Weichspüler verstopft Poren

Faustegeln und Co.: Anorak und Skihose richtig waschen

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Manche Waschmaschinen haben spezielle Programme für die Anforderungen von Outdoor- und Wintersportkleidung. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Jacke, Hose und Unterwäsche fürs Skifahren wäscht man selten. Aber wenn das mal ansteht - wie macht man das gleich noch? In den allermeisten Fällen im Schongang und bei niedrigen Temperaturen, dazu oft ohne Weichspüler.

Planegg/Frankfurt (dpa/tmn) - Nicht nur in Ski, Board und sonstiger Ausrüstung zum Wintersport steckt jede Menge Hightech. Auch in Anorak und Hose. Damit die Funktionen der speziellen Textilien erhalten bleiben, braucht es die richtige Pflege.

Eine Faustregel für Funktionskleidung für den Wintersport lautet: keinen Weichspüler verwenden. Denn der würde die Poren verstopfen, und die Textilien könnten dann ihren Dienst nicht mehr tun, erläutert der Deutsche Skiverband in Planegg (Bayern). Es gibt aber noch viele weitere Ratschläge für einzelne Stoffarten:

SOFTSHELLS: Membrantextilien wie Gore-Tex oder Sympatex werden als Softshells bezeichnet. Sie haben mindestens eine Membran, also eine dünne Trennschicht, die Flüssigkeiten und Gase voneinander trennt. Wenn die Maschinenwäsche erlaubt ist, sollten Reiß- und Klettverschlüsse verschlossen und die Stücke auf links gedreht werden, rät Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW). Die Wäsche ist dann bei 30 oder 40 Grad möglich - im Schonwaschgang, mit reduzierten Schleudertouren oder nur kurzem Anschleudern. Dazu kommt flüssiges Feinwaschmittel oder ein Produkt für Funktionskleidung. Ist der Stoff getrocknet, sollte die Imprägnierung erneuert werden. Dafür gibt es Mittel im Handel.

HARDSHELLS: Daraus sind etwa regen- und winddichte Jacken gefertigt. Eine Membran oder Beschichtung, wasserabweisende Reißverschlüsse sowie verklebte Nähte sorgen dafür, dass Wasser nicht eindringt. Zum Waschen eignen sich Feinwaschmittel oder auch Waschmittel für Sport- und Funktionskleidung. Auch sie müssen im Schonprogramm gereinigt werden, damit die mechanische Belastung durch das Schleudern oder das Reiben der Textilien aneinander gering ist. Manche Waschmaschinen haben Spezialprogramme für Outdoorkleidung. Wichtig ist auch hier die anschließende Imprägnierung.

POLYESTER, POLYPROPYLEN, POLYAMID: Funktionsunterwäsche gibt Schweiß an die darüberliegende Schicht ab, nimmt selbst jedoch wenig davon auf. Häufig besteht dieser Stoff aus den schnell trocknenden Chemiefasern Polyester, Polypropylen oder Polyamid. Sie lassen sich mit Vollwaschmittel bei 40 Grad reinigen. Darf laut Etikett keine Bleiche verwendet werden, muss man auf Buntwaschmittel und 60 Grad zurückgreifen. Bei noch niedrigeren Temperaturen sollte laut IKW im letzten Spülgang Hygienespüler zugegeben werden.

FLEECE: Das Material aus Kunst- oder Naturfasern lässt sich bei niedrigen Temperaturen von bis zu 30 Grad mit flüssigem Bunt- oder Feinwaschmittel reinigen. Weichspüler verhindert elektrostatische Aufladung der synthetischen Fasern.

DAUNEN: Daunenjacken sollten nur zu Hause gewaschen werden, wenn es möglich ist, sie in einen Trockner zu geben. "Das Trocknen an der frischen Luft dauert ziemlich lange, und es kann passieren, dass die Wäsche nach zwei Tagen unangenehm riecht. Dann muss man wieder von vorn anfangen", erklärt Meinrad Himmelsbach, Sachverständiger für Textilreinigung in Freiburg. Denn man darf die Teile nicht in die pralle Sonne legen, sonst werden die Daunen porös. Wer keine Alternative hat, dem rät Himmelsbach: die Stücke immer wieder aufschütteln, damit sich die Daunen verteilen und aufrichten.

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