Ärger um gelbe Tonnen

Töging - Sechs Jahre lang durfte Matthias Grotemeyer eine gelbe Tonne statt des gelben Sacks benutzen. Im kommenden Jahr ist Schluss damit, denn die gelben Tonnen sind dann offiziell verboten.

50 Euro hat Matthias Grotemeyer vor sechs Jahren für seine gelbe Tonne bezahlt. Geld, von dem er dachte, es sei gut angelegt, denn über den gelben Sack hatte sich der Töginger schon lange geärgert. "Die Folie ist so dünn und reißt leicht. Wenn der Wind weht, liegen die gelben Säcke in der ganzen Straße herum und man hat den Müll vor der Haustür."

Mit der Tonne waren diese Probleme kein Thema mehr für Grotemeyer, ab dem 1. Januar 2011 darf er sie aber nicht mehr benutzen. Denn: Die gelben Tonnen waren von Anfang an nicht zulässig und werden jetzt aus dem Verkehr gezogen, wie Norbert Völl vom Dualen System bestätigt.

"Das ganze System ist mit den Kommunen abgestimmt. Der gelbe Sack wurde vereinbart und so steht es auch im Vertrag." Die Neuöttinger Firma Veolia, die die Tonnen verkauft hat, habe das mit dem Dualen System weder abgestimmt noch irgendjemanden darüber informiert. "Wir haben von nichts gewusst", meint Völl. "Als wir davon erfahren haben, mussten wir natürlich auf den Vertrag bestehen und auf das, was mit den Kommunen abgestimmt war." Veolia habe sich nicht nur vertragswidrig verhalten, sondern auch gegen die Verpackungsverordnung verstoßen, die besagt, dass für das Entsorgen der Verpackungen gar kein Geld verlangt werden darf.

"Am meisten ärgert mich, dass ich für die Tonne bezahlt habe, sie jetzt quasi mir gehört, aber ich nichts mehr damit anfangen kann", schimpft Grotemeyer. Auch Sabrina Schaumeier ist sauer. Sie wohnt ebenfalls in Töging, in einem Häuserblock. "Dort ist es am schlimmsten. Wir haben aktuell die gelben Container. Selbst da liegen die Säcke teilweise daneben. Wenn die Container jetzt wegkommen, liegt der Müll wieder komplett auf der Straße."

Lesen Sie hier die Stellungnahme von Veolia:

Stellungnahme

Anette Mrugala

Rubriklistenbild: © Anette Mrugala

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