Heimatfilmfestival in vier Landkreisen

„Neuer Heimatfilm unterwegs“ – Unkonventionelle Film-Perspektiven mit abwechslungsreichen Gästen

Landkreise - Das Filmfestival „Biennale Bavaria International“ soll im April 2021 starten. Einen Vorgeschmack darauf gibt es schon am kommenden Wochenende in Altötting, Burghausen, Haag i. OB, Mühldorf a. Inn und außerdem mit interessanten Gästen in Trostberg und Wasserburg. Das Kurzprogramm wird unter dem Motto „Neuer Heimatfilm unterwegs" vorgestellt.

Die Meldung im Wortlaut


Heimat ist in aller Munde – in der öffentlichen Debatte, in Politik, Medien, Kunst und Kultur. Im April 2021 kommt mit der Biennale Bavaria International endlich ein Filmfestival hinzu, das sich gleich an sechs Standorten in vier Landkreisen dieses Begriffs annimmt. 

Schon am kommenden Wochenende werden Vision und Programmatik des Festivals mit einem besonderen Kurzprogramm unter dem Motto „NEUER HEIMATFILM UNTERWEGS“ vorgestellt. Die sechs oberbayerischen Kommunen Altötting, Burghausen, Haag i. OB, Mühldorf a. Inn, Trostberg und Wasserburg am Inn präsentieren sich damit erstmals gemeinsam mit einer besonderen Veranstaltungsreihe – mit Filmen im und abseits des Mainstreams und einem interdisziplinären Rahmenprogramm.


Der Film „Corpus Christi“ wird im Kino Utopia in Wasserburg gezeigt.

Kuratiert werden Vorspiel und Festival von dem international tätigen Filmwissenschaftler und Festivalexperten Joachim Kurz. Pfarrer Rainer Maria Schießler ist in Wasserburg zu Gast, Regisseur Albert Meisl und Rapperin Dacid Go8lin besuchen das Stadtkino in Trostberg.

Neuer Heimatfilm unterwegs - das Filmprogramm im Überblick

Freitag 25. September:
„Landrauschen“ Spielfilm von Lisa Miller, 2018 - 18 Uhr, Hollywood am Inn, Mühldorf, FSK 12, Einlass mit Musik der Unterbiberger Hofmusik im Kino ab 17 Uhr

Samstag 26. September:
„Zu weit weg“ Kinder- und Jugendfilm von Sarah Winkenstette, 2019 - 10 Uhr Vorstellung ausverkauft, Zusatzvorstellung um 12.30 Uhr, Jugendzentrum, Haag; Torwandschießen und Pizzafeuerwehr ab 11.30 Uhr

„Ein verborgenes Leben“ Drama von Terrence Malick, 2019 - 14 Uhr Podiumsdiskussion und 15 Uhr Filmbeginn, Ankersaal Burghausen, FSK 12 – ausverkauft, Zusatzvorstellungen am Samstag, 26. September um 16 Uhr im Quadroscope (Vorverkauf im Kino), am Montag, 28. September um 20 Uhr im Ankersaal (nur Abendkasse) und Dienstag, 29. September um 20 Uhr im Quadroscope (Vorverkauf im Kino).

„Die Szabo-&-Fitzthum-Trilogie“ Kurzfilme von Albert Meisl, 2017-2019 –20 Uhr, Stadtkino, Trostberg; Empfang mit Imbiss am Kino ab 19 Uhr 

Sonntag 27. September:
„Corpus Christi“ Spielfilm von Jan Komasa, 2019 – 11.30 Uhr, Kino Utopia, Wasserburg, FSK 16, Empfang zum Frühschoppengespräch im Café Central ab 10 Uhr

„Für Sama“, Dokumentation von Waad Al-Kateab und Edward Watts –15 Uhr, KULTUR+KONGRESS FORUM; Altötting, FSK 16; Ab 14 Uhr Empfang der Stadt mit Imbiss

Weitere Informationen unter www.biennale-bavaria.de.

Vorverkauf: Tickets in der Inn-Salzach-Ticket-Zentrale in Mühldorf, im Internet unter www.inn-salzach-ticket.de sowie telefonisch unter der neuen Ticket-Hotline +49 8631 986111. Der Eintritt beträgt regulär 8,50 Euro, der ermäßigte Preis liegt bei 6,50 Euro. Beim Kauf eines Kinotickets ist der Eintritt zu Diskussionsveranstaltungen frei.

Das Programm von Trostberg im Detail - Meisl, Gerstdorfer und FEMME DMC zu Gast

Der Regisseur Albert Meisl kommt ursprünglich aus Garching a.d. Alz und lebt jetzt in Wien.

Die in Wien lebenden Filmemacher Albert Meisl und Mark Gerstorfer kommen am 26. September in ihre Heimat zurück. Albert Meisl, gebürtig in Garching a.d. Alz und Mark Gerstorfer, der in Burghausen aufgewachsen ist, folgten der Einladung von „Neuer Heimatfilm unterwegs“ zu einem Gespräch im Trostberger Stadtkino.

Gezeigt wird die „Szabo-&-Fitzthum-Trilogie“ (A 2017-2019) von Albert Meisl – Überraschungserfolg auf vielen Filmfesten der letzten Jahre. In den Filmen treffen die beiden Musikwissenschaftler Szabo (der seit zehn Jahren erfolglos an seiner Promotion arbeitet) und Fitzthum aufeinander – meist in Szabos verwahrloster Wohnung zwischen Schallplatten, Büchern und Müll. Weil Fitzthum Szabos Nachfolger als Assistent an der Uni ist, herrscht zwischen den beiden ein angespanntes Verhältnis – und doch müssen sie sich immer wieder zusammenraufen.

