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Zahlen im Gemeinderat erläutert

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Kraiburg - Die Bürger in der Gemeinde müssen deutlich mehr für die Abwasserentsorgung zahlen. Warum dies so ist, wurde jetzt im Gemeinderat erläutert.

Mit erheblichen Steigerungen bei Betriebs-, Personal- und Verwaltungskosten sowie dem Anstieg der Abwassermenge, die aus Kraiburg in die Kläranlage eingeleitet wird, begründet die Stadtwerke GmbH, warum der Markt zuletzt deutlich mehr für die Abwasserentsorgung zahlen musste. Der kaufmännische Leiter Herbert Lechner erläuterte die Zahlen im Gemeinderat.

145000 Euro hatte Kraiburg 2007 zu zahlen, 124000 Euro ein Jahr später und 136000 Euro waren es 2009. Doch ein Jahr darauf stieg diese Summe auf 192000 Euro und 2011 auf fast 214000 Euro. Eine Erhöhung der Abwassergebühren ist angesichts dieser Entwicklung zwingend und wurde vom Gemeinderat bereits eingeleitet (wir berichteten). Dennoch sahen die Gemeinderäte Klärungsbedarf, wie es zu diesem eklatanten Anstieg kommen konnte.

Herbert Lechner, Prokurist bei den Stadtwerken, zeigte in der jüngsten Sitzung die Kostenentwicklung seit 2005 (144000 Euro) auf. 70000 Euro mehr musste die Marktgemeinde also sechs Jahre später bezahlen. In dieser Zeit stieg laut Lechner mit Schwankungen auch die Abwassermenge aus Kraiburg kontinuierlich an, von 180000 auf 244000 Kubikmeter. Das sind 36 Prozent mehr, während die Kläranlage in Waldkraiburg insgesamt nur um sieben Prozent mehr Abwasser aufnehmen musste. Der Anteil, den Kraiburg samt einer kleinen Ortschaft der Gemeinde Unterreit (Einharting) an der Kläranlage beansprucht, sei um 2,6 auf 13 Prozent gestiegen, so Lechner.

Auf den Kubikmeterpreis herunter gebrochen, stellten die Stadtwerke statt 80 Cent (2005) sechs Jahre später 88 Cent in Rechnung.

Lechner berichtete von einer deutlichen Erhöhung der Betriebskosten (von 1,187 Millionen auf 1,5 Millionen). Aufgrund des zunehmenden Alters der Kläranlage habe sich der Unterhaltsaufwand erhöht. Material-, Energie-, insbesondere Stromkosten seien angestiegen.

Die Erhöhung der Personalkosten von 434000 Euro (2005) auf 556000 Euro (2011) begründete er unter anderem mit der Anstellung von zwei neuen Kräften und den Tariflohnerhöhungen.

Auch weitere Betriebskosten, etwa die Abwasserabgabe und die Versicherungen, seien erheblich teuerer geworden. Besonders eklatant fällt der Anstieg der Verwaltungskosten von 160000 auf 365000 Euro, also um 129 Prozent, aus. Vielfach geht es laut Lechner dabei um Kostensteigerungen durch neue gesetzliche Vorgaben und Verfahrensänderungen.

Ernst Kirmeier (UWG) wollte diese Zahlen nicht in Zweifel ziehen. Er sieht den Hauptgrund aber in der Steigerung der Personalkosten. Der Gemeinderat verwies darauf, dass 2009, in dem Jahr vor dem großen Kostensprung, der Kläranlage noch 80000 Euro gutgeschrieben wurden, für Arbeiten, die Mitarbeiter in anderen Bereichen der Stadtwerke, etwa im Winterdienst, geleistet hatten. 2011 wurden laut Kirmeier nur noch 25000 Euro verrechnet und zusätzlich Arbeiten eingekauft. Ludwig Kamhuber (CSU) bemängelte, die Verrechnung mache die Zahlen schwer nachvollziehbar.

Der Anstieg der Kosten für Kraiburg habe wenig mit den Mengen zu tun, meinte Bürgermeister Herbert Heiml, der an die Stadtwerke appellierte, die Steigerungen bei Personal- und Sachkosten so gering wie möglich zu halten.

Das sei auch Anliegen der Stadtwerke, betonte Lechner, schon im ureigensten Waldkraiburger Interesse.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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