Heimelige Stimmung am Dorfplatz

Surheimer Adventmarkt: Geheimtipp spricht sich rum

Saaldorf-Surheim - "Du, do muaßt unbedingt hi geh." Der Adventmarkt auf dem Surheimer Dorfplatz hat sich zu einem echten Geheimtipp entwickelt. Auch bei seiner siebten Auflage war er mehr als gut besucht.

"Psst, Geheimtipp, nicht weitersagen …" Aber wie es halt Geheimtipps so an sich haben, entwickeln sie eine Eigendynamik:„Du, do muaßt unbedingt hi geh.“ Beim Surheimer Adventsmarkt scheint dieses Prinzip "Geheimtipp" zu greifen, wurde es doch in der siebten Auflage hin und wieder fast zu eng am Dorfplatz. 

Mitorganisator Albert Gaugler hat da seine eigene Maßeinheit für den Besucherandrang: "Heuer is‘ Essn nu früher ausganga wia letzt’s Jahr". Geheimtipp hin oder her, der Surheimer Markt am Freitag vor dem 1. Advent ist schon was Besonderes, bringt er doch anscheinend auch diejenigen auf die Beine, die mit dem inflationären Vorweihnachtsangebot sonst eher nichts am Hut haben. An was liegt’s? 

Da ist einmal der Marktplatz selbst: Die 14 zum Pavillon hin offenen Verkaufshütten, der prachtvolle Christbaum im Zentrum, Stehtische, später ein knisterndes Feuer, das alles vermittelt eine heimelige und fast familiäre Atmosphäre. 

Apropos "familiär": Die "Standler" kennen sich untereinander ja auch schon recht gut und stimmen ihre Angebote so ab, dass für jeden was dabei ist. Beim Rundgang entdeckt man viele liebevoll angefertigte Bastel-, Strick- oder Wachsarbeiten. Nicht nur ein Gaumen- sondern auch ein Augengenuss die bunte Vielfalt an Marmeladen, Likören und anderen Köstlichkeiten "Made in Surheim". 

Großer Andrang herrscht am Nachmittag bei der Frauengemeinschaft, gibt es doch dort nicht nur Adventskränze und Gestecke in vielen Formen und Farben, sondern im Zelt auch Kaffee und Kuchen, aus eigener Produktion versteht sich. Klar, dass auch an den anderen Ständen bestens vorgesorgt ist, damit hier keiner verhungern oder gar verdursten muss. Gute Idee: Kinder nageln sich aus vorbereiteten Astabschnitten, Holzscheiben und Rinden ihr eigenes Auto oder eine Lokomotive zusammen. 

Um Punkt 15 Uhr eröffnet Bürgermeister Bernhard Kern den Markt. "Im Namen der Gemeinde danke ich der Dorfgemeinschaft und den Vereinen für die Arbeit und fürs Mittun." Sein besonderer Dank gilt den rührigen Organisatoren Resi Heinz und Albert Gaugler. Anerkennend erwähnt der Bürgermeister, dass auch diesmal wieder die Hälfte der Einnahmen in einen Solidarfond fließen und so bedürftigen Personen in der Gemeinde zugutekommen. Pfarrer Roman Majchar spricht Worte der Besinnung und Andacht, um dann die liebevoll von der Frauengemeinschaft hergerichteten Adventskränze und Gestecke zu segnen. 

Auf der Bühne haben sich derweil die Kleinen vom Kindergarten St. Stephan versammelt. Mit einem Singspiel und der unverwüstlichen "Weihnachtsbäckerei" erfreuen sie ihre dichtgedrängte "Fangemeinschaft" vor dem Pavillon. Auch die Kind-Kollegen von der "Waldmaus" holen sich mit ihrer Aufführung den verdienten Beifall ab. Heuer wieder dabei die Grundschule mit einer Tenorhorngruppe, einem Weihnachtslied der 4.Klasse und dem Schulchor. Die Pavillonbühne als Zentrum und Fixpunkt übrigens auch ein Geheimnis des "Geheimtipps" : Bis spät in den Abend hinein ist dort immer was los, ob es die Jagdhornbläser sind oder die Surheimer Musikkapelle in verschiedenen Formationen. 

Ja, spät wird der Abend auch diesmal wieder. D‘ Leut ruckn zsamm. Man kommt sich näher und stellt fest, dass diesmal doch schon mancher Auswärtige zum Geheimtipp hergefunden hat. Die häufigste Frage mit fortschreitendem Abend: "Wo gibt’s noch was zum Essn?" "Aus, na wenigstens is no a Glühwein oder a Feuerzangenbowle do." Nach und nach wird es dunkel in den Buden – weil ausverkauft. Auch das macht den Charme des Surheimer Adventsmarkt aus: "Wir richt’n was her und wenns aus is, dann is aus. Aber bitte nicht weitersagen, denn es ist ja ein Geheimtipp!"

Norbert Höhn

Quelle: BGland24.de

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