Faschingszug: Wird's wieder ein Finanz-GAU?

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Schwingen derzeit fleißig Hammer und Säge: Die Edelweißtrachtler tun beim Gaudiwurm ihre Meinung zu den Banken kund.

Mühldorf - Eigentlich könnte der Mühldorfer Faschingszug die Kassen der Inntalia füllen. Tut er aber nicht. Im Gegenteil.

Weil sich aber die meisten Besucher weigern, ein Festzeichen zu kaufen, droht der Mühldorfer Faschingsgesellschaft jahrein, jahraus ein finanzielles Desaster.

Eine mittlere vierstellige Summe hat die Inntalia im vergangenen Jahr draufgezahlt. Der Regen kurz vor Beginn des Faschingszugs hielt viele Besucher ab. Und diejenigen, die da waren, zahlten nicht. Zumindest die meisten. 15000 oder 16000 Besucher kommen laut Inntaliapräsident Peter Mück an guten Faschingssonntagen auf den Stadtplatz, aber nur jeder Fünfte kauft ein Festzeichen

Mück, der vor vielen Jahren selbst als Zeichenverkäufer angefangen hat, kennt die Ausreden der Besucher, die mit Pappnase im Gesicht die Großmutter besuchen oder zum Stadtbummel gehen - pünktlich zum Beginn des Faschingszugs. "Die stehen wahrscheinlich die ganze Zeit mit dem Rücken zum Stadtplatz rum und schauen nicht", mutmaßt Mück. 

So war das Gardefestival in Mühldorf:

Gardefestival Mühldorf

Dabei kostet der Faschingszug viel Geld, denn Guadl müssen bezahlt werden oder Genehmigungen. "Bei uns gibt es nicht die 08/15-Plombenzieher", betont Mück, "von den Wagen werden gute Guadl und sogar Schokolade geworfen. Wo gibt es das schon?" Zwischen 4000 und 5000 Euro kostet der Faschingszug, Einnahmen gibt es durch den Zeichenverkauf, Standgebühren beim Faschingsmarkt und einen Zuschuss der Stadt.

Dank des Mühldorfer Kinos, das als Sponsor über 1500 Euro zur Verfügung gestellt hat, profitieren alle, die ein Festzeichen kaufen: Denn das dient als Gutschein bei einem Kinobesuch. Dazu fliegen Kinogutscheine von den Festwagen, für Mück machen Besucher also ein gutes Geschäft: "Wer für zwei Euro ein Zeichen kauft, bekommt 2,50 Euro Gutscheine."

Und nicht nur das: 44 Zugnummern werden die Besucher sehen, darunter erstmals der TSV Mühldorf oder die Ministranten aus St. Pius. Aber auch die Stars aus Kastl mit ihrem überaus aufwändigen und großen Wagen sind dabei. Die Themen: Schweinegrippe und die Wirtschaftskrise, "Bauer sucht Frau" oder "Engel und Bengel". Vor und nach dem Zug beim Faschingsmarkt spielt die Band Groove Garage, auch das ist im Eintrittspreis enhalten, so er denn gezahlt wird. "Alles für nur zwei Euro", sagt Mück, der zwei Wünsche für den Faschingssonntag hat: gutes Wetter und "viele Leute, die Zeichen kaufen".

Der Faschingszug zieht am kommenden Faschingssonntag ab 13.30 Uhr über den Stadtplatz. hon

Gardefestival Mühldorf

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