Seifenmachen will gelernt sein

Mühldorf - Fett und Lauge sind "Grundzutaten" jeder Seife. Um Kaffee- oder Birnenseife herzustellen, braucht man aber ein bisschen mehr. Seifensiederin Heidi Kamhuber hat über 40 Rezepte gesammelt.

Probieren geht über studieren! Dieser Leitsatz gilt auch für das Seifensieden, weiß Mühldorferin Heidi Kamhuber. Die 42-Jährige betreibt das Handwerk schon seit sechs Jahren, vor anderthalb Jahren hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht und mittlerweile über 40 Seifenrezepte gesammelt. Die Grundbestandteile der kleinen "Reinemacher" sind Fett und Lauge, das gewisse Etwas erhalten sie aber durch die duftenden ätherischen Öle, die verschiedenen Fettsorten und die flüssigen Öle. Je nachdem in welchem Verhältnis die "Zutaten" gemischt werden, schäumt und riecht die Seife.

Für ihre Sanddornseife mischt Kamhuber Kokos- und Palmfett, Bienenwachs, Oliven- und Rapsöl und natürlich Sanddornfruchtfleischöl. Die liebste ist der Mühldorferin aber eine "ganz einfache und klassische Sorte": eine Olivenseife.

So wird Seife gemacht

Die Kreationen der Seifensiederin müssen nach ihrer Fertigstellung sechs Wochen lang reifen, dann sind sie "verkaufsfertig". Die lange Reifezeit ist aber nur beim "Kaltverfahren" nötig, bei dem man die Lauge und das Fettgemisch vor dem Verrühren abkühlen lässt. Weil die Inhaltsstoffe dabei besser zur Geltung kommen, bevorzugt Kamhuber diese Methode gegenüber dem "Heißverfahren", bei dem die Seife nur circa fünf Tage reifen muss.

Das Arbeiten mit den verschiedenen Düften und immer wieder neue Kreationen auszuprobieren, bereitet der Seifensiederin Freude. Vorsicht ist allerdings beim Herstellen der Lauge geboten, für die man Ätznatron mit Wasser mischen muss. Doch das ist der Seifensiederin trotz Routine immer bewusst. Neben ihrer Seife stellt sie mittlerweile auch Badepralinen und Massageöle her. "Es macht süchtig", gibt die Mühldorferin zu. "Man will immer neue Kreationen entwickeln." Man darf also gespannt sein, was Kamhuber noch alles in ihrer Seifenküche austüfteln wird.

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Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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