Wunschzettel war gestern

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Waldkraiburg - Heute ist natürlich auch das Christkind per E-Mail erreichbar. Das wissen die Jungs und Mädels vom Käthe-Luther-Kindergartens, die Weihnachten entgegenfiebern.

"Noch zweimal schlafen, was ist dann?", fragt Cornelia Cordes-Jacobskötter, Leiterin des Käthe-Luther-Kindergartens, ihre Schützlinge. "Weihnachten", rufen die Kleinen zwischen drei und sechs Jahren ganz aufgeregt und reden alle durcheinander. "Wart ihr alle brav?", fragt sie weiter und die Kinder rufen "Jaaaa", wobei sie zweifelnd lacht.

Die Kleinen haben sich vorab für Weihnachten gerüstet und fleißig Wunschzettel geschrieben - oder eher gebastelt. Lina ist sechs und hat die Objekte ihrer Begierde einfach aus einem Spielwarenkatalog ausgeschnitten, auf einen Zettel geklebt und den aufs Fensterbrett gelegt - damit ihn das Christkind holt. Zuvor müsse man unbedingt "artig" sein.

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Lenny (5) hat seine Wünsche einfach der Mama erzählt, die hat sie aufgeschrieben; nun hofft er, dass am Samstag eine Hot-Wheel-Bahn unter dem Baum liegt. Die fünfjährige Fijona hat ihren Wunsch aufgemalt: eine Weihnachtsbarbie. Und sie hat sich vorgenommen, nicht mehr so viel mit ihrer Schwester zu streiten. Das will sie ihrer Frau Mama schenken.

Vladi ist eher der Technik-Fan, nicht nur, dass er seinen Wunschzettel per E-Mail ans Christkindl schickt - "die kommt sicher an" - nein, er wünscht sich auch noch eine PSP. Die Erwachsenen im Raum schauen sich fragend an. Die Kinder wissen alle worum es geht. Es handelt sich um eine kleine Spielekonsole. Mit Wii oder Playstation oder wie sie alle heißen, kennt sich jedes Kindergartenkind aus.

Aber wie kriegt es das Christkind eigentlich auf die Reihe, dass alle Kinder weltweit rechtzeitig ihre Geschenke an Weihnachten bekommen, es kann sich doch nicht vierteilen. "Nöö", lacht Lina, "aber es kann zaubern". "Oder es fährt mit dem Krampus im Auto mit", überlegt Nico (5).

Im Grunde wissen es alle, dass das Christkindl Helfer hat: kleine Engel oder Rehe mit Hörnern. Fijona, die Weihnachten in Slowenien verbringt, ist überzeugt, dass das Christkindl auch dorthin kommt. "Es kann fliegen und so weit ist Slowenien auch wieder nicht weg", meint die niedliche Fünfjährige. In Amerika helfe Santa Claus aus, falls es zeitlich mal eng werde. Da Fijona ziemlich neugierig ist, spioniert sie ab und zu vor der Bescherung und glaubt, das zauberhafte und engelsgleiche Wesen, das die Geschenke bringt, schon mal gesehen zu haben. Gar nicht gut findet das ihre Freundin Lina, schließlich darf man es nicht erschrecken, "sonst fliegt es weg und man kriegt keine Geschenke mehr. Man darf es doch nicht sehen!" Aber auch Aaliyah, die Dreijährige mit den blonden Korkenzieherlocken, weiß genau, wie es aussieht. Goldene Haare und bunte Flügel mit Glitzer. Die kleine Maus hofft, dass sie eine Barbie-Kutsche mit Pferd bekommt.

Die fünfjährige Gitti ist Inderin und heißt eigentlich Gurkirat. Weihnachten feiert ihre Familie nicht, Geschenke gibt es dennoch. Und "Gitti" kennt sich gut aus mit der Krippengeschichte.

Bis es endlich so weit ist, dass am Heiligabend die bunten Päckchen ausgepackt werden dürfen, ist noch ein langer Weg. Manche basteln am Nachmittag, besuchen die Oma oder helfen den Christbaum schmücken. Der kleine Florian (6) spielt mit seinem Papa "Memory".

Auch die größeren Kinder sind aufgeregt. Die zehnjährige Selin besucht den Hort im St.-Christophorus-Kindergarten. Heiligabend ist sie bei der Oma, es gibt Braten und Knödel. "Da bin ich schon voll aufgeregt." Die Geschenke werden dann alle nacheinander geöffnet. So macht es auch die Familie von Marcel.

"Ich werde am 24. Dezember genau achteinhalb", strahlt der Bub, der Weihnachten auch mit der Familie bei der Oma ist. Der kleine Bruder dürfe dann das erste Packerl aufmachen. Die siebenjährige Victoria ist stolz, dass sie den Baum allein schmücken darf. Über die logistische Meisterleistung des Christkindls spekulieren die drei wie wild. Eins wissen sie sicher, es hat "rentiermäßige Hilfe".

Victoria: "Die spüren mit ihrer Nase, wo sie hinfliegen müssen. Die Nase leuchtet ihnen den Weg." Es seien mindestens sieben, eher zehn Rentiere. "Und das Christkindl ist der Chef", überlegt Marcel. Selin und Victoria leuchtet das nicht ein. "Nein, das größte Rentier ist der Chef, weil das immer vorne ist und Rudolph heißt."

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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