Das Wetter: Gewinner - Verlierer

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Ein Bild spricht Bände. Langsam darf sich der Sommer ins Zeug legen. In Biergärten und Terrassen tut sich heuer so wenig wie in den Freibädern. Aber es gibt auch Gewinner des Sommers, der ein gefühlter Winter ist: Sonnenstudios, Public Viewing im trockenen Festzelt und Sportarten, die auch bei schlechtem Wetter Spaß machen, wie zum Beispiel Laufen.

Waldkraiburg - Das Stadtjubiläumsfest ist im Regen abgesoffen. Viele Freiluftveranstaltungen fallen ins Wasser. Doch der Sommer, der ein gefühlter Winter ist, kennt auch Gewinner. **Wetterbericht**

"Wer geht bei diesem Wetter außer Haus?", fragt Thomas Hass, Wirt des Graf-Toerring-Hofes. Nicht nur der Biergarten, wo bisher nur eine Woche Betrieb war, leidet darunter, die Gastronomie insgesamt. "Da hat doch keiner mehr gute Laune." Und das schlägt sich auf den Konsum nieder.

Wetterbericht für Waldkraiburg

Auch die Fußball-WM, für die Haas Public Viewing im Freien anbieten wollte, jetzt aber in den Saal umziehen muss, bringt keine Leute in die Wirtschaft. "Die zieht das Festzelt ab."

Das Volksfestzelt, die Raiffeisen WM-Arena am Festplatz, zählt in der Tat zu den Gewinnern des Dauerschlechtwetters. Public Viewing unter freiem Himmel bei Temperaturen unter zehn Grad und im strömenden Regen - wer mag das schon? Im Trockenen schaut es sich besser. Rund 4000 Fußball-Fans sahen deshalb die beiden Spiele der deutschen Mannschaft im Zelt.

Die Felder der Familie Schmidinger in Lindach und der vielen anderen Bauern lassen sich nicht überdachen. Die Landwirte müssen es nehmen, wie es kommt. Und es kommt zuviel von oben. Zu nass, zu kalt sei es, sagt auf Anfrage Ortsbäuerin Heidi Schmidinger. "Normal wird fünf-, sechsmal im Jahr siliert. Ein Schnitt geht uns schon ab." Momentan könne man gar nicht auf die Wiesn fahren. "Das Wasser steht." Die Arbeiten müssen unter großem Zeitdruck erledigt werden, zum Beispiel an den Pfingstfeiertagen, als es gerade mal drei Tage schön war. Heidi Schmidinger will nicht jammern. Bei anderen droht der Mais auf dem Feld zu verfaulen. Anders als bei Hagelschäden ist das nicht versichert.

"Eine Katastrophe", sagt Augusto Padovan, Inhaber des Eiscafé "Rialto". Seit 40 Jahren sei er jetzt in Deutschland. "So schlecht wie heuer war das Wetter noch nie."

Auch im Waldbad fällt die Zwischenbilanz dieses Sommers äußerst mäßig aus. Die Zahlen sagen alles: Im Mai 2009, auch das war kein Schönwettermonat, kamen immerhin noch 11500 Badegäste. Heuer waren es im selben Monat nicht einmal 5000, berichtet Barbara Ottner von den Stadtwerken. Kaum zu glauben, dass es schon Saisonen mit fast 150.000 Waldbad-Besuchern gab.

"Baden, Eis essen, grillen, Biergartenbesuche - in diesem Sommer fällt alles flach", ärgert sich Patricia Kotowski, die gerade ins Sonnenstudio gekommen ist, um wenigstens auf diese Weise Sonne zu tanken. Viele andere tun es ihr nach, weiß Gitta Weiß vom Studio "Tropic Sun". Etwa 40 Prozent mehr Kunden als üblicherweise um diese Jahreszeit "und suchen die Sonne bei uns". Für das Geschäft ist das Wetter nicht schädlich, privat wäre ihr ein richtiger Sommer natürlich auch lieber. So wie Helmut Huber, Betrieber des Fitnesstudios "Injoy". Als Trainer ist man bei diesem miesen Sommerwetter gefordert, meint Huber. Da seien die Kunden nervöser und hektischer.

Noch ein Gewinner der Witterung: das Waldkraiburger Kino. "Wenn schönes Wetter wäre, hätten wie nur halb so viele Zuschauer", weiß Elfriede Schnepf aus Erfahrung. Dabei halten die Verleiher wegen der Fußball-WM viele Filme zurück. Trotzdem "Sex and the City" und "Robin Hood" laufen gut. Die deutsche Komödie "Vincent will meer" ist Publikumsliebling.

Die Renner bei den Sportartikeln: Laufschuhe und -zubehör sowie Trekking- und Outdoor-Bekleidung. Und - daran ändert auch das Wetter nichts - Bayern-Trikots und WM-Artikel. Das Deutschland-Trikot sei mittlerweile bundesweit ausverkauft, meint Adi Schäftlmaier, Inhaber des gleichnamigen Sportgeschäfts und stellvertretender Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Handel und Handwerk. Zu den Verlierern zählt Radlbekleidung, T-Shirts, kurze Hosen und alles was mit Skaten und Inline-Skaten zu tun hat, "weil die Wege durch den Regen verschmutzt sind".

Bademoden? Das Minus fällt geringer aus als befürchtet. In einer heißen Woche, der einzigen in diesem jahr, habe er sehr viel verkauft. Es kann sich also noch was tun im Sommergeschäft. Die Sommerbilanz bleibt vorläufig, schließlich hat der Sommer laut Kalender erst begonnen.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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