Wasserwirtschaft beseitigt Flaschenhals

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Ortstermin mit dem Wasserwirtschaftsamt: Auf Niederndorfer Seite will die Behörde Sandablagerungen und wild wachsende Ufergehölze abtragen, um den ursprünglichen Durchflussquerschnitt an der Innbrücke wieder herzustellen.

Waldkraiburg-Niederndorf/Kraiburg - Sandablagerungen und wild wachsende Ufergehölze will das Wasserwirtschaftsamt in den nächsten Wochen im Bereich der Kraiburger Innbrücke entfernen.

Der Grund der Maßnahme: Der ursprüngliche Durchflussquerschnitt der Brücke soll wieder hergestellt und der Hochwasserschutz für die Anlieger wieder verbessert werden. Bei einem Ortstermin stellten Vertreter der Behörde die geplanten Maßnahmen vor.

Vornehmlich das linke Innufer auf Waldkraiburger Stadtgebiet ist von den Schwebsandablagerungen betroffen, die der sedimentreiche Gebirgsfluss bei Hochwassern heranschafft. Das damit verbundene Wachstum von Ufergehölzen hat ebenfalls dazu beigetragen, dass sich der Durchflussquerschnitt an der Innbrücke in den vergangenen Jahren langsam, aber stetig verringerte.

Gegen diesen schleichenden Verlandungsprozess will das Wasserwirtschaftsamt (WWA) etwas unternehmen. Über die geplanten Gewässerunterhaltsmaßnahmen informierte der zuständige Sachgebietsleiter Anton Touschek jetzt bei einem Ortstermin mit Vertretern von Stadt und Markt, der Naturschutzbehörde im Landratsamt und des Fischereiverbandes. So wird eine hohe Sandablagerung samt Ufergehölzen von der Brücke bis etwa 200 Meter flussaufwärts abgetragen und die Hölzer entfernt. Nur eine ältere Weide bleibt in diesem Bereich, der zum Fauna-Flora-Habitat-Gebiet gehört, in Absprache mit dem Naturschutz erhalten. Hochwasser kann damit wieder besser über die so genannte Aurinne abfließen, die nach dem Hochwasser von 2005 geöffnet worden war. Auch unmittelbar vor der Brücke werden Aufsandungern entfernt.

Anlieger des Waldkraiburger Ortsteils Niederndorf begrüßten diese Pläne ausdrücklich. Sepp Brandl und und Eduard Kästner freuten sich darüber, dass auch ihre Anregung aufgenommen wurde, einen Flaschenhals in einer weiteren, dahinter liegenden Flutmulde zu beseitigen. Touschek sagte "Anpassungen", das heißt eine Verbreiterung um drei bis vier Meter, zu.

Auch Kraiburgs Bürgermeister Michael Loher lobte das Wasserwirtschaftsamt, dass es Anregungen von Anliegern aufgegriffen habe. Er wünsche sich ähnliche Maßnahmen auch für den oberen Auweg auf Kraiburger Seite.

Durch den Eintrag der Ablagerungen in den Inn befürchtet Dr. Franz Fiedler vom Anglerbund Isaria nachteilige Auswirkungen auf den Fischbestand und ehrgeizige und ökologisch sinnvolle Aufzuchtprojekte des Fischereiverbandes. Eine Meinung, die die Vertreter des WWA nicht teilten. Das Wasserwirtschaftsamt versuche, die verschiedenen Interessen von Bürgern und Anliegern, Fischerei und Naturschutz in Einklang zu bringen, betonte Michael von Berg, der für die Landkreise Mühldorf und Rosenheim zuständige Abteilungsleiter.

Ausdrücklich begrüßte Fiedler das geplante Gewässerentwicklungsprojekt in Jettenbach, wo ein neuer Umgehungsbach entstehen soll.

Die Arbeiten im Bereich der Kraiburger Innbrücke sollen bereits in nächster Zeit beginnen. Die Gehölze müssen wegen der Brutzeit der Vögel spätestens bis zum 1. März entfernt sein.

hg/Waldkraiburger Nachrichten

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