Wasserbüffel fungieren als "Bio-Bagger"

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Friedfertige "Bio-Bagger": Wasserbüffel sollen ab sofort das Niedermoor bei Jettenbach beweiden und offen halten. So wird der wertvolle Lebensraum für Amphibien erhalten. Die Idee stammt vom Bund Naturschutz und ist eine ökologische Alternative zum Einsatz von Maschinen.

Jettenbach - In Jettenbach halten nun Wasserbüffel Einzug. Sie beweiden sumpfiges Gebiet und werden als "Bio-Bagger" eingesetzt, um den Lebensraum von Amphibien zu erhalten.

Die Wasserbüffel kommen. Am Wochenende werden die Tiere in Jettenbach erwartet. Der Bund Naturschutz wollte am Niedermoor eine biologische Alternative zum Einsatz von Baggern haben.

Seit 1995 weiden in Jettenbach Galloways, bald sind es Pinzgauer. Die Galloways haben sich bewährt, doch werden die Tümpel für die Amphibien im Lauf der Jahre durch den Tritt der Rinder im weichen Boden immer kleiner.

Man müsste deshalb immer mal wieder Bagger anrücken lassen um die Gewässer neu zu vertiefen, wie Gerd Ruchlinski vom Bund Naturschutz erklärt. Der Bund Naturschutz suchte eine Alternative zu diesem Einsatz von Maschinen.

Wasserbüffel legen Suhlen an und wälzen sich im Sumpf. Sie können als "Bio-Bagger" die Verflachung und Verlandung der Tümpel verhindern und auch neue Tümpel anlegen. "Wir hoffen, dass sie so die "Arbeit" der Rinder, die weiterhin ebenfalls dort weiden, sinnvoll ergänzen", so Ruchlinski.

Am Samstag kommen drei Wasserbüffel von einem Biohof aus Leipzig in Jettenbach an. Sie werden in Zukunft das Niedermoor "im Auftrag" des Bundes Naturschutz offen halten. Wasserbüffel stammen aus Asien, sind jedoch seit Jahrhunderten im südosteuropäischen Raum als Haustiere weit verbreitet. In Ungarn, Österreich und Ostdeutschland werden sie bereits erfolgreich im Naturschutz eingesetzt. Sie sind wegen ihrer Friedfertigkeit sehr beliebt und außerdem recht anspruchslos.

Wasserbüffel liefern die Milch für den berühmten Mozzarella-Käse. Ihre Aufgabe ist es, den wertvollen Lebensraum für Wechselkröte, Gelbbauchunke, Molche, Libellen und anderes Getier zu erhalten. Das geht nur, wenn offene Gewässer erhalten werden und der besondere Lebensraum in feuchten Senken bestehen bleibt, wie der Naturschützer erklärt. Die Mühldorfer Firma Barnhouse unterstützt das Naturschutzprojekt, das in Oberbayern einmalig ist, durch den Ankauf der ersten zwei Tiere.

re/Waldkraiburger Nachrichten

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