Närrisches Feuerwerk begeisterte

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Bürgermeister wird geschminkt

Kolbermoor - Der Faschingsverein Mangfalltal läutete mit dem Elfer-Symposium das Finale der fünften Jahreszeit ein und viele Narren waren der Einladung in den Mareissaal gefolgt.

Das neue Konzept, die vielfältigen Beiträge überwiegend von Mitgliedern des Vereins kreieren zu lassen, erwies sich als Volltreffer, wie die lautstarken Beifallsbekundungen belegten. Der kurzweilige Abend sprühte vor Esprit, Witz und künstlerischem Engagement der Protagonisten.

Eskortiert von der Kindergarde des Faschingsvereins eröffnete das Kinderprinzenpaar, Prinzessin Laura I. und Prinz Alexander I., das Symposium symbolisch mit dem Prinzenwalzer. Mit ihrem Showtanz brachten die beiden erstmals den Saal auf Temperatur.

Faschingsendspurt in Kolbermoor

Die Jugendshowtanzgruppe glänzte mit fetzigen Rock'n'Roll-Nummern. Temperamentvoll führten die Hofmarschälle Simone Schenk und Michaela Wechselberger durch das Programm. Sie machten Platz für die "Drei Tenöre", die der Hit waren. In ihrer Mimik genial, füllten sie den Saal mit ihren voluminösen Stimmen und ihren Einlagen, bei denen sie nie den Boden unter den Füßen verloren, sie waren nahezu artistisch und riefen Beifallsstürme hervor.

Schon der Aufmarsch der Kolbermoorer Schäffler zu ihrem letzten Auftritt in dieser Saison geriet zu einer wahren Demonstration. Der eindrucksvolle Schäfflertanz, die Verabschiedung und der Auszug riefen Wehmut bei den Fans hervor, die nun sieben Jahre von diesen Erinnerungen zehren müssen.

Dr. med. Augusta war aus den Praxisräumen in den Mareissaal geeilt, um in der Bütt aus ihrem vielfältigen medizinischen Alltag zu berichten. Ob Schäferhundbiss oder "Stuhlprobleme", für alle Diagnosen hatte sie die adäquate Therapie, keinen Patienten ließ sie im Regen stehen, auch bei Fettabsaugung und Brustvergrößerung wusste sie närrischen Rat. Vor allem die namentlich natürlich nicht genannten Mitglieder des Elfer-Rates waren Objekt ihres närrischen Reports, kein Wehwehchen ihrer Patienten war tabu.

Begleitet durch die Prinzengarde marschierte anschließend das Prinzenpaar Amanda I. und Viktor I. ein. Sie zeigten beim Prinzenwalzer noch einmal ihre tänzerische Harmonie.

Nach einer Verschnaufpause nahm das närrische Festival wieder Fahrt auf, die "Boogie Sunshines Rosenheim" machten ihre Aufwartung - natürlich tänzerisch. Die Paare boten Showtanz vom Feinsten, bunt gemixt mit witzigen Einlagen. Sie erwiesen sich als Meister ihres Genres und kamen nicht um eine Zugabe herum.

Mit ihrem "Kabinettsgetratsche" zog dann die "Putzfrau des Bayerischen Landtags" in ihren Bann. Die gab bei ihrem Report so manche, nicht immer ernst gemeinten Interna der Politiker preis und zog mächtig vom Putzleder. Ob Ministerpräsident, Abgeordneter, Landrat, Bürgermeister, über alle wusste sie zu berichten und alle bekamen ihr Fett weg, sehr zum Spaß der Zuschauer.

Der Faschingsreigen wurde fortgesetzt mit der Showtanzgruppe des Vereins, die auf der Bühne ein Inferno inszenierte. Die Tänzer waren der Hit und bereiteten den Weg für das Prinzenpaar, das seinerseits nicht geizte und mit ihrem Showtanz ein fantastisches Ausrufezeichen unter diesen Abend setzte.

Peter und Paul, Gerüstbauer ihres Zeichens, und vor einer Bushaltestelle wartend, luden zu einem Einblick in ihr Familienleben ein. Einig waren sich die beiden Handwerker, zu Hause stets missgestimmte Frauensleute vorzufinden. Ob die eigene Gattin oder die Schwiegermutter, alle Rockträger bekamen eins eingeschenkt von den beiden armen und lädierten Ehemännern, die immer wieder von einer genervten besseren Hälfte zur Räson gerufen wurden - zur Freude des Publikums aber vergebens.

Nach einem letzten kurzen Verschnaufer heizte die Endorfer Faschingsgilde noch einmal richtig auf. Die Gäste, angereist mit komplettem Hofstaat, waren prächtig gekleidet und das Prinzenpaar Simone III. und Wasti I. zeigten ihr tänzerisches Können. Aber nicht nur die königlichen Tollitäten glänzten glamourös, sondern auch die "Hurricanes" präsentierten ihr nahezu artistisches Repertoire mit dem Showtanz "Das Wunderwerk Mensch".

"Hat Gott mit dir was Großes vor, schickt er dich nach Kolbermoor", so lautete das Credo von Kasperl Augustin, der daselbst das Kolbermoorer Stadtleben beleuchtete und schaute, "ob da alles noch normal ist". Aber schimpfen wollte er nicht und alle politischen Farben, ob schwarz, rot, grün oder gelb, empfand er als gleich schön, da farbenblind. Die Augen rieb er sich aber anno dazumal, als das Krankenhaus aus der Stadt verschwand, dafür aber jetzt ein prächtiges Rathaus entsteht, mit einem Bürgermeister, der auch "Schäfflermeister" ist und nur alle sieben Jahre frei bekommt. Zu berichten wusste der Kasperl weiter von einer verhinderten Baumfällaktion und auf einer halben schmiedeeisernen Brücke inmitten der Stadt stehend, wagte er sich auf eine witzige Forschungsreise in den Kreis, wo er "Kolbermoor als schönste Stadt" ausmachte. Mit viel Applaus bedacht, schlich er sich aus dem Saal, machte Platz für die Endorfer Faschingsgilde, die mit ihrer "Rocky Horror Picture Show" ein Highlight setzte und das Publikum zu stehenden Ovationen hinriss.

Initiiert vom Elfer-Rat glänzten Moderator "Ingolf Lück" und seine witzigen Protagonisten mit ihrer Version der "Wochenschau". Interviews mit hochgestellten Persönlichkeiten wechselten sich ab mit peinlichem Smalltalk auf dem Popsofa. Das Publikum war aus dem Häuschen, jeder Sketch wurde bejubelt. Mit dem großen Finale aller Teilnehmer endete dann nach fünfstündigem närrischen Feuerwerk dieses Symposium, auf dessen Fortsetzung im nächsten Jahr man sich freuen darf.

hko/Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

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