Filmfoto „Der Sieg der Barmherzigkeit“ aus der „Szabo-&-Fitzthum-Trilogie“ .

Die Kurzfilm-Trilogie zeigt das in „Die Last der Erinnerung“, „Der Sieg der Barmherzigkeit“ und „Die Schwingen des Geistes“ auf haarsträubend komische Weise und wirft einen liebevollen und humorvollen Blick auf ein Wien der Altbauwohnungen und Second Hand-Shops.

Komisch und gleichzeitig tiefgründig wird es im anschließenden Publikumsgespräch mit Albert Meisl, das Mark Gerstorfer moderieren wird. Über die ursprüngliche Heimat Oberbayern und die Wahlheimat Wien, über die geistige Heimat des Szabo (der schrullige Musikwissenschaftler Szabo wird von Meisl selbst gespielt) werden die beiden mit den Gästen sprechen, aber auch über die Entstehung und die Eigenheiten der preisgekrönten Filme.

Filmemacher Mark Gerstorfer wird das Publikumsgespräch mit Albert Meisl moderieren.

Nach einer kurzen Pause gibt es bei „Neuer Heimatfilm unterwegs“ im Stadtkino die Möglichkeit, sich einem anderen Genre und einem Heimatbegriff der anderen Art zu widmen. Auch aus Wien zu Gast ist Dacid Go8lin von FEMME DMC, einem rein weiblichen Hip-Hop-Kollektiv und einer Plattform für migrantische Frauen (aber auch Inter- und Transmenschen).

Dafina Sulejmani ist Wahl-Wienerin, Rapperin, Produzentin, DJ, bildende Künstlerin, Video-Artist und Gründerin von Femme DMC. Sie ist mutig und provokant. Gezeigt werden die kürzlich veröffentlichten Musikvideos von Dacid Go8lin, die Mark Gerstorfers Regie folgen. Die kunstvollen Videos sind auch eine Aufforderung, sich mit der eigenen Identität zu beschäftigen: „Wir haben keine andere Wahl, als laut zu sein“, sagt die kosovarische Rapperin, die Grenzen aufbrechen möchte.

Performance und Gespräch zwischen den Videos überzeugen davon, wie unfassbar wichtig Initiativen wie FEMME DMC für die Entwicklung von HipHop sind und dass es auch heute Rebellinnen mit gesellschaftlicher Relevanz gibt. Das Stadtkino Trostberg öffnet an diesem Abend einen weiteren Kinosaal, damit Zusatztickets angeboten werden können.

Dacid Go8lin ist nicht nur Rapperin, sondern auch die Gründerin von FEMME DMC.

Das Programm in Wasserburg im Detail - Pfarrer Rainer Maria Schießler zu Gast

Was ist Heimat und welche Rolle spielt heutzutage noch Glaube, Religion und Kirche, wenn es um Heimatgefühle geht? Im Rahmen von „Neuer Heimatfilm unterwegs“ zeigt das Kino Utopia als eines von sechs Kinos in den Städten Altötting, Burghausen, Haag i. OB, Mühldorf a. Inn, Trostberg und Wasserburg am Inn einen besonderen Film, der das Thema „Heimat“ aus einer ungewöhnlichen Perspektive aufgreift.

„Corpus Christi“ erzählt nach einer wahren Begebenheit die Geschichte des 20-jährigen Daniel (Bartosz Bielenia), der in der Jugendstrafanstalt eine spirituelle Wandlung durch macht. Danach will er Priester werden, doch wegen seiner Strafakte ist das nicht mehr möglich. Als er für einen Job als Zimmermann in eine Kleinstadt geschickt wird, verkleidet er sich als Pfarrer.

Die Einwohner der Gemeinde, die nach einem traumatischen Ereignis unter Schock stehen, fühlen sich durch die unkonventionellen Predigten und gleichzeitige Kompromisslosigkeit des jungen Pater Tomasz, wie er sich nennt, berührt und sehen eine Chance, endlich die Tragödie hinter sich zu lassen. Der Film des polnischen Regisseurs Jan Komasa hat international unzählige Preise gewonnen, war Sieger in 11 von 15 Kategorien beim Polnischen Filmpreis 2020 und war als bester nicht-englischsprachiger Film für den Oscar 2020 nominiert.

Pfarrer Rainer Maria Schießler überzeugt oft mit seinen unkonventionellen Aktionen und ist am 27. September zu Besuch in Wasserburg.

Mit den Fragen, wie Kirche heutzutage die Menschen erreichen und berühren kann, und wie spirituelle Heimat heutzutage aussieht, beschäftigt sich auch Pfarrer Rainer Maria Schießler. Der Münchner Seelsorger ist bekannt dafür, mit unkonventionellen Aktionen wie Motorradfahrermessen, als Kellner auf dem Oktoberfest und seinem eigenen Podcast „Schießlers Woche – hier spricht der Pfarrer“ die Menschen nicht nur in der Kirche abzuholen.

Er trifft sich am Sonntag, 27. September ab 10 Uhr zum Frühschoppengespräch mit Bürgermeister Michael Kölbl, sowie Günther Knoblauch, Vereinsvorsitzender und Joachim Kurz, Kurator von „Neuer Heimatfilm unterwegs“ im Café Central.

Pressemitteilung Biennale Bavaria International - Festival des Neuen Heimatfilms

Rubriklistenbild: © Arsenal Filmverleih

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