"Die Sonne schickt uns keine Rechnung!"

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Niederbergkirchen - Etwa 170 Haushalte in Niederbergkirchen haben derzeit eine Solaranlage auf ihren Dächern. In der "Solarbundesliga" im Internet belegt die Gemeinde sogar den 6. Platz aus ganz Deutschland.

Es scheint ein regelrechter Boom zu sein in Niederbergkirchen: Solarenergie. Etwa 170 Haushalte in der Gemeinde haben derzeit eine Anlage auf ihren Dächern installiert. Im deutschlandweiten Ranking auf www.solarbundesliga.de liegt Niederbergkirchen mit Platz sechs auch sehr weit vorne. Mit eingerechnet sind sowohl Solarthermie als auch Photovoltaik. Warum ist die Solarenergie bei den Niederbergkirchenern so beliebt?

"Es ist umweltfreundlich und lukrativ", meint Hans Holz, Mühldorfer Landkreisbeauftragter für Solarenergie und Sprecher des Arbeitskreises Photovoltaik. Die Einspeisevergütung für ein Kilowatt Strom würde derzeit bei 28,74 Cent liegen, das heißt die Haushalte, die eine Anlage installiert haben, können den produzierten Strom für diesen Betrag weiterverkaufen.

2002 sei der Preis aber noch bei 48,10 Cent gelegen. Im Dezember dieses Jahres hat in Niederbergkirchen auch alles angefangen. Auf der Sporthalle wurde 2002 die erste Anlage montiert, ein so genanntes Bürgersammelkraftwerk, an dem sich 30 Gesellschafter beteiligt haben.

2003 wurde Niederbergkirchen bereits Deutscher Meister in der Solarbundesliga. Von allen gemeldeten Gemeinden der Kategorie 1000 bis 5000 Einwohner in Deutschland gab es hier die meisten Solaranlagen pro Einwohner. 2007 erklärte sich ein Landwirt im Norden der Gemeinde bereit, die Dächer zwei großer Ställe auf seinem Anwesen zu vermieten. Im Dezember 2007 wurden dort die ersten beiden von sieben Anlagen in Betrieb genommen. Es folgten zwei im Sommer 2008, eine im Dezember 2008 und weitere zwei im Dezember 2009. Die sieben Anlagen haben im Jahr 2010 zusammen 200.000 Kilowatt Strom erzeugt.

"Wir produzieren in Niederbergkirchen mittlerweile genauso viel Strom, wie die Gemeinde verbraucht", meint Holz. Er glaubt, dass auch in Zukunft immer mehr Bürger die Solarenergie nutzen werden. Stark im Kommen sei dabei neben der Einspeisevergütung auch die Eigennutzung. "Die Sonne schickt uns keine Rechnung", lacht der Fachmann. Das hat wohl auch den ein oder anderen Niederbergkirchener dazu bewogen, sich eine Anlage auf dem Dach zu montieren.

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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