Verkaufs-Boom durch Dioxin-Skandal

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Obermoosham - Die heimischen Geflügelbetriebe in der Innsalzach-Region sind vom Dioxin-Skandal nicht betroffen. Im Gegenteil: Sie profitieren davon. innsalzach24.de hat einen Hof in Obermoosham besucht.

"Zur Zeit gibt es bei uns einen regelrechten Boom", berichtet Michaela Obermeier-Lohner vom Geflügelhof Obermeier Frischeier in Obermoosham. Wie das Veterinäramt Mühldorf bestätigt, ist die Region nicht Dioxin gefährdet, die Bürger müssten sich keine Sorgen machen. Trotzdem scheinen Verbraucher derzeit besonders auf die Qualität ihrer Eier zu achten.

Insgesamt 18.000 Hühner legen im Stammbetrieb in Penning und auf der Freilandfarm in Obermoosham ihre Eier. Seit 1992 bekommen sie nur kontrolliertes Futter aus eigenem Anbau, wie Obermeier-Lohner mitteilt. "Schon damals gab es erste Skandale, daher haben wir uns entschieden, das Futter selbst anzubauen." 40 Prozent Mais, 20 Prozent Getreide, 20 Prozent Sojabohnen und 20 Prozent Öl - auf diese Formel schwört die Fachfrau. Zusätzlich werde das Futter laut Kat-Verordnung (Verein für kontrollierte alternative Tierhaltung) ein bis zwei Mal im Jahr auf Dioxin untersucht.

"Dass es überhaupt zum Dioxin-Skandal kommen konnte, liegt meiner Meinung nach daran, dass der Verbraucher billig Eier kaufen will", so Obermeier-Lohner. Rechne man den derzeitigen Ladenpreis von 1,29 Euro für eine Packung Eier zurück, so würden dem Bauern nur fünf Cent für die Fütterrung seiner Tiere bleiben. "Dass er dann nur noch billiges Futter mit unklarer Herkunft kaufen kann, ist klar." Der Verbaucher soll darum nachdenken, wenn er Eier kauft, rät die Spezialistin. "Es muss ja nicht immer das Teuerste sein, aber ein gesunder Mittelweg würde sowohl dem Bauern als auch dem Verbraucher nützen."

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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