"Momentan gehe ich mit Angst in mein Haus"

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Waldkraiburg - An der eigenen Haustür wurde Willi Engelmann von einem Fremden bedroht. Dem Apotheker gelang aber zum Glück die Flucht. Im Interview schildert er das schreckliche Erlebnis.

Unbekümmert öffnete Willi Engelmann die Haustür, als es am Montagabend gegen 20.50 Uhr klingelte. "Ich habe einen Boten erwartet, der ein Kuvert bringt", erklärt der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Hand und Handwerk. Ein Kuvert hatte der Mann an der Tür zwar dabei, ein netter Postbote war er aber leider nicht.

"In der Herzgegend spürte ich plötzlich einen Gegenstand und ein Kribbeln", schildert Engelmann. "As ich zurückwich, drängte mich der Mann ins Haus und bedrohte mich mit einer pistolenartigen Waffe." Ob es sich wirklich um eine Pistole oder um einen Elektroschocker handelte, war für den Apotheker zu diesem Zeitpunkt nicht einschätzbar. "Der Mann wollte, dass ich mich auf den Boden lege und meine Hände auf den Rücken lege. Ich dachte erst, das muss ein Scherz sein und war völlig perplex."

Langsam ging Engelmann in die Hocke, tausend Gedanken schossen ihm durch den Kopf. Einer dominierte schließlich das Wirr-Warr: "Meine Frau kommt gleich nach Hause. Wenn ich gefesselt auf dem Boden liege, kann ich ihr nicht mehr helfen!" Aufgeschreckt von diesem Gedanken sprang der Waldkraiburger auf und rannte zur Tür neben dem Eingang. Draußen schrie er um Hilfe und forderte die Nachbarn auf, die Polizei zu rufen. Durch eine Luke in der Eingangstür beobachtete Engelmann dann den Täter, der zunächst über die Terassentür flüchten wollte. "Das gelang ihm aber nicht, also kam er auf die Eingangstür zu, die ich zugehalten habe, damit er nicht entkommt." Irgendwann rannte der Apotheker erneut zur Straße, um Hilfe zu holen, als er zurückkehrte, fehlte jede Spur von dem Unbekannten. "Entweder ist er dann doch durch die Terassentür oder aber über den Keller geflohen."

Was der Angreifer von ihm wollte, kann Engelmann nicht sagen. Momentan empfindet er vor allem Wut auf das, was ihm passiert ist. Aber auch Angst ist ein Gefühl, dass jetzt immer präsent ist, wenn der Wadkraiburger sein Haus betritt. "Ich habe mich immer auf mein Haus gefreut, gestern bin ich zum ersten Mal mit Angst hineingegangen und habe alle Räume erstmal durchgeschaut."

Der Täter soll etwa 170 - 175 cm groß, 45 - 50 Jahre alt und korpulent sein, sowie ein dickes, rundliches Gesicht ohne Bart haben und bayerischen Dialekt sprechen. Bei der Tat trug er eine Brille mit einem hellen hornähnlichen Gestell, einen dunklen Helm ohne Kinnschutz und einen roten und eher auffälligen Regenponcho. Wer kann Hinweise zu der beschriebenen Person geben oder etwas zu seinem Aufenthaltsort sagen? Wem sind zur Tatzeit oder auch zuvor verdächtige Personen im Bereich der Balthasar-Neumann-Straße aufgefallen? Hat jemand ein in der Nähe des Tatortes abgestelltes Zweirad bemerkt? Hinweise nimmt die Kriminalpolizeistation Mühldorf unter der Telefonnummer 08631/36730 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Anette Mrugala

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