Haare föhnen mit dem Staubsauger

Mühldorf - Alexander Schneller zeigt in seinem Staubsaugermuseum verschiedenste Modelle der "Saubermacher". Sein ältestes Exemplar stammt aus dem Jahr 1920.

Seltsam sieht es aus, das zweite Staubsauger-Modell der Firma Elektro-Lux aus dem Jahr 1920. Eine lange Stange und ein Zylinder bilden den Saubermacher mit einer Leistung von 80 bis 100 Watt. Es ist das älteste Ausstellungsstück, das Alexander Schneller in seinem Staubsaugermuseum in Mühldorf präsentiert. "Was ist an alten Staubsaugern so interessant?", mag sich manch einer jetzt fragen. Die alten Exemplare halten aber einige Überraschungen bereit.

So zum Beispiel der VK 115 von Vorwerk aus dem Jahr 1965. Mit wenigen Handgriffen lässt sich dieser Staubsauger zu einer Warmluftdusche oder Trockenhaube umbauen. Auch als Farbsprühpistole oder Verdunster lässt er sich benutzen. "Man konnte auch Mottenpulver einfüllen und ihn so gegen Motten im Schrank einsetzen", erklärt Schneller. Ein ähnlicher "Allrounder" ist der Piccolo der Firma Elektro-As. Er fand unter anderem als Entsafter, Holzkreissäge, Bohrmaschine und natürlich Staubsauger Verwendung.

Nicht aus Leidenschaft, eher zufällig hat Schneller seine Modelle zusammengetragen. Seinen ersten alten Staubsauger hat der Töginger über Ebay ersteigert: einen roten Miele, Modell A, Baujahr 1952. "Ich habe ihn restauriert und wurde oft darauf angesprochen." Seitdem hat der 38-Jährige immer mehr Staubsauger ersteigert. Während Antiquitäten aber eigentlich sehr teuer sind, gilt bei den Saubermachern das Gegenteil: Je älter, umso billiger. "Keiner will die alten Dinger haben", lacht Schneller. Er hingegen ist stolz, seine Sammlung präsentieren zu können. In seinem Laden in der Sedanstraße steht die Vampyrette von AEG neben dem Quellomat von Quelle. Zwei "rollende Zigarren" von Progress sind dem Miele Präsident gegenüber. Das Museum ist täglich von 9.30 bis um 18 Uhr und Samstags bis um 14 Uhr geöffnet.

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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