"Du bist nach wie vor unser Bua!"

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Waldkraiburg/München - Kay Rainer hat das geschafft, wovon viele andere träumen: Erfolgreich hat er sein eigenes Label aufgebaut und sich als Modedesigner einen Namen gemacht. Seine Wurzeln hat er aber nie vergessen.

Der Hut ist sein Markenzeichen und ohne einen Schal um den Hals wird man Kay Rainer selten sehen. In weißen, schwarzen oder grauen Farben fühlt sich der Modedesigner selbst am wohlsten. Gern darf es auch mal eine Jeans oder Jerseyhose in Kombination mit einem Sakko sein. Sein Stil ist klassisch und das setzt Kay Rainer auch in seinen Kreationen um.

"Meine Kollektionen sind klassisch, aber raffiniert, mit kleinen Details und künstlerisch angehaucht", beschreibt der Waldkraiburger seine Mode. Auch bei den Farben hält sich der Designer zurück und peppt siene Outfits lieber mit bunten Accessoires auf. Außerdem ist ihm Freizügigkeit zuwider. "Ich will lieber die Fantasie anregen und die weiblichen Formen umschmeicheln, als dass der Busen fast aus einem Outfit fällt."

Obwohl der Waldkraiburger schon immer den Wunsch hatte, Modedesigner zu werden, ging er zunächst einen anderen Weg. Nach dem Abitur absolvierte er eine Lehre als Bankkaufmann bei der Sparkasse in Waldkraiburg. "Meine Eltern wollten natürlich, dass ich etwas bodenständiges lerne, außerdem bin ich selbst davon überzeugt, dass eine kaufmännische Ausbildung auch einem Designer nicht schaden kann", erklärt Kay Rainer. Mit 21 ging er nach München und studierte nach seinem Zivildienst Modedesign an der "Esmod", einer internationalen Designerschule. Drei Jahre später war er "diplomierter Stilist und Modelist". Nach Praktika in München und Los Angeles stieg Kay Rainer als Produktionsmanager bei der Firma "Artis" in München ein.

Durch harte Arbeit ans Ziel

Dass er heute sein eigenes Label hat, verdankt der Designer nicht glücklichen Umständen, sondern der harten Arbeit, die er in seine Karriere investiert hat. Neben seinem Job als Produktionsmanager verbrachte der Waldkraiburger seine Freizeit mit dem Etablieren des Labels "Kay Rainer". Seinen "Durchbruch" feierte er schließlich 2009, als er die Brautjungernkleider für die Hochzeit von Boris und Lilly Becker anfertigen durfte. "Seitdem ging es richtig los für mich", berichtet Kay Rainer. Heute zählen zum Beispiel die Schauspielerinnnen Katarina Jacob, Anna Fischer und Beate Pfeiffer zu seinen Kundinnen.

Natürlich ist der Designer stolz, wenn Schauspielerinnen seine Krationen auf dem Roten Teppich tragen und präsentieren, von all seinen Stücken ist er aber auf eines ganz besonders stolz: ein Abendkleid, das er speziell für seine Mutter entworfen hat. "Sie hat es auf dem Waldkraiburger Stadtball getragen", erinnert sich der Designer, "es war schwarz mit leichter Schleppe und am Rücken ausgeschnitten." Promt fällt Kay Rainer auch eine Anekdote zu diesem Abend ein: Eine Dame auf dem Ball habe gesagt, das Kleid sei wunderschön, worauf die Mutter des Waldkraiburgers geantwortet hat, es sei von ihrem Sohn. "Das ist aber toll, dass Ihr Sohn mit Ihnen zum Einkaufen geht." - so die Antwort der Frau.

Trotz seines Erfolgs ist der sympathische Waldkraiburger auf dem Boden geblieben. "Du bist nach wie vor unser Bua", sagt seine Mutter. Die Eltern und viele liebe Freunde lassen ihn mindestens einmal wöchentlich von München in seinen Heimatlandkreis Mühldorf zurückkommen. "Hier fühle ich mich wohl, meine Lieben sind mir sehr wichtig", betont Kay Rainer. Für die Geburtstagsfeier eines Freundes habe er sogar schon eine wichtige Abendveranstaltung in München abgesagt. Sein gefestigtes privates Umfeld ist es auch, dass ihn besser mit den Schattenseiten seines Berufs zurechtkommen lässt. "Es ist ein Haifischbecken, in dem ich mich jetzt bewege. Konkurrenz und Gerüchte gehören dazu." Vor der Zukunft hat der Designer aber keine Angst. "Mein Kopf platzt vor Ideen, ich habe noch sehr viel vor", lacht er.

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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