+++ Eilmeldung +++

DNA-Spuren liefern Mann aus

Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

Wirbel um unterirdische CO2-Speicher

+
Die Umweltorganisation Greenpeace macht gegen die Verpressung von Kohlendioxid in unterirdische Speicher mobil. Zu den möglichen Standorten in Bayern, die Greenpeace jetzt veröffentlicht hat, zählen auch Waldkraiburg und Aschau

Waldkraiburg - Mit der Veröffentlichung einer Liste möglicher Standorte für die Verpressung von Kohlendioxid in den Untergrund hat Greenpeace in Waldkraiburg jetzt für Aufregung gesorgt.

Auch in Waldkraiburg, das wie Aschau als eines von bundesweit über 400 Endlagern genannt wird. Das bayerische Wirtschaftsministerium schließt die geologische CO2-Speicherung in Bayern aus. Das sei "technisch-wirtschaftlich nicht möglich".

Die Karte für Bayern

Die Karte für Deutschland

Auf der Grundlage von Daten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hatte die Umweltorganisation die Namen von 408 potenziellen Standorten für die unterirdische Speicherung von klimaschädlichem Kohlendioxid mittels CCS-Technologie veröffentlicht. Der Großteil dieser Standorte liegt in Norddeutschland, neun im bayerischen Molassebecken.

Greenpeace: Aschau und Waldkraiburg mögliche Standorte

Den Speicher mit dem größten Volumen im Freistaat verortet Greenpeace bei Waldkraiburg. Die Umweltorganisation hat ein Volumen von 21 Kubikkilometern und eine Flächenausdehnung von 70 Quadratkilometern errechnet. Die mögliche CO²-Endlager-Kapazität schätzt die Organisation auf 21 bis 260 Millionen Tonnen. Als zweiter Standort wird Aschau mit einem Volumen von 0,65 Kubikkilometern genannt. Hinter dem Rücken der Bevölkerung bereite die Bundesregierung die Einführung der CCS-Technologie vor, begründet Greenpeace die Veröffentlichung der Karte mit den Standorten.

Die Bundesanstalt hatte die Liste der Orte bislang unter Verschluss gehalten. Es handle sich um eine vorläufige "rein geologische Bewertung", sagt Dr. Peter Gerling, der bei der BGR die Forschung über die Speicher organisiert. In diesem Stadium haben nach seinen Worten naturschutz- oder wasserrechtliche Fragen ebenso wenig eine Rolle gespielt wie die Siedlungsstruktur. "Wir haben nur geguckt: Was ist geologisch machbar?"

Gerling: "Es gibt noch keine Detailuntersuchungen." Während für zahlreiche in Frage kommende Regionen noch keine genaueren Erhebungen vorliegen, auch das bayerische Molassebecken bislang nur zum Teil untersucht wurde, gibt es unter anderem für den Bereich östlich von München eine Regionalstudie. Sie wurde auf der Grundlage von Unterlagen des Bayerischen Landesamtes für Geologie erstellt. Weder zu den Standorten Waldkraiburg und Aschau noch zum von Greenpeace errechneten Volumen will Gerling allerdings Stellung nehmen.

Bundesbehörde: Politisches Manöver

"Eine arge Zuspitzung von Greenpeace", nennt er den Vorgang. "Eine große Luftblase, die aus politischen Gründen gezündet wurde", nicht zufällig kurz vor Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens, so der BGR-Vertreter. Weitere Untersuchungen, Analysen und Gutachten verschiedener Landes- und Bundesbehörden müssten im Zuge eines Genehmigungsverfahrens erfolgen, das eben dieses Gesetz festlegt.

Bürgermeister: Keine offizielle Information

Offizielle Informationen in Sachen CO2-Speicher sind bei den Kommunen bislang nicht eingangen. Auch Waldkraiburgs Bürgermeister Siegfried Klika und sein Aschauer Amtskollege Alois Salzeder haben es nach eigenen Angaben aus der Zeitung erfahren. Klika will aber von Gerüchten wissen, dass ein Investor die Möglichkeit prüfe. Für den Fall, dass an der Sache etwas dran ist, kündigt Klika entschiedenen Widerstand an: "Wir werden auf die Barrikaden gehen." Die Technologie sei noch nicht im Großversuch erprobt, mögliche Langzeitschäden noch gar nicht absehbar, so Klika.

Unterirdische Kohlendioxid-Speicher haben nach Meinung der beiden Bürgermeister in Bayern, wo es praktisch keine Kohlekraftwerke gibt, nichts verloren. Dass sich ein solches Projekt mit dem Erdgasspeicher in Bierwang und der Geothermie in Waldkraiburg verträgt, können sie sich nicht vorstellen.

Ministerium: In Bayern CO2-Speicher technisch nicht möglich

So sieht man das auch im bayerischen Wirtschaftsministerium, das für den Bergbau zuständig ist und damit voraussichtlich für die Umsetzung eines künftigen Bundesgesetzes. Eine geologische CO2-Speicherung in Bayern sei "technisch-wirtschaftlich nicht möglich", so eine Sprecherin des Ministeriums gestern auf Anfrage. Sie stehe in Konkurrenz zum Ausbau der Tiefengeothermie und der Erdgasspeicher.

Das Speicherpotenzial Bayerns liege in der Vorlandmolasse und zwar dort, wo ehemalige Erdgas- und Erdölfelder sind. "Dieser gesamte Bereich ist nahezu vollständig mit Feldern für die Tiefengeothermie überdeckt." Wo Geothermie vorhanden sei oder geplant, "wäre eine konkurrierende Nutzung mit CCS nicht möglich, da CO2-Verpressung die Gewinnung von Erdwärme durch die massive Druckbeeinflussung massiv gefährdet". Die Sprecherin weiter: "Die verbleibenden Gasfelder wären größenmäßig zu klein und sind für den Ausbau der Gasspeicher reserviert."

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Zurück zur Übersicht: Region Waldkraiburg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser