlich positiven Sache.

Zeitarbeitskräfte dürfen sich schon bald freuen: Zum zweiten Quartal 2019 steigt ihr Branchen-Mindestlohn an. In mehreren Stufen soll der Mindestlohn für Leiharbeiter bis zum 1. Oktober 2019 auf 9,96 Euro pro Stunde im Westen bzw. 9,66 Euro im Osten angehoben werden. Darauf haben sich die DGB-Tarifgemeinschaft mit den Arbeitgeberverbänden in der Leiharbeit (iGZ und BAP) bereits im November 2016 geeinigt. 

Branchen-Mindestlohn für Zeitarbeitskräfte bleibt unter existenzsicherndem Niveau

Die Erhöhung betrifft rund eine Million Menschen, die derzeit als Zeitarbeitskräfte beschäftigt sind. Zuvor lag die brancheninterne Lohnuntergrenze bei 9,94 Euro (West) und 9,49 Euro (Ost). Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland beträgt seit 1. Januar 2019 nun 9,19 Euro pro Stunde.

Trotz der positiven Entwicklung hat die ganze Sachen einen entscheidenden Haken: Obwohl der neue Branchen-Mindestlohn für Zeitarbeitnehmer über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt, reicht er keineswegs aus, um eine Existenz zu sichern. Laut Armutsforschern wird ein existenzsicherndes Niveau erst dann erreicht, wenn der Lohn mindestens 60 Prozent des mittleren Einkommens eines Landes beträgt. Dafür müssten Arbeitnehmer etwa 12 Euro pro Stunde verdienen.

Video: Geld, Google und Gurken: Das ändert sich zum 1. April 2019

Lesen Sie auch: So hoch ist der Mindestlohn im Europa-Vergleich. 

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