Heute großer Faschingszug

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Waldkraiburg - Seit 1996 gibt es in Waldkraiburg den Faschingszug - heute ist es kaum noch wegzudenken, dass am Faschingssamtag in Waldkraiburg der Ausnahmezustand herrscht. **Faschings-Special**

Der Faschingszug beginnt heute um 13.30 Uhr. innsalzach24.de ist für Sie mit dabei und liefert so schnell wie möglich alle Eindrücke vom Waldkraiburger Faschingszug 2010!

Faschings-Special

Lesen Sie hier einen Bericht der Waldkraiburger Nachrichten über Inge Schnabl, bei Ihr laufen die Fäden am Faschingssamstag zusammen:

Schnabl: "Das ist mein Baby"

Waldkraiburg - Bei ihr laufen am Faschingssamstag alle Fäden zusammen: Inge Schnabl. Sie hat den Faschingszug 1996 auf die Beine gestellt. Seitdem ist er ein fester Bestandteil der närrischen Saison. Wieviel Arbeit und Engagement dahinter steckt, dass alles reibungslos läuft - hier ein kleiner Einblick.

Der Faschingsumzug war ihre Idee: Inge Schnabl. Im Bild sichtet sie mit Waldburgia-Präsident Alex Burian den Plan für das Faschingstreiben am Sartrouvilleplatz.

"Heuer mache ich das zum letzten Mal", sagt Luis Schnabl. "Ach was, das sagt er schon seit Jahren", winkt seine Frau Inge ab und lacht. Die beiden stehen in der Werkstatt in ihrem Keller. Die Familienreferentin wuselt durch die Gegend mit einem Stapel Listen in der Hand, hakt hier und da etwas ab. Er steht an der Werkbank und schweißt ein Gestell zusammen. Die Konstruktion kommt an den CSU-Faschingswagen.

Das Motto ist noch streng geheim. Helfende Hände beim Basteln zu finden, wird immer schwerer, daher muss Luis ran. Ab dem unsinnigen Donnerstag kann der Wagen in der Bus-Garage der Firma Seisenberger parken, um den Endschliff zu bekommen.

Die beiden Schnabls stecken mitten in den Vorbereitungen für den Faschingsumzug, der am Samstag um 13.30 Uhr am Festplatz beginnt. Die ganze Familie wird eingespannt. Die Organisation kostet Kraft und Nerven. Schon im Oktober fand das erste Treffen statt, um die Resonanz abzuklopfen, wer dabei sein will. Rund 30 Wägen und 20 Fußgruppen werden mit von der Partie sein.

Als Inge Schnabl 1996 den ersten Umzug ins Leben rief, fingen sie und ihre Stadtratskollegin Eva Köhr ohne die Faschingsgesellschaft an. Heute sitzt die Waldburgia mit im Boot, was laut Schnabl eine große Erleichterung sei. Die Zusammenarbeit mit den Präsidenten habe immer hervorragend geklappt.

Eva Köhr ist mittlerweile ausgestiegen als "Faschingsbürgermeisterin". Der Riesenkraftakt, den Umzug auf die Beine zu stellen, ist also nicht geringer geworden. Es müssen Genehmigungen eingeholt werden, die Aufstellungen für den Zug geplant und Versicherungen abgeschlossen werden - der bürokratische Aufwand ist ziemlich hoch. Der quirligen Stadträtin ist das egal, schließlich ist der Umzug "ihr Baby".

Luis Schnabl ist die Geheimwaffe hinter den Kulissen, der Mann für alle Fälle. In seinem Keller schweißt, bastelt und werkelt er für den CSU-Wagen.

Das Wichtigste ist die Sponsorensuche. "Ohne die und das Faschingsblattl hätten wir keine Chance", so Schnabl. 15000 Euro wird der Umzug kosten, allein für die Stromverteilung müsse man 6000 Euro rechnen. Die Leitungen verlegen die Stadtwerke, die Infrastruktur dafür ist am Sartrouvilleplatz gut. Große Unterstützung lassen Schirmherr und Bürgermeister Sigfried Klika, Stadtwerkechef Norbert Weigl und Stadtbauchef Hermann Karosser dem Vorhaben zuteil werden. Wenn es irgendwo "brenne", könne sie die drei auch mitten in der Nacht anrufen. Vor dem Startschuss richtet sie Kartons mit zwei Tonnen Guttis, Snickers, Mars, Gummibären und Popcorn - die die Spedition Lode vom Großmarkt in München herkarrt - zusammen und verteilt sie an alle teilnehmenden Gruppen.

Der Bau- und Betriebshof setzt am Volksfestplatz die Startnummern für die Wagen, damit es kein Chaos gibt, außerdem werden Verbotsschilder und Straßensperren aufgestellt. Die 3000 Bälle, die von den Wägen herab an die Kinder am Samstag verteilt werden, holte Inge Schnabls Sohn mit dem Feuerwehrauto in Freilassing und lagert sie in der alten Konen-Garage. Rund 2000 Bälle hat Alex Burian mit seinem Waldburgia-Team am Wochenende aufgepumpt.

Die Moderation übernimmt Dieter Hausberger, das No-Name-Team kümmert sich um die Beschallung. An der Spitze des Zuges fährt Rainer Zwislsperger das Polizeiauto, rund 25 Feuerwehrmänner regeln die Absperrungen und Umleitungen, zwei Rotkreuzwägen stehen für den Notfall bereit und Alex Burian hat die Einsatzleitung an diesem Tag.

Dummerweise lässt sich die Waldkraiburger Innenstadt nicht absperren. Das behindert den Faschingsplakettenverkauf, der ohnehin schleppend läuft, was Burian und Schnabl ärgert. "Die Plakette kostet einen Euro und die Leute drücken sich davor, sie zu kaufen", so Burian. Schnabl lobt die Teilnehmenden, die alle eine Plakette erwerben. Beim Guttis-Werfen wird versucht, vor allem die Leute zu bevorzugen, die das kleine rote Plastikschildchen tragen.

Vor dem Faschingssamstag geht die Familienreferentin immer in die Kirche - damit nichts passiert und keiner verletzt wird. Aus Sicherheitsgründen müsse auch immer eine Person auf jeder Seite des Faschingswagens gehen.

Nach dem Umzug fährt sofort die Kehrmaschine umher, der Sartrouvilleplatz ist am Sonntag sauber. Leute, die in die Kirche gehen, merken nichts mehr von dem Spuk.

Am Aschermittwoch werden die Kindergärten und Kitas besucht, die verkleidet mitmarschiert sind. Sie werden mit Bonbons und Bällen beschenkt, weil sie während des Umzuges nichts auffangen konnten.

Luis Schnabl macht drei Kreuzzeichen, wenn die Gaudi rum ist, wie er sagt. Ans Aufhören mag seine Frau noch nicht so recht denken, denn dieser Job hält sie fit und sie freue sich, wenn ihr Engagement Anerkennung finde. "Aber es gibt immer ein Danach", ist sie überzeugt. Also jemand, der ihre Arbeit fortführt.

Das will sich Burian überhaupt nicht vorstellen. "Ohne sie und ihre Kontakte geht es nicht", ist er überzeugt. Schwierig wird werden, einen Nachfolger zu finden, der den Organisationsmarathon mit seinem Arbeitsalltag in Einklang bringen kann. kla

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